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Nach Schlaganfall und Herzinfarkt droht Trauma

10.04.2019 - Ein Schlaganfall geht selten ganz spurlos vorüber. Sogar auf der Seele kann er Narben hinterlassen. Gerade Jüngere haben nach dem Anfall häufig ein Trauma - weil sie das Vertrauen in ihren Körper verlieren.

  • Betroffene können nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt das Vertrauen in ihren Körper verlieren. Das führt oft zu Panikattacken. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Betroffene können nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt das Vertrauen in ihren Körper verlieren. Das führt oft zu Panikattacken. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein überstandener Herzinfarkt oder Schlaganfall kann bei Betroffenen ein Trauma verursachen. Wie äußert sich das und was kann man dagegen tun?

10 bis 20 Prozent der Patienten entwickeln nach solchen lebensbedrohlichen Krankheiten eine Posttraumatische Belastungsstörung, sagt Prof. Robert von Känel, Klinikdirektor am Universitätsspital Zürich, in der Zeitschrift «Good Health».

Die Schwere des Infarkts oder Anfalls spielt dabei keine Rolle, so der Experte. Entscheidend ist, wie bedrohlich die Patienten ihn selbst erlebt haben. Jüngere entwickeln ein solches Trauma dabei eher als Ältere, Frauen etwas häufiger als Männer. Und auch Angehörige von Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Patienten können ein Trauma entwickeln - unabhängig davon, ob die Betroffenen das selbst tun.

Trauma-Betroffene verlieren das Vertrauen in ihren Körper, erklärt der Experte. Das äußert sich zum Beispiel in Form von Panikattacken, Schlafstörungen aus Angst vor weiteren Anfällen, oder auch in Form von Gleichgültig- und Teilnahmslosigkeit. Damit drohen auch weitere gesundheitliche Konsequenzen: So wollen sich die Betroffenen zum Beispiel nicht an ihre Krankheit erinnern - und nehmen wichtige Medikamente deshalb seltener oder sogar gar nicht.

Von alleine heilt eine Posttraumatische Belastungsstörung oft nicht, so von Kränel. Einmal erkannt, ist das Trauma aber in vielen Fällen gut behandelbar - teils mit Medikamenten, oft auch allein durch eine Therapie (Ausgabe 4/2019).

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