Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

06.12.2019 - Die Wut in Frankreich über Macrons Rentenpläne ist nicht verpufft: Kaum ein Zug rollt im Land - für das Wochenende sind die Aussichten ebenfalls düster. Und die Gewerkschaften wollen weitermachen - sie haben schon ein neues Datum für eine Massenprotest im Auge.

  • Protest in Paris: Ein Skelett in einer Richterrobe und einem Schild mit der Aufschrift «Macron hat mich getötet». Foto: Michel Euler/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Protest in Paris: Ein Skelett in einer Richterrobe und einem Schild mit der Aufschrift «Macron hat mich getötet». Foto: Michel Euler/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten und Demonstranten stoßen in der Pariser Innenstadt zusammen. Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten und Demonstranten stoßen in der Pariser Innenstadt zusammen. Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten formieren sich in Paris inmitten einer dichten Rauchwolke. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten formieren sich in Paris inmitten einer dichten Rauchwolke. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Bei den Demonstrationen gegen die geplante Rentenreform in Frankreich kam es zu Ausschreitungen. Foto: Thibault Camus/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bei den Demonstrationen gegen die geplante Rentenreform in Frankreich kam es zu Ausschreitungen. Foto: Thibault Camus/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die geschlossene Metro-Station «Opéra» in Paris. Foto: Christian Böhmer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die geschlossene Metro-Station «Opéra» in Paris. Foto: Christian Böhmer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Demonstranten tragen ein Plakat mit der Aufschrift «Battre Macron en Retraite» (sinngemäß: «Macron zum Rücktritt zwingen»). Foto: David Vincent/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstranten tragen ein Plakat mit der Aufschrift «Battre Macron en Retraite» (sinngemäß: «Macron zum Rücktritt zwingen»). Foto: David Vincent/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizeifahrzeuge parken am Arc de Triomphe in Paris. Foto: Francois Mori/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizeifahrzeuge parken am Arc de Triomphe in Paris. Foto: Francois Mori/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Eisenbahner hält Fackeln während eines Streiks im Alten Hafen von Marseille. Foto: Daniel Cole/ap/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Eisenbahner hält Fackeln während eines Streiks im Alten Hafen von Marseille. Foto: Daniel Cole/ap/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Bahn frei: Während des Streiks ist nichts los auf den Champs-Élysées. Foto: Francois Mori/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bahn frei: Während des Streiks ist nichts los auf den Champs-Élysées. Foto: Francois Mori/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Protest gegen die Rentenreform in Frankreich dauert an: Am Freitag kam es im ganzen Land im Nah- und Fernverkehr erneut zu massiven Behinderungen.

Im Großraum Paris staute sich der Verkehr am Abend auf 600 Kilometern, wie der Sender Franceinfo berichtete. Auch am Wochenende soll es wieder erhebliche Störungen bei der Bahn geben. Während die Gewerkschaften die nächste Massendemonstration planen und zu neuen branchenübergreifenden Streiks aufrufen, verteidigt die Regierung ihre Reformpläne.

Am Donnerstag waren in ganz Frankreich bei einem der größten Proteste seit Jahren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Rentenpläne von Präsident Emmanuel Macron und der Regierung zu demonstrieren. Der öffentliche Verkehr war fast komplett lahmgelegt - auch am Freitag rollte fast kein Zug.

Mit der Rentenreform will die Mitte-Regierung Privilegien für bestimmte Berufsgruppen wie die Eisenbahner beim Rentenalter auf längere Sicht beenden. Neben der normalen Rentenversicherung gibt es in Frankreich 42 Einzelsysteme, die Sonderregelungen mit sich bringen. Außerdem will die Regierung Anreize geben, länger zu arbeiten.

Die Behinderungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr dauern an. «An diesem Wochenende haben wir mehr oder weniger die gleichen Störungen wie an den vergangenen Tagen», sagte die Sprecherin der französischen Staatsbahn SNCF, Agnès Ogier. Das bedeute, 10 bis 15 Prozent des normalen Verkehrs. Das hat auch schwerwiegende Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen Frankreich und Deutschland. Auch die Metros der Pariser Verkehrsbetriebe RATP werden mindestens bis Montag bestreikt.

Die Gewerkschaften bereiten unterdessen eine weitere Großdemonstration für kommenden Dienstag vor - vom Invalidendom zum Platz Denfert-Rochereau im Süden der französischen Hauptstadt. Der zweite große Protesttag wäre eine Gelegenheit für noch mehr Arbeiter, sich der Bewegung anzuschließen, sagte Catherine Perret von der Gewerkschaft CGT. Bernadette Groison von der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes FSU betonte, dass es sich nicht um eine Mobilisierung für nur wenige Tage handele. Auch Polizeigewerkschaften forderten ihre Anhänger auf, die Proteste fortzusetzen.

Unterdessen machte die Regierung deutlich, dass sie an ihren Reformplänen festhalten will. Premierminister Édouard Philippe verteidigte die Einführung eines einheitlichen Systems, das Privilegien für bestimmte Berufsgruppen beenden soll. Er betonte außerdem, dass die Franzosen länger arbeiten müssten. «Die sehr große Vielfalt der Systeme, der 42 derzeitigen Systeme, kann nicht fortgesetzt werden», betonte er. Der Premier kündigte eine schrittweise Umsetzung an, die ohne Brutalität erfolgen solle. Die genauen Pläne sollen am kommenden Mittwoch vorgestellt werden.

Am Freitag streikten bei der SNCF knapp ein Drittel aller Mitarbeiter. So hätten gut 87 Prozent der Lokführer und 80 Prozent der Schaffner die Arbeit niedergelegt, teilte das Unternehmen mit. Auch die Zugverbindungen von und nach Deutschland waren weiter gestört. Ein Großteil der Metro- und Tramlinien in Paris wurde nicht bedient, lediglich auf den zwei vollautomatisch betriebenen Linien gab es keine Einschränkungen.

In den Ölraffinerien im Westen des Landes entspannte sich die Lage Berichten zufolge allmählich. Sie waren im Zuge der Proteste ebenfalls blockiert worden. In den Regionen gab es zwischenzeitlich Befürchtungen, dass das Benzin knapp wird.

Mit Blick auf den Ukraine-Gipfel, der am Montag in Paris stattfinden wird, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass man keine Gefahr für das Treffen sehe. «Wir sind davon überzeugt, dass die französischen Behörden alle notwendigen Vorkehrungen dafür treffen werden», sagte er russischen Agenturen zufolge. Neben Macron als Gastgeber werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj, an dem Gipfel teilnehmen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren