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Ein Weltmeister in Liga zwei: Zielers Comeback in Hannover

23.07.2019 - Pikanter hätte die neue Zweitliga-Saison für einen der prominentesten Spieler nicht beginnen können: Mit seinem Herzensverein Hannover 96 spielt Ron-Robert Zieler gleich am Anfang bei seinem Ex-Club VfB Stuttgart. Hannover ist für ihn das, was Stuttgart nie werden konnte.

  • Trifft zum Auftakt der 2. Liga gleich auf seinen ehemaligen Club VfB Stuttgart: Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Trifft zum Auftakt der 2. Liga gleich auf seinen ehemaligen Club VfB Stuttgart: Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Weltmeister in der Zweiten Liga - daran muss man sich nicht nur in Hannover erst gewöhnen. Ron-Robert Zieler gehörte zum deutschen WM-Kader 2014, er wurde bei Manchester United ausgebildet und er stand schon einmal bei Hannover 96 im Tor, als der Club noch in der Europa League spielte.

Mit nur 30 Jahren ist er nun zu den Roten zurückgekehrt - und das trotz des krachenden Bundesliga-Abstiegs und dann auch noch von dem Verein, der an diesem Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) der erste Gegner in der neuen Zweitliga-Saison ist: von Mitabsteiger VfB Stuttgart.

An der sportlichen Perspektive kann das nicht gelegen haben, denn Zieler sagte am Dienstag bei einem Mediengespräch in Hannover ganz klar: «Meiner Meinung nach ist der VfB der absolute Favorit auf den Aufstieg. Er hat den mit Abstand höchsten Etat und einen unheimlich hohen Anspruch an sich selbst.» Warum also dann? Warum wechselt ein Weltmeister im besten Torwartalter in die 2. Liga, wenn er nach eigener Aussage auch noch andere Angebote hatte?

Mit seine Rückkehr nach Hannover hat Zieler nicht nur eine Karriere-, sondern auch eine Art Lebensentscheidung getroffen. «Ich habe mir die Frage gestellt: Was will ich noch machen? Da war ich sehr schnell bei Hannover 96», erzählte der gebürtige Kölner. «Das heißt nicht, dass ich hier nur noch meine Laufbahn ausklingen lassen will. Ich will definitiv nochmal in der Ersten Liga spielen - und das mit Hannover. 96 ist mein Verein geworden in Deutschland. Wenn ich zum Stadion fahre, wenn ich meinen Freundes- und Bekanntenkreis hier sehe: Das ist alles so vertraut. Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und ein Verein, der einem am Herzen liegt: Das ist doch ideal.»

In Stuttgart hat sich das alles in den vergangenen zwei Jahren nicht entwickeln können. «Ich habe sehr gern für den VfB gespielt. Aber vieles ist am Ende von dem Abstieg überschattet worden. Das hat wehgetan», sagte Zieler. «Ich werde nie ein negatives Wort über den VfB sagen. Das ist ein cooler Verein mit tollen Fans und mit einem riesigen Potenzial. Aber die letzten Monate waren sehr schwierig.»

Rein sportlich gesehen gibt es viele, die befürchten: Das wird für ihn in Hannover erst einmal nicht anders. Zwar hat Zieler dort seinen früheren Trainer Mirko Slomka und seinen früheren Mitspieler Jan Schlaudraff (jetzt Sportdirektor) wiedergetroffen. Aber drei Tage vor dem Saisonstart ist der große Umbruch bei 96 noch nicht geschafft.

Die Spieler, die die Roten für Mittelfeld und Abwehr noch brauchen, können sie im Moment nicht bezahlen. Denn die Spieler, die den Verein wie Jonathas, Walace und Haraguchi unbedingt verlassen sollen, sind immer noch da. Die Verpflichtung von Zieler war Hannovers größter Coup auf einem ansonsten sehr schwierigen Transfermarkt. Und den fand bei 96 nicht einmal jeder toll. Denn die neue Nummer eins verdrängt den Mann aus dem Tor, der im Abstiegsjahr der mit Abstand beste und zuverlässigste Spieler war: den bisherigen Stammkeeper Michael Esser.

Zielers Vorgänger sucht gerade einen neuen Verein, der dritte Torwart Philipp Tschauner scheint den mit RB Leipzig bereits gefunden zu haben. Trotz dieser Unruhe sagte Zieler aber: «Wir haben einen guten Geist und einen guten Zusammenhalt in der Truppe. Von den Charakteren haben wir das Potenziel, dass hier etwas zusammenwachsen kann.»

Das einzige, was ihm noch Sorgen macht, ist die Umstellung auf die Zweite Liga. Die knallharte Spielweise dort, die starke Konkurrenz mit dem VfB Stuttgart, Hamburger SV und 1. FC Nürnberg: «Die Zweite Liga ist kein Selbstläufer. Die wird für alle ein hartes Brett», sagte Zieler. «Eigentlich gehört der VfB genau wie Hannover in die Erste Liga. Die Realität ist im Moment aber eine andere.»

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