Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

«Zwischen uns die Mauer»: Was das Kino zum Mauerfall erzählt

28.09.2019 - In den Kinos läuft ein neues Ost-West-Liebesdrama an. Es ist nicht der einzige neue Film zur deutschen Teilung. Entdecken Regisseure diesen Abschnitt der Geschichte neu?

  • Anna (Lea Freund) mit ihrer Kirchen-Gruppe einen Pfarrer in Ost-Berlin besucht, verliebt sie sich in dessen Sohn. Foto: Alpenrepublik GmbH © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Anna (Lea Freund) mit ihrer Kirchen-Gruppe einen Pfarrer in Ost-Berlin besucht, verliebt sie sich in dessen Sohn. Foto: Alpenrepublik GmbH © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eigentlich kann Anna mit dem Osten nichts anfangen. «Ich war noch nie in der DDR gewesen», sagt die Schülerin zu Beginn des Films «Zwischen uns die Mauer».

Es ist das Jahr 1986 und Anna fährt mit ihrer Kirchengruppe nach Berlin. Sie interessierten vor allem Partys und besetzte Häuser im Westen der Stadt, nicht «das fremde Land hinter dem Eisernen Vorhang».

Aber es kommt anders. Als Anna (Lea Freund) mit ihrer Gruppe einen Pfarrer in Ost-Berlin besucht, verliebt sie sich in dessen Sohn Philipp (Tim Bülow). Der junge Mann mit Lederjacke und Nickelbrille denkt mehr und mehr über Flucht nach. Beide schreiben sich. Anna besucht ihn öfter. Doch bald bekommen sie große Probleme.

Regisseur Norbert Lechner («Tom und Hacke») erzählt feinfühlig von einer ersten Liebe unter schwierigen Bedingungen. Sein Film beruht auf einem autobiografischen Roman. Lechner konzentriert sich auf die junge Beziehung, aufs Bauchkribbeln und Hoffen. Das macht den Film sehenswert. Treibt das Leben Anna und Philipp auseinander?

Das Liebesdrama «Zwischen uns die Mauer» ist einer von mehreren Filmen, die auf die deutsche Teilung schauen. Im November ist es 30 Jahre her, dass die Mauer gefallen ist. Die Aufnahmen von damals rühren noch heute Menschen zu Tränen. Aber wie fühlte sich die Zeit damals an? Und was ist danach passiert?

Mehrere Filme gucken nun auf diesen Ausschnitt deutscher Geschichte. Für heutige Schüler liegt der Mauerfall ewig zurück - ein neuer Animationsfilm schaut daher aus Kinderperspektive auf den Herbst 1989. In «Fritzi - Eine Wendewundergeschichte» geht es auch um den Mut, die eigene Meinung zu vertreten (Kinostart 9. Oktober).

Im November läuft der Liebesfilm «Im Niemandsland» an. Regisseur Florian Aigner lässt den Liebesfilm zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung 1990 spielen (Kinostart 7. November). Bereits im Sommer lief «Traumfabrik» im Kino: Schauspielerin Emilia Schüler verliebt sich als Tänzerin im Studio Babelsberg in einen jungen Mann, der plötzlich durch den Mauerbau abgeschnitten wird.

Anfang November sollen einige Kinos auch nochmal Michael Bully Herbigs Drama «Ballon» zeigen: Es erzählt von zwei Familien, die mit dem Heißluftballon in den Westen flohen. Auch im Fernsehen wird die Wende wieder Thema. Das Erste plant einen Agententhriller «Wendezeit», das ZDF den Dreiteiler «Preis der Freiheit».

«Wir erzählen die Vorgeschichte zum Fall der Mauer, aus einer etwas anderen Perspektive», hatte Produzentin Gabriela Sperl im Frühjahr über den geplanten ZDF-Mehrteiler gesagt. Es gehe etwa um die Wirtschaft und die Zuspitzung innerhalb des Landes.

Mit neuen Perspektiven auf die Geschichte gucken, vor allem auf das Zwischenmenschliche, damit haben auch andere zuletzt Erfolg gehabt. Beim Deutschen Filmpreis im Mai hatte das Drama «Gundermann» mehrere Preise gewonnen: Regisseur Andreas Dresen erzählt darin die Geschichte des Liedermachers und Baggerfahrers Gerhard Gundermann (1955-1998), der auch für die Stasi arbeitete.

Er glaube, dass sich auch viele im Osten darüber freuten, sagte Dresen. Vielleicht sei es ein Zeichen, dass man nun andere Geschichten miteinander erzählen könne. «Geschichten, die komplizierter sind, die differenzierter sind, die nicht nur von Gut und Böse oder Tätern oder Opfern handeln, sondern auch von den vielen menschlichen Tönen dazwischen, die zu unserem Leben - Ost wie West - dazugehören», hatte Dresen damals gesagt.

Zwischen uns die Mauer, Deutschland 2019, 110 Min., FSK o.A., von Norbert Lechner, mit Lea Freund, Tim Bülow, Franziska Weisz, Fritz Karl, Götz Schubert

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren