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Nach «Strassenfeger»-Aus: Berlin bekommt neue Straßenzeitung

28.06.2018 - Berlin (dpa/bb) - Nach dem Aus der Obdachlosenzeitung «Strassenfeger» gibt es ein Ersatzprojekt. Die Berliner Sozialgenossenschaft Karuna will ab sofort mit ihrer Zeitung «Karuna Kompass» einspringen und die Ausgaben an Obdachlose, die ehemaligen Verkäufer des «Strassenfeger», verschenken. Verkauft wird zunächst eine bereits im vergangenen August produzierte Ausgabe der Zeitung mit dem Titel «Spar Dir Dein Mitleid».

  • Ein Stapel der Straßenzeitung «Karuna Kompass». Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Stapel der Straßenzeitung «Karuna Kompass». Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir werden die Zeitung kontinuierlich in einer Auflage von 10 000 Stück pro Monat produzieren und werden natürlich die Obdachlosen dieser Stadt einbeziehen», sagte Geschäftsführer Jörg Richert am Donnerstag bei einem Ortstermin vor dem Abgeordnetenhaus.

Politische Unterstützung erhielt das Vorhaben von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke), die ehrenamtliche Mitarbeiter empfing und die ersten Exemplare kaufte. 1,50 Euro kostet eine Zeitung, das Geld können die Verkäufer behalten. Bisher blieben ihnen nur 90 Cent - 60 Cent mussten sie für den «Strassenfeger» bezahlen.

Karuna will den Druck und Vertrieb der Zeitung organisieren und durch Stiftungsgelder und Werbung finanzieren. Die Genossenschaft engagiert sich für benachteiligte Jugendliche.

Richert betonte, die Zeitung solle mehr sein als eine reine Obdachlosenzeitung und sich auch sozialen Zukunftsthemen widmen. Die Redaktion werde aus etwa acht bis zehn Mitarbeitern bestehen und durch die ehrenamtliche Jugendarbeit unterstützt. Er habe von den Verkäufern des «Strassenfeger» bereits viel Zuspruch erhalten.

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