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Mit Kroos-Gala: Real-Triumph im Geister-Clásico

25.10.2020 - Mit einer Kroos-Gala zieht sich Real Madrid dank eines Erfolgs im ersten Geister-Clásico der Geschichte aus der Krise. Vorerst. Denn am Dienstag steht in Mönchengladbach ein weiteres «Finale» an. Bei Barça herrscht derweil riesengroße Empörung - und auch Unruhe.

  • Real Madrid entschied den Geister-Clásico gegen den FC Barcelona für sich. Foto: David Ramirez/DAX via ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Real Madrid entschied den Geister-Clásico gegen den FC Barcelona für sich. Foto: David Ramirez/DAX via ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

So viel Anerkennung bekommt auch ein Toni Kroos nicht jeden Tag. Für die Bilder, mit denen der deutsche Nationalspieler von Real Madrid auf Instagram den 3:1-Sieg im Clásico beim FC Barcelona feierte, gab es in wenigen Stunden mehr als 800.000 «Gefällt-mir»-Herze.

«Großartig» und «Man of the match», lobten die Fans. «Kroos hat Real im Camp Nou mit seiner besten Fassung angeführt», schrieb die Fachzeitung «AS». Kontrastprogramm derweil in Barcelona: Das dritte sieglose Liga-Spiel in Serie löste im Club von Superstar Lionel Messi Unruhe aus.

Den Erfolg hatte Madrid nach zwei Heim-Pleiten - dem 0:1 gegen Liga-Neuling FC Cádiz und dem 2:3 zum Champions-League-Auftakt gegen Donezk - und vor dem Königsklassen-Duell am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach dringend nötig. Trainer Zinedine Zidane stand nämlich laut Medien kurz vor dem Rauswurf. Bei einer Niederlage in Barcelona wäre Clubboss Florentino Pérez der Kragen geplatzt, hieß es. «AS» und das Konkurrenzblatt «Marca» sprachen beide am Sonntag in großen Lettern von einer «Wiedergeburt».

Wegen der sensationellen Niederlage im ersten Match ist das Spiel bei Gladbach für Zidane und Real allerdings ein weiteres «Finale». Bei einer neuen Niederlage droht dem spanischen und europäischen Rekordmeister das Aus in der Vorrunde. Das weiß auch Kapitän Sergio Ramos: «Wir dürfen noch nicht protzen. Das waren nur drei Punkte», sagte der 34 Jahre alte Abwehrchef. An Party will man nicht denken. «Jetzt denken wir nur an Gladbach», sagte Torwart Thibaut Courtois.

Im ersten Geister-Clásico der Geschichte zeigten die Madrilenen keine brillante, aber eine sehr solide Leistung. Kroos dirigierte die Offensive mit vielen guten Pässen, gab zwei gefährliche Schüsse ab. Und er «krempelte die Ärmel hoch» (O-Ton «AS») und rackerte energisch wie selten nach hinten. Kroos beging sogar drei Fouls, so viele wie bei Real sonst nur Abwehrmann Nacho. Fede Valverde (5.), Ramos (63./Foulelfmeter) und Luka Modric (90.) erzielten Madrids Tore.

Beim FC Barcelona, das eine magere Leistung zeigte, gab es eher weniger Selbstkritik - dafür aber um so mehr Empörung und Beschimpfungen. Der Grund? Der umstrittene Elfmeter-Pfiff von Juan Martínez Munuera zugunsten der Gäste beim Stand von 1:1. Bei einer Ecke zerrte Clément Lenglet in seinem Strafraum zwar am Trikot von Ramos, aber nicht nur im Lager des FC Barcelona, sondern auch Medienkommentatoren sahen davor ein Ramos-Foul an den Franzosen.

Heimtrainer Ronald Koeman witterte sogar Verschwörung. «Das war kein Elfmeter. Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, er solle mir einmal erklären, wie das mit dem VAR funktioniert. Weil in fünf Spielen wurde der bisher nur gegen uns benutzt.» Ein ranghoher Funktionär des Clubs äußerte sich noch drastischer. Xavi Vilajoana, Kandidat bei den im nächsten Frühjahr anstehenden Präsidentschaftswahlen des Vereins, sprach von einem «verdammten Skandal» und beleidigte den Schiedsrichter aufs Übelste. Später entschuldigte er sich, betonte aber, er bleibe dabei, dass es sich um einen «Skandal» handele.

In Barcelona liegen die Nerven blank. Man hat weniger Spiele als die Konkurrenz, aber dennoch schmerzt Tabellenplatz zwölf sehr. Messi, der seit sechs Clásicos nicht mehr gegen Real getroffen hat und in der laufenden Liga-Saison nur ein Tor auf dem Konto hat, hüllt sich nach dem Wechseltheater im Sommer in Schweigen. Zu allem Übel soll es im Kader Streit wegen der vom Verein vorgeschlagenen Corona-Gehaltsskürzungen geben. Am Mittwoch gibt es in Turin die Chance auf Wiedergutmachung.

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