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Gamerdingers Fußball-Kolumne

21.05.2019 - Das war sie nun also. Die von den Medien-Kollegen der großen Gazetten zur spannendsten Bundesliga-Saison seit 1963 hochstilisierte Saison 2018/19. Und am Ende steht das, was in den vergangenen sieben Jahren stand: Der FC Bayern ist Deutscher Fußballmeister. „Herzlichen Glückwunsch“ nach München und ein trockenes norddeutsches „Tschüß“ gen Hannover und Nürnberg, die sich – brexitmäßig – aus dem Oberhaus ins Unterhaus verabschieden und damit die Zweite Bundesliga zum x-ten Male zur „vielleicht stärksten Zweiten Liga ever“ machen. Ob nun mit dem VfB Stuttgart oder weiterhin Union Berlin, wird sich ja noch in der Relegation zeigen müssen.

  • Fast schon zu viel Kitsch: Nach seiner Einwechslung gelang Franck Ribery (r.) sein letztes Bundesligator für den FC Bayern und sicherte sich seinen neunten Meistertitel. Das ist Rekord. Am Samstag kann der Klub nun im Pokal gegen...

    Fast schon zu viel Kitsch: Nach seiner Einwechslung gelang Franck Ribery (r.) sein letztes Bundesligator für den FC Bayern und sicherte sich seinen neunten Meistertitel. Das ist Rekord. Am Samstag kann der Klub nun im Pokal gegen Leipzig nachlegen. © picture alliance / dpa / Frank Hoermann/SVEN SIMON

So ein letzter Spieltag ist ja immer etwas für die Herzen: Die einen schlagen extrem schneller, weil diese letzten 90 Minuten alles entscheiden die anderen gehen einfach auf, angesichts dieser Geschichten, die eben nur der Fußball schreiben kann.

So geschehen in Bremen, wo Claudio Pizarro schon vor dem Spiel gegen die Nicht-Pokal-Mannschaft von RB Leipzig das Weserstadion zum kochen brachte, weil er per Videobeweis, ääääh: Videobotschaft, seine Vertragsverlängerung kund tat. Und dann auch noch das letzte Saisontor zum 2:1-Sieg erzielte. Hach, da können einem schon mal die Tränen kommen.

So geschehen auf Schalke, wo sich Huub Stevens mit einem 0:0 (was sonst...?) gegen Stuttgart endgültig in den Trainer-Ruhestand verabschiedete. Dass das Aufsichtsratmitglied nun seinem Nachfolger David Wagner, der im Gegensatz zu Stevens selbst in der englischen Premier League mit dem FC Huddersfield sensationelle Erfolge feierte, seine Hilfe anbot, ist wohl eher als Drohung zu verstehen.

So geschehen in Wolfsburg, wo sich die 2009er-Meistermannschaft zum Revival-Meeting traf. Die Helden von einst, die wohl noch immer unter Muskelkater vom Training unter Felix Magath leiden, durften gleich acht Treffer gegen den FC Augsburg bejubeln. Bei der Nicht-Leistung der Fuggerstädter kamen aber selbst mir die Tränen.

Und so geschehen in Mainz, wo einigen 05ern vor Ärger über den Heimsieg gegen Hoffenheim die Tränen kamen. Denn durch das 4:2 nach 0:2 hievte Mainz ausgerechnet den ewigen Rivalen Eintracht Frankfurt auf Platz sieben und damit in den Europapokal.

Tränen lügen nicht - selbst in Bayern

Eines muss man den Münchnern ja lassen: Sie feiern die Meisterschaft immer noch, als hätten sie gerade die Champions League, den Pokal und den Titel zusammen geholt. Auch wenn einige Kollegen dem Wurstfabrikanten auf der FCB-Tribüne „Krokodilstränen“ unterstellt haben, ich glaube, Uli Hoeneß hat richtig geweint. Wie ein echter Mann halt so weint. Ob das nun den Abschiedsemotionen der drei „R’s“ (also Robbery und Rafinha) oder der ganz normalen altersbedingt gesteigerten Sensibilität, näher am Wasser gebaut zu haben, geschuldet war, überlasse ich Ihrer Fantasie. Und Hoeneß hat ja auch ein Herz für andere Klubs: Diese Woche gibt's mal wieder ein Retterspiel (diesmal auf dem Betzenberg beim 1.FC Kaiserslautern). Damit hat Hoeneß wohl so rund 30 Vereine vor dem Lizenzentzug bewahrt. Der VfL Osnabrück würde wohl ohne den Verkauf von Kwasi Okyere Wriedt nach München heute in der Regionalliga spielen - und wurde nun gerade Meister und steigt in die 2.Liga auf.

Kokettieren mit Kovac

Auch wenn ich einfach so per se etwas gegen Bayern-Anhänger habe (das meint jetzt natürlich den reinen Fußball-Fan und nicht den Menschen dahinter und/oder davor!), beeindruckten mich die rot-weißen Fahnenschwenker im Rund des Stadions. Die Art und Weise, wie sie mit ihrem (Noch-?)Trainer Niko Kovac kokettierten, machte dem Namen der „Allianz“-Arena alle Ehre. Das hätte ich denen gar nicht so zugetraut.

Der ewige Zweite

Zugetraut hatte ich dem größten Titelkonkurrenten aus Dortmund die Meisterschaft ja eh nur unter den Bedingungen, die sie nicht erfüllen konnten. Von daher lag ich in meiner Saisonprognose nicht nur hier, sondern auch da ganz gut im Rennen. Beim BVB werden sie wohl warten müssen, bis Jürgen Klopp mit Liverpool (endlich) Meister wird, bevor „Kloppo“ in den Westfalenpark zurückkehrt, um die Schwarz-Gelben zu alter Stärke zurückzuführen. So lange wird sich der BVB mit Rang zwei begnügen müssen.

Fortuna brauchten sie nicht

Davon ist man selbst am längsten Tresen der Welt meilenweit entfernt. Aber dort, wo dieser Tresen steht, da kommt für mich diese Saison der Meister der Herzen her: Düsseldorf. Dank seines herum eiernden Vorstands ist Friedhelm Funkel zwar im Laufe der Saison völlig ergraut, kann aber dafür auf sich und seine Mannschaft verdammt stolz sein. Auch wenn Campino lieber den überragenden Liverpooler Einzug ins Champions-League Finale abfeierte – er und seine Band-Kollegen wissen ganz genau, dass die Leistung der Düsseldorfer Fortuna alles andere als „Tote Hose“ war und gar nicht hoch genug zu wertschätzen ist. Denn es war kein Glück, dass die Rheinländer schon frühzeitig den Klassenerhalt feiern ließ, sondern astreine Teamarbeit von Trainer und Mannschaft. Und deshalb geht mein zweiter Glückwunsch an den „grauen Panther“, Friedhelm Funkel!

Lachender Dritter

Wenn zwei sich streiten, soll sich ja bekanntlich der Dritte freuen. So geschehen in Liga zwei, wo sich der Ex-Dino der Bundesliga aus Hamburg so lange mit dem letztlich zahnlosen Trainer Hannes Wolf gegen den sofortigen Wiederaufstieg wehrte, bis es ein Spieltag vor Tor(e)schluss endlich geschafft war. Und da der lange Zeit ärgste Konkurrent im Aufstiegskampf aus Berlin ebenfalls das Punkten weitestgehend eingestellt hatte, freute sich am Ende der SC Paderborn, Und zwar wie Bolle – und zwar zu Recht: Bundesliga-Aufstieg, direkter Abstieg, durchgereicht in Liga 3, dort auf einem Abstiegsplatz (der Lizenzentzug für 1860 München rettete den Klub), Wiederaufstieg, Durchmarsch in Liga 1! Eine Vita, die nur der Fußball so malen kann. Eine Vita, die anderen Vereinen Mut machen sollte, aber vor allem eine Vita, die höchsten Respekt verdient. Und da ja auch aller guten Dinge derer Drei sein sollen, geht der dritte Glückwunsch nach Ostwestfalen: „Klasse, SC Paderborn – großartige Entwicklung, großartige Arbeit! Ihr habt eine ganz besondere Fußball-Geschichte geschrieben!!!“ Da kommen mir ja schon fast wieder die Tränen...

Apropos schreiben: Hier geht's natürlich auch weiter, denn der Ball rollt immer. Schließlich haben wir noch viel zu diskutieren: Trainer, Videobeweis, DFB-Pokal, Champions League, Länderspiele, Frauen-WM in Frankreich (mit Pferdeschwanz...) oder auch gern den Afrika-Cup, der ja in diesem Jahr in meinem bevorzugten Urlaubsland Ägypten stattfindet...

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