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Weiter Zoff in der Nord-AfD um Sayn-Wittgenstein

02.01.2019 - Bei der AfD im Norden fliegen weiter die Fetzen. Landtagsfraktionschef Nobis attackiert die Ex-Landesvorsitzende Sayn-Wittgenstein. Auch der Bundesvorsitzende Meuthen legt nach.

  • Die ehemalige AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein im Landtag. Foto: Carsten Rehder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die ehemalige AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein im Landtag. Foto: Carsten Rehder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kiel/Berlin (dpa/lno) - In der schleswig-holsteinischen AfD geht die innerparteiliche Schlammschlacht auch nach dem Rücktritt der Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein weiter. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Jörg Nobis, warf ihr auf Facebook vor, sie verbreite Unwahrheiten. Dem von Sayn-Wittgenstein geführten Landesvorstand bescheinigte Nobis zudem «unpolitischen Müßiggang». Auf Facebook wurde Nobis wegen seiner öffentlichen Kritik am Mittwoch offenkundig von Mitgliedern und Anhängern der Partei teils auch heftig kritisiert.

Sayn-Wittgenstein hatte am Dienstag offiziell ihren Rücktritt vom Landesvorsitz bekanntgegeben, nachdem ihr der Bundesvorstand im Dezember die Ausübung des Amtes untersagt hatte. Die 64-Jährige hatte 2014 für einen Verein geworben, der mittlerweile auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht und vom Verfassungsschutz Thüringen als rechtsextremistisch eingestuft wurde. Deshalb wurde Sayn-Wittgenstein am 4. Dezember aus der Fraktion in Kiel ausgeschlossen. Dem Landtag gehört sie aber weiterhin an.

«Um Schaden von der Partei abzuwenden, wäre einzig und allein ihr Austritt aus der Alternative für Deutschland konsequent und folgerichtig gewesen», schrieb Fraktionschef Nobis in seinem Facebook-Eintrag. «Dem Bundesvorstand liegt eine eidesstattliche Erklärung eines unserer Mitarbeiter vor, in der er detailliert schildert, wie Frau von Sayn-Wittgenstein ihm gegenüber im November 2018 (!) unmissverständlich den Holocaust geleugnet hat», hieß es weiter. «Der Mitarbeiter ist pensionierter Oberstaatsanwalt aus Kiel und selbst kein Parteimitglied.»

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen forderte Sayn-Wittgenstein am Mittwoch zum Austritt aus der Partei auf. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist gut, dass sie ihren Rücktritt als Landesvorsitzende erklärt hat, noch besser wäre es, sie würde die Partei verlassen.»

Auf die Frage, ob es ihn erschrecke, dass von Sayn-Wittgenstein im Dezember 2017 um ein Haar Co-Parteivorsitzende geworden wäre, antwortete Meuthen: «Ja.» Die damalige Überraschungskandidatin war auf einem AfD-Bundesparteitag in Hannover überraschend gegen Georg Pazderski angetreten. Sie zog ihre Kandidatur nach einem Patt schließlich zurück, als sich Alexander Gauland zur Wahl stellte.

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