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Nur Bruder überlebte: Mutter soll fünf Kinder getötet haben

03.09.2020 - Ein Verbrechen, das sprachlos macht: Eine 27-Jährige soll in Solingen fünf ihrer Kinder getötet haben. Das jüngste war erst anderthalb. Nur der älteste Bruder (11) lebt noch. Die Mutter wollte sich umbringen. Ihr Motiv: unklar.

  • Ein Teddybär und eine Kerze vor dem Wohnhaus in Solingen. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Teddybär und eine Kerze vor dem Wohnhaus in Solingen. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten beraten vor dem Eingang des Wohnhauses, in dem die Kinder gefunden wurden. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten beraten vor dem Eingang des Wohnhauses, in dem die Kinder gefunden wurden. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Beamte der Kriminaltechnik treffen am Tatort ein. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Beamte der Kriminaltechnik treffen am Tatort ein. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • In Solingen sind in einem Haus mehrere tote Kinder gefunden worden. Foto: Gianni Gattus/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    In Solingen sind in einem Haus mehrere tote Kinder gefunden worden. Foto: Gianni Gattus/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Mutter aus Solingen soll fünf ihrer sechs Kinder getötet haben. Die Kinder wurden am Donnerstag in einer Wohnung in der Stadt im Bergischen Land gefunden, wie die Polizei in Wuppertal der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Die tatverdächtige 27-jährige Mutter hatte sich später laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und schwer verletzt überlebt. Die Mutter begleitet hatte zunächst ein weiteres Kind (11), das wohlauf sei. Die toten Kinder seien 8, 6, 3, 2 Jahre beziehungsweise ein Jahr alt gewesen.

Der Tatort liegt im Solinger Stadtteil Hasseldelle. Die Leichen wurden in einem Mehrfamilienhaus entdeckt. Die Großmutter, die im 60 Kilometer entfernten Mönchengladbach lebt, habe die Polizei kurz vor 14 Uhr informiert, teilten die Einsatzkräfte mit. Kurz zuvor habe sie noch Kontakt mit ihrer Tochter gehabt. Vor dem Haus in Solingen waren am Nachmittag zahlreiche Polizei- und Rettungswagen zu sehen. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.

Bei den toten Kindern handele es sich um drei Mädchen im Alter von eineinhalb, zwei und drei Jahren sowie um zwei sechs und acht Jahre alte Jungen, so die Polizei. Der elfjährige Sohn, der überlebt hat, befinde sich inzwischen «im sicheren Familienumfeld». Zum Vater konnte die Polizei nach eigenen Angaben Kontakt aufnehmen, näher äußerten sich die Ermittler zu ihm aber vorerst nicht.

Die tatverdächtige Mutter sei mit dem Elfjährigen zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gefahren, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Von dort aus sei der Junge allein mit einem anderen Zug Richtung Mönchengladbach zur Großmutter weitergefahren. Die 27-Jährige warf sich den Angaben der Ermittler zufolge um 13.47 Uhr vor eine S-Bahn der Linie 1. Laut einem Feuerwehrsprecher wurde die Frau zwischen zwei Gleisbetten geborgen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Frau ist laut Polizei Deutsche. Gegen 14.00 Uhr fanden die Einsatzkräfte die Leichen der fünf Kinder.

«Wir nehmen eine Straftat an und werden die Mutter dazu befragen müssen, im Moment ist sie aber noch nicht vernehmungsfähig», sagte Polizeisprecher Stefan Weiand in Solingen. «Was wann genau warum passiert ist, wissen wir noch nicht, nur, dass es eine sehr tragische Situation ist.» Auf Gerüchte, wonach die Kinder mit Tabletten getötet worden sein könnten, gingen die Ermittler nicht ein. «Wir wissen nicht, wie sie ums Leben gekommen sind», sagte ein Sprecher. Eine Obduktion soll die Todesursache klären.

Bis in den Abend war die Spurensicherung vor Ort. Die Leichen waren bis dahin noch nicht abtransportiert. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. «Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat», sagte Kurzbach gegenüber Journalisten vor Ort. Am Abend fanden sich Kurzbach und weitere Politiker verschiedener Parteien schweigend zu einer Trauerminute ein.

Auch Landesinnenminister Reul zeigte sich erschüttert: «Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden.»

Immer wieder lösen Fälle, bei denen Elternteile ihre Kinder töten, Entsetzen aus. In Nordrhein-Westfalen hatte im vergangenen April ein 41-Jähriger seine Frau sowie drei Kinder getötet und sich von einer Brücke in den Tod gestürzt.

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