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«Nasses Schießpulver»: Clásico-Nullnummer beunruhigt Spanien

19.12.2019 - Das letzte 0:0 in einem Clásico hatte es zuletzt vor 17 Jahren gegeben. Dass mit Stürmern wie Messi, Suárez, Griezmann, Bale und Benzema im Camp Nou kein Tor fiel, ist mit Blick auf die Champions League bedenklich. Und befeuert Gerüchte um einen Deutschen.

  • Weiße Überzahl: Barcas Lionel Messi (r) sieht sich Casemiro (l) und Toni Kroos gegenüber. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Weiße Überzahl: Barcas Lionel Messi (r) sieht sich Casemiro (l) und Toni Kroos gegenüber. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit der ersten Nullnummer in einem Clásico seit fast 20 Jahren konnte auch Toni Kroos nichts anfangen.

«Zufrieden mit dem Spiel, nicht mit dem Ergebnis», twitterte Real Madrids deutscher Nationalspieler nach dem Remis beim Erzrivalen FC Barcelona am Mittwochabend im Camp Nou. Zwar bleibt die Primera División durch das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Vorzeigeclubs spannend wie seit Jahren nicht. Aber vor allem mit Blick auf die Champions League werden Sorgen laut.

Die Nachrichtenagentur Europa Press machte bei den «Granden» der LaLiga «nasses Schießpulver» aus und sprach von einer «Tordürre». Die Fachzeitung «Sport» titelte auf Seite eins: «Viel Lärm und wenig Clásico». Das Renommierblatt «El Mundo» sah sogar einen «Clásico der Ohnmacht».

Real-Trainer Zinedine Zidane, dessen Team um Regisseur Kroos und die Top-Stürmer Gareth Bale und Karim Benzema in der ersten Hälfte haushoch überlegen war und Chancen für mehrere Spiele vergab, klagte nach dem Abpfiff: «Mit dem Remis bin ich nicht zufrieden. Wenn du so viele Chancen hast, musst du den Ball reinmachen.» Aber dann wiegelte der Franzose ab, beunruhigt sei er nicht. «Mal schießt du zwei, drei Tore, mal keins.»

Die Königlichen, die im wohl spektakulärsten Achtelfinal-Duell der Königsklasse auf Manchester City mit dem alten Erzrivalen, Ex-Barça-Coach Pep Guardiola treffen, haben nach 17 Ligaspielen 33 Tore auf dem Konto. Das klingt zunächst nicht schlecht. Aber die Fans sind aus den Cristiano-Ronaldo-Zeiten daran gewöhnt, dass ihr Team im Schnitt trotz seltener Liga-Titelgewinne (nur zwei in den vergangenen elf Jahren) 2,5 bis drei Mal pro Begegnung trifft. «Vorne hat Madrid Probleme», stellte die Hauptstadt-Sportzeitung «AS» in einem Leitartikel unumwunden fest.

Zum Glück steht die Abwehr der Madrilenen mit nur zwölf kassierten Tore sehr gut. Doch die vielen vergebenen Chancen, die bereits wichtige Punkte gekostet haben, befeuern Gerüchte. Einige Medien schrieben dieser Tage, Real sei sich mit RB Leipzig bereits über den Wechsel von Timo Werner einig. Die Ablöse soll bei 80 Millionen Euro liegen.

Der FC Barcelona hat in dieser Saison sogar 43 Tore erzielt. Aber die Statistik bereitet vor dem CL-Duell gegen den SSC Neapel dennoch Sorgen. Die Superstars Lionel Messi, Luis Suárez und Antoine Griezmann und das ganze Team blieben gegen Madrid zum fünften Mal in dieser Saison torlos. In den letzten 23 Clásicos seit dem 0:0 von 2002 hatte Barça immer mindestens ein Tor erzielt - oft aber drei, vier und sogar bis zu sechs Treffer geschafft.

Die katalanische Zeitung «Mundo Deportivo» beklagte am Donnerstag einen «überraschenden Tormangel» des Teams um Nationaltorwart Marc-André ter Stegen. Diese Quote sei «nicht normal». Immerhin: Auch am Mittwochabend hätten Tore fallen können, wenn nicht müssen: Die Abwehrroutiniers Gerard Piqué (Barcelona) und Sergio Ramos (Madrid) klärten jeweils auf der Linie. Barcelona-Trainer Ernesto Valverde war deshalb davon überzeugt: «Uns hat das Glück gefehlt, das wir voriges Jahr beim 5:1 (gegen Real) hatten.»

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