Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

SPD-Bürgerschaftsfraktion wählt Kienscherf zum Vorsitzenden

09.04.2018 - Die Wahl soll Einigkeit in der SPD-Fraktion symbolisieren. Deshalb hatte Milan Pein seine Kandidatur noch zurückgezogen und der Weg für Dirk Kienscherf zum Vorsitz freigemacht. Am Ende erhält dieser 84,5 Prozent der Stimmen.

  • Dirk Kienscherf guckt in die Kamera. Foto: Daniel Bockwoldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dirk Kienscherf guckt in die Kamera. Foto: Daniel Bockwoldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hamburg (dpa/lno) - Dirk Kienscherf ist neuer Chef der SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft. Der 52-jährige Parlamentarische Geschäftsführer erhielt am Montagabend 84,5 Prozent der Stimmen seiner Fraktionskollegen, wie ein Sprecher nach der geheimen Wahl mitteilte. Demnach stimmten 49 Abgeordnete für und 5 gegen ihn; es gab 4 Enthaltungen. Kienscherf sprach von einem guten Ergebnis, das «zugleich Ansporn für die kommenden zwei Jahre» sei. «Wir wollen eine Stadt der Chancen und Perspektiven für alle sein, dafür werde ich mich gemeinsam mit den 58 weiteren Abgeordneten meiner Fraktion mit ganzer Kraft einsetzen.» Zugleich dankte er seinem Amtsvorgänger Andreas Dressel, der seit Ende März neuer Finanzsenator ist.

Vom grünen Koalitionspartner im Senat gab es Glückwünsche. Er werde mit Kienscherf ebenso vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeiten wie mit Dressel, sagte der Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks. «Nachdem die Mannschaft jetzt wieder komplett und sortiert ist, werden wir weiter hart an den wichtigsten Themen der Stadt arbeiten.»

Kienscherf wird dem Mitte-Rechts-Flügel seiner Partei zugeordnet. Der Diplomkaufmann aus Hamm hatte keinen Gegenkandidaten, nachdem der Eimsbüttler Kreisvorsitzende Milan Pein seine Kandidatur am Freitag überraschend zurückgezogen und so eine Kampfabstimmung verhindert hatte.

Über Kienscherfs Nachfolger im Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers soll vorraussichtlich bei der nächsten Fraktionssitzung entschieden werden. Dann soll das SPD-Personalkarussell, das durch den Wechsel des ehemaligen Bürgermeisters Olaf Scholz in die Bundesregierung nach Berlin angestoßen wurde, zum Stillstand kommen.

Nach der Wahl des früheren Finanzsenators Peter Tschentscher zum Ersten Bürgermeister, und der Kür Dressels zu dessen Nachfolger, war der Posten des Fraktionschefs vakant. Zwischenzeitlich hatte die dienstälteste stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ksenija Bekeris kommissarisch die Leitung übernommen.

Kienscherf, der auch Fachsprecher der Fraktion für Stadtentwicklung ist, wird künftig eng mit Tschentscher und Melanie Leonhard zusammenarbeiten, die den Vorsitz im SPD-Landesverband von Scholz übernommen hatte.

Das könnte Sie auch interessieren