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Fantastische Erlebnisse

27.11.2020 - Es hört nicht auf. Jeden Corona-Tag kann man Sachen erleben, die man so noch nie zuvor erlebt hat. Zum Beispiel mit Postboten und Männern in Fahrradhosen.

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Neulich springe ich den Postboten an, um mal mit irgendjemandem über meinen neuen Briefkasten zu sprechen. Oder um überhaupt mal wieder mit einem Mann zu sprechen. „Das ist ein sehr schöner Briefkasten“, bemerkt der Postbote freundlich. „Viel größer, als der alte. Gut gemacht.“ Dann will er weiter, aber ich bin noch nicht soweit. „Sehen Sie mal“, sage ich, „hier unten ist sogar noch ein Zeitungsfach!“ Der Postbote lächelt. „Wunderbar“ sagt er sanft, „ich freue mich schon auf die nächste Zeitung, die ich Ihnen bringen darf.“ Er ist ein guter Mensch, er weiß, was seine Kunden brauchen. Dann fährt er fort und ich sehe ihm noch lange nach, wie er beladen die Straße hinabreitet, der nächsten bedürftigen Seele entgegen.

Später wage ich mich aus dem Haus, ich brauche auf die Schnelle ein Geburtstagsgeschenk und Rosenwasser, viel Rosenwasser, denn Rosenwasser harmonisiert. Im Drogeriemarkt wimmelt es von zu dünnen Männern in engen, unhübsch gepolsterten Fahrradhosen. Sie legen ihre Fahrradhelme auch Drinnen nicht ab und tragen die Masken unter der Nase. Ein besonders verhuschtes Exemplar rempelt mich zwei Mal an, dann bin ich soweit: „So. Jetzt aber. Maske über die Nase und Abstand halten. Okay?“ Er nickt und ruckelt seinen Helm zurecht. „Nicht Helm. MASKE!“, sage ich. „Hilfe!“, sagt der Mann und zurrt seinen Helmgurt fester. „Wo sind die veganen Brotaufstriche?“ Hat dieser Mensch hoffentlich Freunde? Wer hilft ihm, über die nächste Ampel und durchs Leben zu kommen?
Am Abend falle ich erschöpft in die Badewanne und netflixe ein bisschen. Als ich das nächste Mal auf die Uhr sehe, ist es 3 Uhr 30. Der Badezusatz ‚Tiefenentspannung‘ weiß, was er tut, das darf man so sagen. Fünfeinhalb Stunden Besinnungslosigkeit im Wachzustand, hey, schon wieder eine Challenge gewonnen.

Drogeriemarkt übrigens: aus meiner Partnerschaftsbörsenzeit Anfang des Jahres habe ich noch einen Mann in der Pipeline. Wir haben uns noch nie gesehen, jetzt fragt er an, ob wir uns nicht bei Budnikowsky treffen wollen. Er schlägt vor, dass wir durch die Gänge streifen, unsere Lieblingsprodukte in einen gemeinsamen Einkaufswagen werfen und uns gegenseitig Gebrauchsanweisungen und Inhaltsangaben vorlesen. Ist das etwas bizarr oder raffiniert? Ich überlege noch.

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