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Urban Jungle in Fernost

14.12.2018 - Die Häuser so hoch wie in Downtown Manhattan, die Straßen so eng wie in der Altstadt von Lissabon und alles noch viel voller: Für Touristen und Spieler ein Traum, ist Macau für Autofahrer vor allem ein Abenteuer. Wir haben es mit einem Porsche Macan gewagt.

  • Mit dem Porsche Macan durch Macau © Benjamin Bessinger /

    Mit dem Porsche Macan durch Macau © Benjamin Bessinger / SP-X

  • Beeindruckende Häuserschluchten © Benjamin Bessinger /

    Beeindruckende Häuserschluchten © Benjamin Bessinger / SP-X

  • Natürlich gibt es auch in Macau ein Porsche Zentrum © Benjamin Bessinger /

    Natürlich gibt es auch in Macau ein Porsche Zentrum © Benjamin Bessinger / SP-X

  • Blick über den Laptop auf die Rennstrecke von Macau © Benjamin Bessinger /

    Blick über den Laptop auf die Rennstrecke von Macau © Benjamin Bessinger / SP-X

  • Ein Porsche Cayman in Macau © Benjamin Bessinger /

    Ein Porsche Cayman in Macau © Benjamin Bessinger / SP-X

  • Ein Formel-Rennauto in der Lobby eines großen Hotels in Macau © Benjamin Bessinger /

    Ein Formel-Rennauto in der Lobby eines großen Hotels in Macau © Benjamin Bessinger / SP-X

SP-X/Macau. Wer ein bisschen Benzin im Blut hat, der kennt diese Ecke schon aus dem Fernsehen oder von der Playstation. Denn nur sieben Meter breit und so scharf, dass hier sogar ein dauerhaftes Überholverbot herrscht, ist die Lisboa-Kurve eine Schlüsselstelle beim Grand Prix von Macau und mit einem Tempo von 50 km/h obendrein die wohl langsamste Kurve im internationalen Motorsport. Doch wenn nicht gerade Formel 3, Tourenwagen oder GT-Renner über den Guia fahren, ist man hier noch langsamer unterwegs. Denn von 50 km/h kann man im Stadtverkehr der ehemaligen portugiesischen Kolonie eine Fährstunde von Hongkong entfernt nur träumen. Zwar sind die Straßen entlang des Ufers auf den drei Inseln breit und so gut ausgebaut, dass sie des Verkehrs außerhalb der Stoßzeiten gut Herr werden – zumal die vielen Fußgänger in der Regel dank Überführungen die Seiten wechseln, ohne den Fluß der Autos zu stören. Doch wenn man auch nur ein, zweimal abbiegt, steckt man plötzlich in Gassen, kaum breiter als ein Auto selbst und zu alle Übel noch mit Rollern oder anderen Hindernissen zugestellt. Spätestens da wünscht man sich für ein einziges Mal auf den Grand-Prix-Kurs, damit man auch mal ungehindert Gas geben kann in der ehemaligen Kolonie, die heute vor allem von den Casinos lebt. Als einzige Glückspiel-Metropole in ganz China machen sie hier mit Roulette & Co ein Vielfaches des Umsatzes, den Häuser wie das Whynn oder das Circus Circus in Las Vegas machen. Der Fuhrpark in Macau ist dabei so bunt wie die Stadt selbst: Unter den rund 240.000 in dem Stadtstaat registrierten Autos gibt ebenso funktionale wir skurrile Mini-Mobile aus Japan, die Taxen sind von Hyundai, Toyota oder Mazda und für Audi, BMW und Mercedes laufen die Geschäfte augenscheinlich auch nicht schlecht. Dazwischen surren wie Ameisen mehr Roller als in Mailand oder Rom und wie es sich für eine Casino-Kapitale gehört, darf auch die Fraktion der PS-Poser nicht fehlen – nicht umsonst hat der schillernde Impressario Stephen Hung für sein Luxushotel "Louis XIII" vor ein paar Jahren auf einen Schlag 30 feuerrote Phantom bestellt und so das Peninsula in Hong Kong mit der bis dato größten Rolls-Royce-Flotte der Welt werbewirksam ausgestochen. Dazu mattschwarze Lamborghini, S-Klassen von AMG oder Brabus, jede Menge Bentley und bisweilen auch mal ein Bugatti - vor allem nachts werden die großen Straßen der Stadt zum Boulevard der eiligen Eitelkeiten. Nur von der Elektromobilität wollen sie hier augenscheinlich noch nichts wissen. Während China längst zum Schrittmacher für Stromer geworden ist, sind Akku-Autos in Macau die absolute Ausnahme - selbst wenn der Porsche-Händler pflichtschuldig eine Ladesäule im Showroom stehen hat und bei BMW brav ein i3 vor sich hin staubt. „Dafür ist die Infrastruktur einfach noch weit genug entwickelt“, sagt die lokale Porsche-Sprecherin Lam Jess. Unser Begleiter für das Abenteuer im Urban Jungle ist der Porsche Macan. Der hat erstens mit über 50 Prozent Zulassungen den größten Anteil an den rund 1.500 Autos, die der lokale Importeur in Hongkong und Macau verkauft. Zweitens ist er auch bei der hohen Besteuerung noch halbwegs bezahlbar. Und drittens klein genug, um sich im Linksverkehr überhaupt durch die schmalen Häuserschluchten zu wagen. Selten jedenfalls waren Rückfahrkamera und Park-Piepser so hilfreich wie beim Ausflug zu den berühmten Ruinen von St. Pauls. Erst recht, wenn ohnehin schon enge Sträßchen überraschend zur Sackgasse werden, weil man Navi und GPS-Empfang in den engen Häuserschluchten nie trauen kann und weil übers Wochenende die halbe Stadt für den Grand Prix gesperrt ist. Da ist es auch kein Schaden, dass man vor allem in der Altstadt selten über Schritttempo hinauskommt. Und auch, dass die meisten Straßen nur in eine Richtung befahren werden dürfen, macht die Sache etwas leichter. Aber in Macau ist nicht jede Straße voll. Ausgerechnet die spektakulärste Magistrale ist sogar gespenstisch leer: Die Brücke nach Hongkong. Sie ist zwar mit insgesamt 55 Kilometern die längste der Welt und eine buchstäblich große Touristenattraktion. Doch weil Autofahrer sieben Anträge bei drei unterschiedlichen Behörden ausfüllen müssen und die Genehmigungen streng reglementiert werden, ist fast niemand darauf unterwegs – und der Macan hat endlich freie Fahrt.

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