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Angriff auf Gefängnis-Pfarrerin: Haft für Verurteilten

13.06.2018 - Berlin (dpa/bb) – Ein verurteilter Mörder ist nach einem Angriff auf eine Pfarrerin im Gefängnis in Berlin-Tegel zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 54-Jährigen am Mittwoch der sexuellen Nötigung und der Körperverletzung schuldig. Als Insasse der Justizvollzugsanstalt Tegel habe er im Juli 2015 eine dort tätige Pfarrerin attackiert und küssen wollen. Der Angeklagte hatte die 46-Jährige um Entschuldigung gebeten.

  • Ein Mann steht in einer Justizvollzugsanstalt vor einem vergitterten Fenster. Foto: Patrick Seeger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann steht in einer Justizvollzugsanstalt vor einem vergitterten Fenster. Foto: Patrick Seeger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Angeklagte wurde im Jahr 2000 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem war damals anschließende Sicherungsverwahrung verhängt worden. Der Gewalttäter hatte zwei Rentnerinnen ausgeraubt und getötet. Der 54-Jährige war seit seiner Jugend wegen Straftaten aufgefallen, darunter Sexualdelikte. Mehr als 30 Jahre soll er hinter Gittern verbracht haben. «Probleme mit Frauen durchziehen seit Jahrzehnten sein Leben», sagte nun die Vorsitzende Richterin.

Die Pfarrerin hatte im Prozess geschildert, der Angeklagte habe sie um Kopien gebeten. In ihrem Büro habe er sie plötzlich attackiert. «Seine Stimme war ganz verändert, so habe ich ihn nicht gekannt». Sie habe unter anderem Prellungen am Rücken, Schmerzen am Oberkörper sowie eine kleine Wunde an der Lippe erlitten.

Die Staatsanwältin hatte zwei Jahren und zwei Monaten Haft gefordert und die Verhängung einer weiteren Sicherungsverwahrung beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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