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Einfach wunderbar: Die arte-Serie "Ein Wunder"

10.01.2019 - In der italienischen Mystery-Serie "Ein Wunder" von Niccolò Ammaniti werden durch den Fund einer Blut weinenden Madonnenfigur unterschiedliche Vertreter der Gesellschaft mit dem Unerklärlichen konfrontiert.

Mit seinem üppigen Programm an internationalen Netflix-Orginalserien konnte der Eindruck entstehen, dass kreative Höhenflüge in der europäischen Serienlandschaft nur dort gedeihen würden. Mit der 8-teiligen Mystery-Serie "Ein Wunder" (ab 10. Januar, 20.15 Uhr bei arte oder online in der arte-Mediathek) stellt der italienische Romanautor Niccolò Ammaniti ("Wie es Gott gefällt") jetzt in seinem Showrunner- und Regiedebüt eindrucksvoll unter Beweis, dass großes Kino-TV auch ohne Netflix-Schützenhilfe möglich ist.

 

Darum geht's in "Ein Wunder"

Als im Versteck des abgetauchten Mafiapaten Molocco (Sergio Valastro) eine Blut weinende Madonnenstatue entdeckt wird, schaltet sich Geheimdienstchef Votta (Sergio Albelli) ein, um einer Massenhysterie zuvorzukommen. Auch Italiens atheistisch-rationaler Ministerpräsident Fabrizio Pietromarchi (Guido Caprino) kann kurz vor dem EU-Referendum keine Wundermeldungen brauchen und hält die mysteriöse Marienfigur in einem leerstehenden Schwimmbad unter Verschluss.

 

Die Biologin Sandra Roversi (Alba Rohrwacher) wird damit beauftragt, das vermeintliche Wunder aufzuklären. Doch als sie entdeckt, dass es sich bei den Tränen tatsächlich um Menschenblut handelt, ist die kopfgesteuerte Wissenschaftlerin, die für ihre seit Jahren im Wachkoma liegende Mutter sorgt, nicht die einzige, die aus der Bahn des Alltaglebens geworfen wird. 

 

GOKA-Wertung

Auch wenn das scheinbar göttliche Wunder die dramaturgische Triebfeder in der Serie "Ein Wunder" spielt, ist es nicht die Aufklärung des Mysteriums, die den acht Episoden Höchstspannung verleiht. Mit seiner Sogwirkung erzeugenden Inszenierung richtet Niccolò Ammaniti das Augenmerk des Zuschauers vielmehr auf die kunstvoll verknüpften Einzelschicksale seiner Hauptfiguren, die wie Ministerpräsidentengattin Sole (Elena Lietti) oder der tief gefallene Priester Marcello (Tommaso Ragno) unterschiedlich auf den Einbruch des Unerklärlichen in unsere durchdeklinierte Welt reagieren.

 

Das durch die Bank glänzend spielende Ensemble fungiert dabei als humanisierendes Bindeglied zwischen dem ungeschönt realistischen Abbild unserer auseinanderfallenden Gesellschaft und diversen traumwandlerischen Regieeinfällen, die "Ein Wunder" im Verbund in ein kleines Serien-Wunder verwandeln. Und als Bonus gibt es Italiens Leinwand-Diva Monica Bellucci ("James Bond 007 - Spectre") als fleischgewordene Madonnen-Vision zu bewundern – mehr kann man von einer Serie nicht verlangen!

 

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