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RB Leipzig hat keine Zeit zum Ärgern

22.11.2020 - Nach dem 1:1 in Frankfurt peilt RB Leipzig in der Champions League einen Sieg im Champions-League-Rückspiel bei Paris Saint-Germain an. Für Frust, den Ausrutscher der Bayern nicht genutzt zu haben, bleibt keine Zeit.

  • Julian Nagelsmanns Blick geht schon in Richtung Champions League. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Julian Nagelsmanns Blick geht schon in Richtung Champions League. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den Ärger über die verlängerte Sieglos-Serie bei Eintracht Frankfurt streifte Julian Nagelsmann schnell ab. Nun soll der nächste Sieg von RB Leipzig eben bei Paris St. Germain gelingen.

«Wir wollen da gewinnen und einen großen Schritt in Richtung K.o.-Runde machen», kündigte Leipzigs Trainer nach dem 1:1 (0:1) am Main und vor dem Rückspiel in der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr) an. «Der Druck liegt eher bei Paris.» Leipzig hatte das Hinspiel gegen das Starensemble von Trainer Thomas Tuchel mit 2:1 gewonnen, zudem verlor PSG am Freitag 2:3 bei AS Monaco.

Ganz so sehr verpatzten die Sachsen ihre Generalprobe in der Fußball-Bundesliga zwar nicht, dennoch wurmte die Punkteteilung. Denn mit einem Sieg hätte RB mit Branchenprimus FC Bayern (19 Punkte) nach dessen Ausrutscher punktemäßig gleichziehen können. Stattdessen verdrängten auch noch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen (beide 18) die Leipziger (17) von Platz zwei. «Wir sind mit dem Punkt nicht zu hundert Prozent zufrieden», sagte RB-Stürmer Yussuf Poulsen. Er hatte nach dem 1:0 von Aymane Barkok (43.) in der 57. Minute ausgeglichen.

«Dieses 1:1 hat in Richtung Dienstag keine Auswirkung auf meine Gefühlswelt und die der Spieler. Ich fand unser Spiel nicht so schlecht», sagte dagegen Nagelsmann. Mehr Gedanken macht er sich über die Pariser Superstars Neymar und Kylian Mbappe, die im Hinspiel fehlten. «Wir müssen Frische haben und wachsam im Kopf sein, gerade wenn Neymar und Mbappe wieder spielen», erklärte der Coach.

Die Frage, warum Leipzig den Ausrutscher des FC Bayern nicht genutzt habe, werde oft an die Konkurrenten der Münchner gestellt. «Man holt nicht automatisch Punkte, nur weil die Bayern verlieren. Wir spielen ja nicht Elf gegen Null», erwiderte Nagelsmann. Die Vorlage von der Isar nicht verwertet zu haben, ärgerte ihn nicht all zu sehr: «Wenn es der 33. Spieltag gewesen wäre, hätte es mir viel ausgemacht, heute nicht allzu viel.»

Ähnlich sieht es sein Torwart Peter Gulacsi nach der Fortsetzung der Negativ-Serie bei den Frankfurtern, die sehr tief und kompakt standen. «Die Saison ist noch lang und wir werden noch einige Chancen bekommen - bereits in zwei Wochen können wir beim FC Bayern die zwei verlorenen Punkte wieder gut machen», sagte der Ungar.

Wenig Hoffnungen hat Nagelsmann, dass einer der zahlreichen Verletzten vor allem aus der Abwehrabteilung bis zum Paris-Spiel wieder einsatzfähig ist. «Was hinten angeht: Da gehen wir auf der letzten Rille», sagte der Coach nach dem nächsten schweren Auswärtsspiel ohne Sieg. Zuvor hatte Leipzig bei Manchester United (0:5) und bei Borussia Mönchengladbach (0:1) verloren.

Als Vorsichtsmaßnahme hatte der Coach in Frankfurt seine Innenverteidiger Jobsharing machen lassen. Die erste Halbzeit spielte Dayot Upamecano, nach dem Wechsel kam Kapitän Willi Orban. Beide hatten über muskuläre Probleme geklagt. Für Nordi Mukiele (Faserriss) und Marcel Halstenberg (Adduktorenprobleme) kommt ein Einsatz an der Seine noch zu früh. «Das sehe ich eher nicht», so Nagelsmann.

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