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Hundert Milliarden Funken: Das neue Album von Max Cooper

20.09.2018 - Max Cooper liefert ein unverwechselbares neues Album mit komplex-lärmenden Tracks und sogar einigen potenziellen, aber sympathischerweise nur begrenzt eingängigen, Hits.

  • Komplexe Strukturen: Max Coopers neues Album «One Hundred Billion Sparks». Foto: Alex Kozobolis © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Komplexe Strukturen: Max Coopers neues Album «One Hundred Billion Sparks». Foto: Alex Kozobolis © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der in Belfast geborene und in London lebende Techno-Produzent und Labelbetreiber Max Cooper hat sein Album «One Hundred Billion Sparks» mit zwölf neuen Stücken veröffentlicht.

Max war mit seinen detailverliebten Produktionen schon vor knapp zehn Jahren auf seinem damaligen Stammlabel Traum Schallplatten kaum zu überhören. Sein Traum-Debüt «Harmonisch Serie» enthielt bereits die für ihn typischen verfremdeten Vocal-Samples, einen mächtigen Bass und einen dramatischen und alles verschlingenden Break. Schon auf dem heftigen Nachfolger «Stochastisch Serie», der eher zum enthemmten Headbangen als zum entspannten Tanzen einlud, zeigte er zudem seine musikalische Vielfältigkeit ohne größere Berührungsängste.

Im Jahr 2018 ist nun nach unzähligen weiteren Veröffentlichungen die Zeit für sein drittes Album «One Hundred Billion Sparks» gekommen, das sich musikalisch wie von Cooper gewohnt zwischen IDM, Experimental und Techno bewegt. Trotz der enormen Eigenständigkeit seiner Produktionen bedient er sich auf seinem neusten Longplayer allerdings den gängigen Bestandteilen eines IDM-/Techno-Albums. Es finden sich die obligatorischen Intros und Outros, die potenziellen Hits und die für den Künstler typischen, in Coopers Fall also die komplex-lärmenden, Stücke.

Zu den Intros zählen der beatlose Opener «Incompleteness», «Hope» mit seinen schneidenden Flächen und «Phi» mit seinen leiernden Sounds. Nach einer Charts-Platzierung schreit anschließend laut «Rule 110» mit seinem tiefenentspannten Groove, den erstaunlich eingängigen Cut Up Vocals und Noise-Einschüben. In eine ähnliche Hit-Richtung geht der Track «Volition», der mit seinen lieblichen Eulbergschen Glöckchensounds und den sehnsüchtigen Gesangsfragmenten die vielen umherirrenden Tonspuren allerdings nie richtig bändigen kann.

Zu den eher typischen Produktionen zählt dann der Track «Emptyset», dessen flirrenden Zufallsgenerator-Sounds durch die allmählich entstehenden Strukturen und den dominanten Bass immer mehr eingefangen werden. Ähnlich funktioniert das Stück «Identity», dessen wild hochblubbernden Tonfolgen teilweise durch den stoischen Bass gezähmt werden, das aber im letzten Drittel unter der Last seiner unzähligen dröhnenden Soundschichten fast kollabiert.

Max Cooper präsentiert mit «One Hundred Billion Sparks» ein typisches Grower-Album, das beim ersten Hören in seiner endlosen Komplexität kaum erfasst werden kann. Seinem detailversessenem Produktionsstil bleibt er damit treu und zerstreut für das mittlerweile schon leicht betagte Techno-Genre jegliche Bedenken, dass schon alles gespielt und alles gehört wurde.

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