Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Donny McCaslin: Bowies Lässigkeit wirkt nach

10.10.2018 - Er wird wohl auf ewig der Mann sein, der Bowies Abschiedswerk fast so prägte wie der todkranke Superstar selbst: Donny McCaslin. Seine neue Platte, die zweite nach Bowies posthumem Grammy-Triumph «Blackstar», kann den Einfluss nicht verleugnen, geht aber auch eigene Wege.

  • Jazzer ohne Scheuklappen: Donny McCaslin. Foto: Jimmy Fontaine © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jazzer ohne Scheuklappen: Donny McCaslin. Foto: Jimmy Fontaine © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zusammenarbeit mit David Bowie war für den bis dahin nur Jazz-Experten bekannten Saxofonisten Donny McCaslin eine essenzielle Erfahrung. Sie mündete in «Blackstar», einem der besten Alben des Jahrzehnts - leider auch Bowies Abschiedswerk.

«Sein Ansatz im Studio war: Konzentriere Dich auf das, was Du hörst, und denk nicht darüber nach, wie die Leute es nennen oder kategorisieren», erzählt McCaslin über die legendären Sessions des schwer krebskranken Bowie mit der in einem New Yorker Club entdeckten, supertalentierten Jazztruppe 2015. Diese Lässigkeit - keine selbstgesetzten Grenzen, keine Stilschubladen - hat sich der 52-jährige US-Amerikaner nun auch für «Blow.» (Motéma/Pias) zu eigen gemacht - mehr noch als auf «Beyond Now» (2016), dem bärenstarken ersten McCaslin-Album nach «Blackstar».

McCaslin gibt auf «Blow.» wieder mächtig Gas mit seinem Sax, lässt es so röhren, kreischen, hupen und schrillen, dass es jeden Jazz-Fan begeistern wird. Dazu aber hat er Elemente von Art-Rock, Electro-Funk und sogar Hip-Hop in seinen vibrierenden Sound einfließen lassen, der gelegentlich durchaus an Bowies avantgardistische «Blackstar»-Mixtur erinnert. «Eine breite Palette von Stimmungen» sei da zum Tragen gekommen, sagt er.

Und es wird viel gesungen, was für Jazz-Puristen womöglich gewöhnungsbedürftig ist. Mark Kozelek (Red House Painters, Sun Kil Moon) sprechsingt sich in der für ihn üblichen, immer etwas wehleidig klingenden Manier durch das groovende «The Opener», Bowies langjährige Bassistin Gail Ann Dorsey zelebriert die Vocals in der abschließenden Soul-Ballade «Eye Of The Beholder», ansonsten übernehmen Jeff Taylor und Ryan Dahle das Mikro.

Die Begleitband ist wieder über jeden Zweifel erhaben, darunter mit prominenten Beiträgen die vier «Blackstar»-Mitstreiter Tim Lefebvre (Bass), Jason Lindner (Keyboards), Mark Guiliana (Schlagzeug) und Ben Monder (Gitarre).

Nun freut sich McCaslin darauf, seinen aktuellen Fusion-Sound bei Konzerten in aller Welt mit alten Fans und möglichst vielen Bowie-Verehrern zu teilen. Neben Lindner und Lefebvre werden Zach Danziger (Schlagzeug) und Jeff Taylor (Vocals, Gitarre) live dabei sein - bei Auftritten in Berlin (Quasimodo, 11.10.), Hamburg (Elbphilharmonie, 15.10.) und Salzburg (Jazz & The City, 17./19.10.).

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren