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Netflix-Serie "The Spy": Sacha Baron Cohen als Mossad-Agent

06.09.2019 - Sacha Baron Cohen, bisher eher für seine Komödien bekannt, spielt für Netflix jetzt einen tragischen Helden: "The Spy" erzählt die wahre Geschichte von Eli ben Shaul Cohen.

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		Agent Eli Cohen (Sasha Baron Cohen) © Netflix/David

    Agent Eli Cohen (Sasha Baron Cohen) © Netflix/David Lukacs

Die Netflix-Serie "The Spy" (ab dem 6. September 2019 auf Netflix) basiert auf dem wahren Leben des ehemaligen Mossad-Agenten Cohen, Die Hauptrolle spielt der mit der TV-Serie "Who Is America?" für drei Emmys nominierte Sacha Baron Cohen. GOLDENE KAMERA sprach mit ihm über die "Heldengeschichte eines Durchschnittstypen" und die Angst vor dem Spionieren.

Interview mit Sasha Baron Cohen

Wie viel wussten Sie über Eli Cohen?

Während meiner Kindheit hat mein Vater mir Geschichten über diesen Helden erzählt. Und das Buch „Unser Mann in Damaskus“ über das Leben von Eli Cohen stand in unserem Bücherregal. Ich wusste also schon sehr viel über meine Figur. Dieses Projekt kam nach dem Tode meines Vaters vor ein paar Jahren zur Sprache. Es war nicht das erste Mal, dass mir Eli Cohen als Figur angeboten wurde. Die Drehbücher von Filmversionen sprachen mich nicht an. Erst Gideon Raffs Version hat mich wirklich gefesselt.

 

Was macht diese Figur so interessant?

Die Geschichte von Eli Cohen ist irgendwie ein Superhelden-Märchen: Wie ein Durchschnittsbürger, der als Buchhalter in einem Supermarkt arbeitet, sich zu einem der erfolgreichsten Spione der modernen Geschichte verwandelt. Allerdings ist es kein Märchen, sondern basiert auf wahre Begebenheiten. Was mich besonders an Eli als Menschen faszinierte war, wie schüchtern und bescheiden er als normaler Mensch war, und wie überschwänglich als Spion, der Orgien in Damaskus schmiss. Ich spiele in „The Spy“ also zwei Rollen: den statusniedrigen sephardischen Jude. Und den argentinischen Multi-Millionär, Geschäftsmann und Playboy, der sehr respektiert ist und in den höchsten Ebenen der syrischen Gesellschaft fungiert. Wann immer Eli nach Israel zurück kehrte, fand er ein Leben praktisch in Armut vor: ohne Telefon, ohne Fernseher. Sepharden, die aus Arabien abstammten, waren damals nicht sehr hoch angesehen. Und dieser Kontrast muss sehr hart für ihn gewesen sein.

Kennen Sie als Schauspieler dieses Gefühl, dass die Rolle interessanter als das wahre Leben ist?

Irgendwie schon. Wenn ich Figuren spiele wie Ali-G oder Bruno oder Erran Morad, die ich erschaffen habe, gibt es sicherlich Momente, in denen ich meine Persona bevorzuge. Wie, zum Beispiel, im Supermarkt beim Kaufen von Klopapier (lacht). Da fragt man sich doch: „Moment mal, was mache ich hier eigentlich?“

 

Hätten Sie als Spion eine Chance?

Wahrscheinlich nicht. Alleine der Gedanke an Folter schreckt mich ab! (lacht)

 

Inwieweit unterscheidet sich Eli Cohen von anderen Spion – real oder fiktiv?

Im Gegensatz zu James Bon oder Jason Bourne, die keine Empathie besitzen oder mit Frauen Sex haben und sie dann fallen lassen, war Eli ein treuer Ehemann, der sein ganzes Leben lang nur eine Frau geliebt hat. Und selbst als Spion ist er immer menschlich geblieben, der Freundschaften bildeten mit den Menschen, die er ausspionierte. Deswegen war er sehr hin- und hergerissen, sie auszuliefern.

 

Interview: Anke Hofmann

Die Geschichte des Mossad-Agenten Cohen

Eli Cohen, 1924 in Ägypten geboren, war einer der berühmtesten israelischen Spione. Unter dem Decknamen Kamil Amil Taabs schaffte er es ab 1961, das Vertrauen syrischer Politiker und Militärs zu gewinnen. Dadurch konnte er entscheidenden Einfluss auf die größten, gegen Israel gerichteten syrischen Geheimdienstaktivitäten nehmen. Als 1965 seine Agententätigkeit entdeckt wurde, wurde er monatelang gefoltert, vom syrischen Regime zum Tode verurteilt und am 18. Mai 1965 in Damaskus gehängt.

 

Neben Sacha Baron Cohen als Hauptakteur spielt Hadar Ratzon Rotem ("Homeland") Cohens Ehefrau Nadia, die ihre Kinder allein großziehen muss und ahnt, dass etwas an dem Regierungsauftrag ihres Mannes nicht stimmt. Dessen ganzes Bestreben ist es, seinem Land zu dienen. Allerdings macht er seine Sache so gut, dass er Schwierigkeiten hat, seine doppelte Identität abzulegen.

 

Noah Emmerich (The Americans) ist als Dan Peleg, Elis Führungsoffizier beim Mossad, zu sehen. Er hadert mit seinen eigenen Schuldgefühlen für die Opfer, die Eli erbringen muss. Waleed Zuaiter (Colony) übernimmt schließlich die Rolle des Offiziers Amin Al-Hafz, der in dem Spion Cohen einen perfekten Verbündeten gefunden zu haben glaubt.

 

Für Fans von "Homeland"

Regisseur und Drehbuchautor der sechs einstündigen Episoden ist Emmy-Gewinner Gideon Raff, der unter anderem "Hatufim – In der Hand des Feindes", die Vorlage für den preisgekrönten US-Hit "Homeland", schrieb. 

 

 

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