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Polizei klärt weniger Internet-Kriminalität auf

19.06.2018 - Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei klärt immer seltener Fälle von Internetkriminalität auf. Wie aus der Statistik von 2017 hervorgeht, nahm die Quote in diesem Bereich deutlich ab. Während 2008 von 16 231 Fällen noch 60 Prozent aufgeklärt wurden, sind die Ermittler heute nur bei etwa einem Drittel erfolgreich. Allerdings stieg die Zahl der Fälle bis 2017 deutlich auf 26 861 Straftaten im Bereich der Internetkriminalität.

  • Ein Mann tippt am auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops. Foto: Silas Stein/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann tippt am auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops. Foto: Silas Stein/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Einen Grund für die niedrigere Aufklärungsquote sieht die Polizei in einer zunehmenden Anonymität beim Verkauf im Internet. Computerbetrug sei grundsätzlich schwieriger aufzudecken als «klassisch» begangene Straftaten, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Abgeordnete der rot-rot-grünen Koalition hatten im Mai zu Internet-Kriminalität und Warenbetrug eine Anfrage an die Senatsverwaltung für Inneres gestellt.

Der Statistik nach fällt besonders der Warenbetrug ins Gewicht: Rund zwei Drittel der Straftaten im Internet zählten 2017 dazu. Warenbetrug kann sowohl Händler als auch Käufer treffen. Etwa wenn versprochene Ware in schlechter Qualität oder gar nicht erst geliefert wird. Auch Onlinehändler bleiben auf ihren Kosten sitzen, wenn Käufer auf falschen Namen bestellen und teure Waren nicht bezahlen.

In der Statistik werden nur Taten erfasst, die in Deutschland begangen wurden. Die tatsächliche Zahl liegt jedoch deutlich höher, weil viele Betrüger aus dem Ausland agieren. Dadurch wurden im vergangenen Jahr 4900 Fälle nicht mitgezählt. Solche Fälle sollen von 2019 an in die Statistik eingehen, wenn sie in Berlin aufgenommen wurden und Betroffene in Deutschland leben.

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