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Wirtschaftsauskunftei warnt vor Pleitewelle in Gastronomie

29.10.2020 - Restaurants, Kneipen und Cafés haben schon im Frühjahr harte Zeiten erlebt, als sie wochenlang die Türen schließen mussten. Nun steht in ein zweiter Teil-Lockdown bevor. Eine Wirtschaftsauskunftei sieht bereits Tausende Gastronomen vor der Pleite - Tendenz steigend.

  • Die gestapelte Biergartenbestuhlung einer Kneipe steht im Herbstlaub. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die gestapelte Biergartenbestuhlung einer Kneipe steht im Herbstlaub. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Pleitewelle in der Thüringer Gastronomie. Stand Ende Oktober seien 14,6 Prozent der Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Thüringen insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse von Donnerstag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Februar - bevor Gastronomen in der ersten Corona-Welle schließen mussten - hatte Crif Bürgel den Anteil der von einer Insolvenz bedrohten Gastronomiebetriebe in Thüringen auf 10,9 Prozent geschätzt.

Deutschlandweit würden mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés zahlungsunfähig werden, mutmaßte die Auskunftei. Im Februar war die Zahl der insolvenzgefährdeten Gastronomiefirmen auf 6201 (10,2 Prozent) taxiert worden. Die Wirtschaftsauskunftei beruft sich bei ihren Angaben auf eigene Analysen zur finanziellen Lage von 57 300 Gastronomiebetrieben.

Die Lage vieler Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés dürfte sich noch deutlich verschlimmern, schätzt Crif Bürgel. «Im 1. Quartal 2021 könnte jedes fünfte Unternehmen aus der Gastronomie insolvenzgefährdet sein», sagte Geschäftsführer Frank Schlein.

Auf die Branche kommen mit schärferen Corona-Regeln harte Zeiten zu: Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Bars und Kneipen sollen vom 2. November an für den Rest des Monats geschlossen bleiben, beschlossen Bund und Länder nach Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Berlin. Davon ausgenommen ist nur das Liefern und Abholen von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Für die Studie hat Crif Bürgel Informationen zur Finanzlage von Firmen ausgewertet, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit geben. Dazu zählen Angaben in Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Auch negative Gerichtsmerkmale wie Mahnverfahren, Inkasso-Überwachungen oder allgemeine Einträge im Schuldnerverzeichnis flossen ein.

Als insolvenzgefährdet stuft die Wirtschaftsauskunftei Unternehmen mit einem Wert zwischen 4,5 und 6,0 auf ihrem Bonitätsindex ein - solche Firmen haben demnach ein erhöhtes Zahlungsausfallrisiko. Der Index von Crif Bürgel reicht von 1,0 (sehr niedrige Ausfallwahrscheinlichkeit) bis 6,0 (Ausfall).

Unter den Bundesländern stehen Gastronomen in Bayern laut der Analyse noch am besten da. Dort waren 11,0 Prozent der untersuchten Betriebe per Ende Oktober insolvenzgefährdet, ähnlich wie in Baden-Württemberg (11,9 Prozent). Am höchsten war der Anteil insolvenzgefährdeter Gastronomiebetriebe demnach in Sachsen-Anhalt (20,1 Prozent), Sachsen (19,1 Prozent) und Berlin (17,2 Prozent).

Allerdings hat der Bundestag in der Corona-Krise das Insolvenzrecht gelockert. In Fällen der Überschuldung wurde die Antragspflicht für Firmen bis Jahresende ausgesetzt. Das soll in Bedrängnis geratenen Unternehmen Luft verschaffen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben. Die Aussetzung gilt für Firmen, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind.

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