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Zuckerrübenernte fällt schwach aus: Regionale Unterschiede

21.01.2021 - Ein Virus und Regenmangel haben den deutschen Zuckerrübenbauern in dieser Saison Probleme bereitet. In weiten Teilen des Landes sind die Erträge vergleichsweise niedrig. Nun soll in einigen Regionen eine Notfallzulassung für ein Pflanzenschutzmittel Abhilfe schaffen.

  • Zuckerrüben liegen auf einem Feld vor einer Zuckerfabrik. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zuckerrüben liegen auf einem Feld vor einer Zuckerfabrik. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zuckerrübenernte fällt in diesem Jahr schwach aus. Die Bilanz der jetzt im Januar zu Ende gehenden Saison 2020/21 dürfte in Deutschland bei rund 4,1 Millionen Tonnen Zucker liegen, schätzt Fred Zeller, Geschäftsführer des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer im unterfränkischen Ochsenfurt. In der Vorsaison waren es demnach rund 4,2 Millionen Tonnen Zucker. Gründe für die schlechtere Ernte seien Trockenheit und Virenbefall.

In Norddeutschland ist das Ernteergebnis tendenziell besser als im Süden der Republik. Heinrich Helmke vom Dachverband der Norddeutschen Zuckerrübenanbauer in Hannover zufolge gibt es regional aber große Unterschiede. Während im Fünf-Jahres-Vergleich die Resultate etwa durchschnittlich ausfielen, gebe es mancherorts Landwirte mit drastischen Einbrüchen.

«In der EU rechnen wir mit einer Zuckererzeugung von 14,7 Millionen Tonnen. Im Spitzenjahr 2017 waren es deutlich über 20 Millionen Tonnen Zucker», sagt Zeller. Für Deutschland bedeute das, dass mehr Zucker aus Drittländern importiert werden müsse.

Vor allem die Vergilbungskrankheit, eine von Blattläusen übertragene Viruskrankheit, mache den Landwirten zu schaffen. Die deutschen Pflanzenschutzmittel-Vorgaben seien die strengsten in Europa.

Jedoch hätten sieben Bundesländer Ende 2020 eine Notfallzulassung für neonicotinoid-gebeiztes Rübensaatgut bekommen - die gelte befristet seit 1. Januar bis 30. April 2021. In Österreich und anderen Ländern gebe es diese Notfallzulassung seit mehreren Jahren, sagt Zeller, so dass sie wirksamer gegen die Vergilbung vorgehen könnten. Dadurch komme es zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem europaweiten Zuckermarkt, ergänzt Helmke.

2018 war das Beizmittel, das Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide enthält, europaweit verboten worden, weil es Bienen und andere Insekten in ihrem Bestand gefährden könnte. Laut Zeller werden die Rüben geerntet, ehe sie zur Blüte kommen, so dass keine Gefahr für die Bienen bestehe. Seit dem Verbot sei die Population der Blattläuse, die die Vergilbungskrankheit übertragen, massiv gewachsen. Auch im Norden, wo es noch nicht «flächendeckend gelbe Felder» gebe, wächst laut Helmke die Sorge vor der Ausbreitung der Krankheit.

Wirksame Alternativen zu dem Beizmittel gebe es nicht. Eines der noch zugelassenen Insektizide müsse auf die Rübenpflanzen gesprüht werden. Weil die Laus aber an der Unterseite der Blätter sitze, erreiche das Mittel die Schädlinge so gut wie nicht.

Naturschützer sehen das anders. Eine Sprecherin des Nabu in Stuttgart kritisierte am Donnerstag die Notfallzulassung. Neonikotinoide seien «extrem schädlich» für Insekten und damit für Vögel. Die Wirkstoffe seien von der EU «aus gutem Grund» verboten worden. Zuckerrübenanbau sei ohne Neonikotinoide möglich, etwa über die richtige Fruchtfolge und Sortenwahl, mit verstärkter Bodengesundheit und Ackerhygiene sowie mechanischer Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung.

Aus Sicht der Rübenanbauer haben sich auch die Corona-Krise - mit der monatelangen Schließung von Kinos und Gastronomie sowie der Absage von Volksfesten - und ein allgemeiner Trend zu weniger Zuckerverbrauch in der Ernährung negativ auf den Zuckermarkt ausgewirkt. «Die Preise sind im Keller. Zuckerfabriken schreiben Verluste und können den Landwirten keine guten Preise mehr zahlen.»

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