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Demonstranten stürmen Tagebau Garzweiler

22.06.2019 - Schüler, Naturschützer und Aktivisten: Tausende demonstrieren am Tagebau Garzweiler. Das Bündnis «Ende Gelände» stürmt mit Hunderten das Abbaugebiet - und verletzt nach Angaben der Polizei mehrere Beamte. Die Demonstranten versuchten zudem, Gefangene zu befreien.

  • Eine Aktivisten-Gruppe hatte sich am Vormittag mit rund 1600 Leuten Richtung Jackerath im Süden des Tagebaus aufgemacht. Einige von ihnen gelangten in den Tagebau Garzweiler. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Aktivisten-Gruppe hatte sich am Vormittag mit rund 1600 Leuten Richtung Jackerath im Süden des Tagebaus aufgemacht. Einige von ihnen gelangten in den Tagebau Garzweiler. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Umweltaktivisten schützen sich mit Rettungsdecken vor der Sonne, nachdem sie im Tagebau Garzweiler von Polizisten eingekesselt wurden. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Umweltaktivisten schützen sich mit Rettungsdecken vor der Sonne, nachdem sie im Tagebau Garzweiler von Polizisten eingekesselt wurden. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Zahlreiche Umweltaktivisten laufen in den Tagebau Garzweiler, nachdem sie die Polizeisperre durchbrochen haben. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zahlreiche Umweltaktivisten laufen in den Tagebau Garzweiler, nachdem sie die Polizeisperre durchbrochen haben. Foto: Marcel Kusch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten versuchen, einen Aktivisten am Betreten des Tagebau Garzweiler zu hindern. Foto: David Young © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten versuchen, einen Aktivisten am Betreten des Tagebau Garzweiler zu hindern. Foto: David Young © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Aktivisten laufen in Richtung Tagebau Garzweiler. Die Proteste für mehr Klimaschutz im Rheinland gehen weiter. Foto: David Young © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Aktivisten laufen in Richtung Tagebau Garzweiler. Die Proteste für mehr Klimaschutz im Rheinland gehen weiter. Foto: David Young © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • «Kohle Ausstieg 2038??? No Go Kroko»: Demonstranten im nordrhein-westfälischen Jüchen. Foto: Federico Gambarini © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «Kohle Ausstieg 2038??? No Go Kroko»: Demonstranten im nordrhein-westfälischen Jüchen. Foto: Federico Gambarini © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Aktivisten vom Aktionsbündnis «Ende Gelände» sammeln sich am Rand des Braunkohletagebaus Garzweiler. Foto: Henning Kaiser © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Aktivisten vom Aktionsbündnis «Ende Gelände» sammeln sich am Rand des Braunkohletagebaus Garzweiler. Foto: Henning Kaiser © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der trockene Boden an der Abbaukante staubt, als Dutzende Aktivisten in den Tagebau Garzweiler hinein rennen oder rutschen. Meist sind sie in weißen Papier-Overalls gekleidet.

Auf Internetvideos des Bündnisses «Ende Gelände» ist zu sehen, wie die Demonstranten am Samstag johlend und klatschend durch den Tagebau in der Nähe von Aachen laufen. Die Polizei appelliert an die Frauen und Männer stehenzubleiben. Es bestehe Lebensgefahr.

Während Tausende Teilnehmer der Fridays-For-Future-Bewegung, die erstmals an einem Samstag zusammenkommt, friedlich demonstrieren, legt es das Bündnis «Ende Gelände» am Samstagnachmittag auf die Konfrontation an. Man werde die Polizeiketten jetzt «durchfließen», heißt es auf dem Twitter-Account der Aktivisten schon am Mittag. Wenig später brechen an verschiedenen Stellen Menschen durch die Polizeiketten. Die Polizei benutzt ihrerseits Pfefferspray, um Aktivisten zu stoppen. «Ende Gelände» prangert via Twitter «Polizeigewalt» an. Die Behörden teilen in einer ersten Zwischenbilanz am Samstagabend mit, «dass acht Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte» verletzt worden seien.

Der NRW-Chef der GdP, Michael Mertens, spricht von einem «unglaublichen Leichtsinn» der Aktivisten. Die Abbaukanten im Tagebau seien auch deshalb so gefährlich, weil man oben oft gar nicht sehe, wenn darunter gar kein Grund mehr sei. «Da können Sie 40 Meter tief stürzen», so Mertens zur Deutschen Presse-Agentur. Am Samstagabend informierte die Polizei über eine versuchte «Gefangenenbefreiung» im Tagebau Jackerath und rief dazu auf, «friedlich und kooperativ» zu sein. Genaue Zahlen über Ingewahrsamnahmen konnte die Behörde zunächst nicht nennen. Am Abend habe im Tagebau Garzweiler die Räumung des Geländes begonnen. GdP-Chef Mertens lobte gleichzeitig die friedliche Demo der Fridays-For-Future-Teilnehmer.

Dem Protestmarsch der Schüler-Bewegung hatten sich am Samstagvormittag auch Familien und ältere Menschen angeschlossen. Sie machten sich am Tagebau entlang auf den Weg in das Dorf Keyenberg - eines der letzten Dörfer im Rheinischen Revier, die für einen Tagebau abgebaggert werden sollen. «Alle sind gegen Kohle, außer Peter, der gräbt noch einen Meter» hieß es auf dem Plakat eines Teilnehmers, das Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte. Die Organisatoren sprachen von 8000 Teilnehmern bei den störungsfreien Aktionen.

Eine Gruppe von «Ende Gelände» hatte sich mit rund 1600 Menschen auf den Weg gemacht. Flankiert wurde der Zug, der in Sichtweite des Tagebaus Garzweiler auf einer Straße lief, von einem starken Polizeiaufgebot. Polizeireiter waren am Ort, ein Hubschrauber kreiste - bis der Ausbruch übers Feld in den Tagebau kam.

Am Nachmittag blockierten «Ende Gelände»-Aktivisten nach Angaben der Polizei die Hambach-Bahn. Auf der Strecke wird Kohle abtransportiert. Eine weitere Bahnstrecke (Nord-Süd) wurde bereits seit Freitagabend besetzt. Mehr als 6000 Aktivisten waren nach Angaben der Bündnis-Sprecherin Kathrin Henneberger am Samstag im Revier: «Wir haben an vielen Stellen blockiert. Damit haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt: Für den Klimaschutz muss jetzt etwas passieren.»

RWE hatte nach Angaben eines Sprechers zunächst vier von sechs Produktionseinheiten inklusive Baggern aus Sicherheitsgründen gestoppt. «Das ist ein Eingriff in die öffentliche Versorgung», sagte eine RWE-Sprecher der dpa. «Aber es ist nicht so, dass wir Kraftwerke gleich abstellen müssen.»

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