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The Flaming Lips zeigen sich gut erholt

11.09.2020 - Konzerte der Flaming Lips sind für Livemusik-Fans eine Bank. Auf manchen Alben übertrieben sie es zuletzt mit wirren Kiffer-Klängen. Nun legt die US-Band ihre schönste Platte seit rund 20 Jahren vor.

  • Sänger Wayne Coyne (m) mit seiner Band The Flaming Lips. Foto: George Salisbury/Bella Union/PIAS/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sänger Wayne Coyne (m) mit seiner Band The Flaming Lips. Foto: George Salisbury/Bella Union/PIAS/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Live-Band sind The Flaming Lips immer genial. Riesige Ballons und viel Konfetti, kunterbunte Lichteffekte und als Krönung ein weißes (Pappmaché-)Einhorn, auf dem Sänger Wayne Coyne durch die Menge reitet - wer je eine solche Show erlebt hat, wird sie nicht vergessen.

Schnell vergessen kann man indes einige der jüngeren Studioalben der Band. Doch nun besinnt sich die derzeit siebenköpfige Experimental-Truppe aus Oklahoma wieder auf ihre Pop-Qualitäten.

«American Head» knüpft mit epischen Melodien und Coynes berührendem Falsettgesang bei Lips-Meisterstücken wie «The Soft Bulletin» (1999) oder «Yoshimi Battles The Pink Robots» (2002) an. Man erkennt in den 13 neuen Liedern stärker denn je Einflüsse von Progressive-Rockern wie Pink Floyd (deren ikonisches Album «The Dark Side Of The Moon» sie vor zehn Jahren komplett coverten) oder Yes (an deren Frontmann Jon Anderson Coynes helle Stimme enorm erinnert).

In den Texten liegen drogeninduzierte Visionen («Mother I've Taken LSD», «At The Movies On Quaaludes») und kindliche Fantasy-Elemente («Dinosaurs On The Mountain») nah beieinander - auch dies kennt man von den besten Alben dieser US-Band. Wie empathisch diese so wunderlichen Musiker aber jenseits aller Kiffer-Attitüde sind, zeigen Titel wie «Mother Please Don't Be Sad» und das abschließende «My Religion Is You». Da steckt ganz viel Herzenswärme drin.

Wer von chaotischen Machwerken wie «Oczy Mlody» (2017), «7 Skies H3» (2014) oder «The Terror» (2013) genervt war und das jüngste Album «King’s Mouth» (2019) immerhin als Schritt in die richtige Richtung empfand, darf also aufatmen. Anhänger der schrill avantgardistischen frühen Lips-Jahre könnten zwar ein Übermaß an sinfonischem Bombast und Wohlklang bemäkeln. Doch für später hinzugekommene Fans ist «American Head» eine Wohltat: endlich mal wieder eine von der ersten bis zu letzten Minute stimmige, spannende Platte.

Schade nur, dass es wegen der Corona-Pandemie mit der Live-Umsetzung dieser prächtigen Songs noch ein bisschen dauern wird. Es dürfte wieder ein großes Flaming-Lips-Spektakel werden.

© dpa-infocom, dpa:200908-99-472172/2

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