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Wiesn 2018: Maß-Preis über 11 Euro erwartet

07.05.2018 - Der Bierpreis auf der Wiesn ist alljährlich ein Politikum. Auch dieses Jahr wird der Preis steigen - nicht zuletzt, weil die Wirte voraussichtlich höhere Abgaben an die Stadt zahlen müssen. Hintergrund sind die hohen Kosten für die Sicherheit.

  • Jedes Jahr steigt der Bierpreis: Diesmal soll die Wiesn-Maß über elf Euro kosten. Foto: Felix Hörhager © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jedes Jahr steigt der Bierpreis: Diesmal soll die Wiesn-Maß über elf Euro kosten. Foto: Felix Hörhager © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wiesn wird teurer - für die Wirte und in der Folge für die Gäste. Die Stadt München will die Umsatzpacht in diesem Jahr Medienberichten zufolge deutlich erhöhen.

Die Erhöhung der erst 2017 eingeführten Abgabe für die Wirte sei eine durchaus dramatische Mehrbelastung, sagte Wirtesprecher Peter Inselkammer am Montag (7. Mai). «Das ist für uns auch eine schwierige Situation.» Die Wiesnwirte hatten bereits angekündigt, dass die Mehrkosten auch zu Preiserhöhungen beim Bier und in der Gastronomie führen werden.

Münchner Zeitungen zufolge soll die zur Finanzierung der Sicherheitskosten im vergangenen Jahr neu eingeführte Abgabe bei den großen Zelten von bisher 5,1 Prozent des Nettoumsatzes auf künftig 7,8 Prozent steigen. Bei den kleinen Zelten soll sie um einen Prozentpunkt auf 6,1 Prozent steigen.

«Für die Wiesnmaß heißt das natürlich, dass sie im Preis steigen wird», sagte Inselkammer. Dass der Maß-Preis heuer über elf Euro liegen wird, ist jetzt schon so gut wie klar. 2017 mussten Besucher bereits bis zu 10,95 Euro hinblättern; in der Regel steigt der Preis jedes Jahr um etwa 25 Cent.

Die Wirte wollen trotz der erwarteten Steigerungen darauf achten, dass die Preissteigerungen moderat blieben, wie Inselkammer betont. «Wir können nicht alles über die Preise abbilden. Das haben wir letztes Jahr nicht getan, das werden wir auch dieses Jahr nicht tun.»

Schon 2017 hatten die Wirte über die Umsatzpacht 50 bis über 100 Prozent mehr an die Stadt zahlen müssen als zuvor über die Standgebühr. Bei den großen Zelten soll die Umsatzpacht unbestätigten Berichten zufolge teils mit 300 000 Euro und mehr zu Buche geschlagen haben. Allerdings wird über diese Zahlen nicht öffentlich gesprochen - denn sie lassen Rückschlüsse auf die Umsätze zu.

Über die Umsatzpacht wurden die Wirte 2017 erstmals für die erhöhten Sicherheitskosten wegen der Terrorgefahr herangezogen. Unter anderem ging es um Hunderte Ordner für Kontrollen an den Eingängen, um einen mobilen Zaun und eine Lautsprecheranlage für Sicherheitsdurchsagen - alles in allem Kosten in Millionenhöhe. Voraussichtlich am 15. Mai sollen der Schlussbericht der Wiesn 2017 und das Finanzierungskonzept für die Wiesn 2018 veröffentlicht werden.

In dem Beschluss zur Einführung der Umsatzpacht vom vergangenen Jahr hatte das Wirtschaftsreferat geschätzt, dass die Sicherheit mit rund 8,6 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Eingenommen wurden aber den Medienberichten zufolge nur zwischen 6,2 und 6,9 Millionen Euro.

Das Defizit muss ausgeglichen werden - auch wenn die Kosten für die Ordner eventuell reduziert werden können. Als 2016 nach dem Amoklauf in München sowie Terroranschlägen in Paris und Brüssel, Würzburg und Ansbach schnell Kräfte gesucht wurden, mussten bis zu 60 Euro pro Stunde bezahlt werden. Dieses Jahr wurde neu ausgeschrieben; voraussichtlich soll ein anderer Bewerber zum Zuge kommen.

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