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Wohnungsbau: Förderquoten dürften sinken

15.10.2020 - Damit Wohnungsunternehmen bezahlbare Wohnungen neu bauen oder bestehende Immobilien sanieren können, sind sie in der Regel auf öffentliche Gelder angewiesen. Nicht nur wegen der coronabedingt leeren öffentlichen Kassen werden die einzelnen Fördersätze aber wohl bald sinken.

  • Ein Bauhelm hängt an einer Baustelle. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bauhelm hängt an einer Baustelle. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringer Wohnungsbaufirmen müssen künftig wohl mit weniger Fördergeld rechnen. In Zukunft werde es wahrscheinlich nur noch Förderungen in Höhe von 50 bis 60 Prozent der Projektsumme geben, sagte Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Donnerstag in Erfurt auf einer Verbandsversammlung der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Zuletzt waren Förderungen von bis zu fast 100 Prozent der Projektsumme durch öffentliche Gelder möglich. Die öffentlichen Kassen hätten wegen der Corona-Krise aber viel geringere Einnahmen, erklärte Hoff. Die Nachfrage nach Mitteln aus den Förderprogrammen des Landes sei deutlich gewachsen. Wenn die Fördersätze für einzelne Vorhaben gesenkt würden, könnten bei gleichbleibender Fördersumme mehr Unternehmen Geld vom Staat erhalten.

Der Direktor des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw), Frank Emrich, signalisierte vorsichtige Zustimmung zu diesen Überlegungen. Die zentrale Frage für den weiteren Umgang mit Fördermitteln zum Wohnungsbau sei, wie aus dem vorhandenen Geld mehr gemacht werden könne. Wenn niedrigere Fördersätze dazu führten, dass mehr Wohnungsunternehmen von solchen Zuwendungen profitieren könnten, sei dies zu begrüßen, sagte Emrich.

Allerdings forderte Emrich gleichzeitig, dass die Landespolitik im nächsten Jahr mehr Geld zur Wohnungsbauförderung zur Verfügung stellen müsse, als derzeit im Entwurf des Landeshaushalts für 2021 vorgesehen sei. Die bislang veranschlagten insgesamt 35 Millionen Euro reichten bei Weitem nicht, sagte Emrich. Der vtw fordere 50 Millionen Euro zusätzlich. Nur wenn ausreichend Geld für die Wohnungsbauförderung zur Verfügung stehe, sei es möglich, die Ziele zu erreichen, die auch Hoff genannt hatte: Bezahlbares, barrierefreies und klimafreundliches Wohnen.

Damit die einzelnen Wohnungsprojekte auch bei sinkenden Förderquoten für die Unternehmen im Land finanzierbar bleiben, sollen sich die Unternehmen nach den Überlegungen von Hoff und Emrich verstärkt Geld auf dem Kapitalmarkt leihen. Weil die Zinsen für Kredite noch immer sehr niedrig seien und die meisten der Unternehmen eine gute Kreditwürdigkeit aufwiesen, sei dies eine realistische Möglichkeit, in Zukunft ausfallende Fördergelder zu kompensieren.

Im vtw sind mehr als 200 mehrheitlich kommunale Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften organisiert. Die Verbandsunternehmen bewirtschaften nach eigenen Angaben gegenwärtig einen Bestand von etwa 265 000 Wohnungen. Etwa jeder vierte Thüringer wohne damit bei einem vtw-Unternehmen.

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