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Wirecard-Bilanz 2019 lässt weiter auf sich warten

26.05.2020 - Wirecard kann noch immer keine Konzernbilanz für das vergangene Jahr vorlegen. Doch der Dax-Konzern gibt sich zuversichtlich.

  • Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Vorlage der Konzernbilanz für 2019 verschoben. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Vorlage der Konzernbilanz für 2019 verschoben. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der wegen möglicher Bilanzmanipulationen unter Druck stehende Zahlungsdienstleister Wirecard hat erneut die Vorlage der Konzernbilanz für 2019 verschoben.

Die Veröffentlichung soll nun am 18. Juni statt wie zuletzt geplant am 4. Juni erfolgen, teilte der Dax-Konzern in Aschheim bei München mit. Auch die Hauptversammlung soll später als geplant über die Bühne gehen.

Nach wie vor konnte der reguläre Wirtschaftsprüfer Ernst & Young nicht alle Prüfungen abschließen. Das Unternehmen erwartet aber weiter ein uneingeschränktes Testat und keine wesentlichen Abweichungen zu den bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen.

Wegen der Zweifel an den Geschäftspraktiken hatte Wirecard eine Sonderprüfung der Bücher für die Jahre 2016 bis 2018 durch KPMG veranlasst. Der Ende April veröffentlichte Bericht des Wirtschaftsprüfers konnte dabei nicht alle Zweifel ausräumen. Auch wenn die eigens beauftragten Prüfer bisher nicht den sprichwörtlichen «rauchenden Colt» bei den Aschheimern finden konnten - Bedenken blieben. So konnte KPMG unter anderem einige kritische Daten nicht einsehen, in einem wichtigen Teilaspekt der Prüfung konnten sich die Prüfer daher nicht zu einem Urteil durchringen.

FINANZCHEF BEDAUERT VERSCHIEBUNG

Wirecard-Finanzchef Alexander von Knoop bedauerte die Verschiebung. «Die erneute Verzögerung bei der Vorlage eines testierten Abschlusses ist mehr als ärgerlich - mit oder ohne Covid-19. Ich gehe davon aus, dass sich keine wesentlichen Abweichungen dieses sehr intensiv geprüften Abschlusses gegenüber den gemeldeten vorläufigen Zahlen ergeben.» Immerhin habe Ernst & Young Wirecard darüber informiert, dass zwischenzeitlich alle ausländischen Prüfer grundsätzlich ihre Prüfungshandlungen für Konzernzwecke finalisieren konnten.

Im Rahmen der abgeschlossenen Teile der Prüfungshandlungen wurden Wirecard bisher keine wesentlichen Feststellungen bekannt gemacht, hieß es weiter. Diese oder eine ähnliche Formulierung wählte Wirecard schon des Öfteren, wenn hinterher dennoch handfeste Fragen offen blieben oder sogar kleinere Buchungen korrigiert werden mussten wie bei einer Tochter in Singapur. Bis zum 18. Juni sollen alle Prüfungshandlungen abgeschlossen sein. Dann will Wirecard den Abschluss vorlegen und bei der Bilanzpressekonferenz vorstellen - dies hatte das Unternehmen ursprünglich bereits Ende April vorgehabt, dann aber wegen der Probleme bei der Bilanzierung verschoben.

Wegen des massiven Verlusts des Börsenwerts in den vergangenen Wochen und dem zunehmenden Druck der Investoren soll Wirecard-Chef Markus Braun, der auch mit sieben Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, formal im Vorstand etwas Macht abgeben und sich vorwiegend um die Strategie kümmern. In der obersten Führungsriege wird ihm mit dem Deutsche-Börse-Manager James Freis ein Aufpasser an die Seite gestellt, der die Einhaltung von Regeln und guter Unternehmensführung im Konzern überwachen soll. Zudem will Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann neue Vorstandsmitglieder für den Vertrieb und das Tagesgeschäft installieren.

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