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Widerstand gegen Waldwildnis-Projekt bei Wurzbach

19.07.2019 - Rund 26 500 Hektar Wald in Thüringen sollen Urwald werden - ohne forstwirtschaftliche Nutzung. Darauf hat sich Rot-Rot-Grün verständigt. Doch einzelne Waldgebiete sind umkämpft.

  • Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz in Erfurt. Foto: Martin Schutt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz in Erfurt. Foto: Martin Schutt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Im Südosten Thüringens regt sich Widerstand gegen Pläne, in einem 1400 Hektar großen Fichtenwald die forstwirtschaftliche Nutzung einzustellen. Dadurch würde das Waldstück dem Borkenkäfer geopfert, befürchten die Organisatoren einer Demonstration gegen das Vorhaben an diesem Samstag bei Wurzbach im Saale-Orla-Kreis. «Waldsterben durch Waldstilllegung» heißt es in der Ankündigung der Protestaktion.

Hintergrund ist die Entscheidung der rot-rot-grünen Landesregierung, bis zum Jahr 2029 die forstwirtschaftliche Nutzung von rund 26 500 Hektar Wald im Interesse des Naturschutzes und der Artenvielfalt einzustellen.

Das Umweltministeriums teilte auf Anfrage mit, dass die Fichtenwald-Fläche bei Wurzbach bisher gar nicht Thüringen, sondern dem Bund gehöre. Es sei jedoch vorgesehen, sie an das Land zu übertragen. Die Kommunen in der Region seien in das Projekt einbezogen, da sie sich selbst für eine Übernahme des Waldstücks interessiert hätten.

«Im Fall von Fichten-Monokulturen ist nicht die sofortige Stilllegung, sondern der langjährige Waldumbau mit anschließender Stilllegung das Ziel», erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums. Dazu gehöre auch eine angemessene Borkenkäferbekämpfung in den Fichtenbeständen. Laubbäume befalle der Käfer nicht.

Die 1400 Hektar bei Wurzbach gehören laut Ministerium nicht zu den fünf Prozent Waldfläche in Thüringen, die sich ohne menschlichen Eingriff zu Wildnis entwickeln sollen, wie Kritiker meinten. Diese Flächen seien seit Dezember 2018 festgelegt. Die Ausweisung der Waldwildnisgebiete, mit denen Thüringen seinen Beitrag zum bundesweiten Artenschutz leiste, war bereits in der Vergangenheit umstritten.

Das galt vor allem für ein etwa 1000 Hektar großes Waldgebiet am Possen bei Sondershausen, bei dem Agrarministerin Birgit Keller (Linke) zunächst auf einer weiteren Nutzung bestanden hatte, sich schließlich aber mit Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) auf einen Kompromiss verständigte.

Er sieht vor, dass die Landesforstanstalt jährlich vom Land 750 000 Euro für den Nutzungsverzicht und die Betreuung von Waldwildnisflächen erhält. Die größten Gebiete liegen im Hainich, der Hohen Schrecke, im Pöllwitzer Wald und auf dem Possen.

Laut Umweltministerium werden von den angestrebten Waldwildnisflächen bereits jetzt zwei Drittel nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt.

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