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Brillanter Brit-Jazz: Nubya Garcia und Oscar Jerome

28.08.2020 - Nu-Jazz rules! Nach Ezra Collective, Shabaka Hutchings, Maisha oder Tom Misch/Yussef Dayes treten zwei weitere Top-Talente aus London mit tollen Debüts an. Vorhang auf für Nubya Garcia und Oscar Jerome.

  • Überzeugt mit ihrem Debütalbum: Nubya Garcia. Foto: Adama Jalloh © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Überzeugt mit ihrem Debütalbum: Nubya Garcia. Foto: Adama Jalloh © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ungezähmte Jazz-Spielfreude: Oscar Romero. Foto: Credit - Denisha Anderson © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ungezähmte Jazz-Spielfreude: Oscar Romero. Foto: Credit - Denisha Anderson © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der britische Nu-Jazz erlebt, vorzugsweise kombiniert mit anderen Stilrichtungen, derzeit eine Blütezeit. Nach dem Gitarristen und Sänger Tom Misch oder dem Saxofonisten Shabaka Hutchings brillieren jetzt Nubya Garcia und Oscar Jerome.

London ist der Fixpunkt für eine quirlige, genreüberschreitende Szene, zu der etwa auch Ezra Collective, Kokoroko, Kamaal Williams oder Maisha gehören. Letztere Band präsentierte bereits vor einiger Zeit die fantastische Saxofonistin NUBYA GARCIA. Die 29-Jährige legt mit «Source» (Concord Jazz) nun eines der besten Alben des Jahres vor, das auch vor Dub-Reggae, Afrobeat, Spiritual-Jazz, Soul, Cumbia und versonnenen Balladen («Together Is A Beautiful Place To Be») nicht Halt macht.

Die Frau mit dem langen Zopf und guyanisch-karibischen Wurzeln übertrifft in den neun teilweise langen Tracks noch die hohen Erwartungen, die ihrem Debütalbum ohnehin entgegengebracht worden waren. Zusammen mit dem fabelhaften Pianisten Joe Armon-Jones sowie Daniel Casimir (Bass) und Sam Jones (Drums) gelingt Garcia das Kunststück, die erhabenen Melodien eines Kamasi Washington mit den Multikulti-Beats und immigrantisch grundierten Grooves ihrer Heimatstadt London zu verbinden.

«Ich war immer neugierig». sagte die Musikerin kürzlich der «tageszeitung» (taz). «Folk und traditionelle Musik aus der Karibik haben mich schon als Kind interessiert.» Diese Neugier und natürlich die Virtuosität von Garcia und ihren Mitstreitern - inklusive mehrerer Sängerinnen - sind Garanten dafür, das «Source» nie in bequemen Retro-Jazz abgleitet, sondern bei aller harmonischen Rafinesse ungemein zeitgemäß und frisch klingt. Jetzt wünscht man sich nur umso mehr, diese Band in Deutschland bald live zu sehen.

Das gilt auch für OSCAR JEROME. Wie sein britischer Kollege Tom Misch (25), der erst kürzlich zusammen mit dem Schlagzeuger Yussef Dayes ein bärenstarkes Duo-Album abgeliefert hatte, ist auch er näher am Pop als Nubya Garcia. Mit seinem Debüt «Breathe Deep» (Caroline International) zeigt der Wahl-Londoner (25), wie gut ungezähmte Jazz-Spielfreude, funky-soulige Rhythmen und sahnige Pop-Melodien zusammengehen können. Allein seine tolle Stimme und das virtuose Gitarrenspiel beweisen, warum dieser junge Musiker zu den größten Talenten des Brit-Jazz gezählt wird.

Der momentan (und zu Recht) meistgehypte Genre-Erneuerer Kamasi Washington aus den USA lud ihn Ende 2019 als Tournee-Support ein - keine geringe Ehre. Die elf Tracks von «Breathe Deep» sind nun wunderbar luftig produziert, mit knackigen Bässen, rollenden Drums und flirrenden Gitarren. Vor allem aber ist Jerome bereits ein höchst einfallsreicher Songwriter, der etwa im Closer «Joy Is You» die titelgebende Freude mit federleicht-lässigen Vocals - einem Meister wie José James nicht unähnlich - zu transportieren weiß. Mit diesem Debüt verdient sich Jerome seinen eigenen Hype.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-319305/5

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