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Polizeianwärter sichtete im Fall Lügde Beweismaterial

22.02.2019 - Düsseldorf/Detmold (dpa) - Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde ist ein Polizist in Ausbildung mit der Auswertung von sichergestelltem Datenmaterial beauftragt worden. Es handele sich um einen Kommissaranwärter, der mit der Sichtung der Beweismittel betraut gewesen sei, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. «Dieses Vorgehen verstößt zwar nicht gegen Dienstvorschriften, ich halte es aber trotzdem für unverantwortlich - gerade in einem derart anspruchsvollen und sensiblen Fall», sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) der «Rheinischen Post». Auch andere Medien hatten darüber berichtet.

  • Blick auf ein Emblem der Polizei in NRW an einem Polizeiauto. Foto: Friso Gentsch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf ein Emblem der Polizei in NRW an einem Polizeiauto. Foto: Friso Gentsch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Missbrauchsfall in der Kleinstadt im Kreis Lippe nahe der niedersächsischen Grenze hat sich zu einem Polizeiskandal entwickelt. Reul hatte am Donnerstag eingeräumt, dass 155 Datenträger, die als Beweismaterial gelten, seit Wochen verschwunden seien. Ein Sonderermittler mit vier Mitarbeitern des Landeskriminalamts (LKA) soll den Verbleib der Datenträger klären. Die Beamten überprüften nun auch den Einsatz des Polizeianwärters, sagte die Ministeriumssprecherin am Freitag. Sie machte keine Angaben, ob weitere Ermittler mit der Sichtung der großen Datenmengen betraut gewesen seien.

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