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Sonja Gerhardt über Missbrauch und "MeToo"

08.03.2018 - Endlich: "Ku'damm 59" geht weiter! Wir trafen Hauptdarstellerin Sonja Gerhardt zum Interview und sprachen mit ihr auch über Missbrauch und #MeToo.

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		Monika Schöllack (Sonja Gerhardt) ist in "Ku'damm 59" nicht nur erfolgreich. © ZDF / Stefan

    Monika Schöllack (Sonja Gerhardt) ist in "Ku'damm 59" nicht nur erfolgreich. © ZDF / Stefan Erhard

Die rebellische Monika Schöllack, gespielt von Sonja Gerhardt, ist auch in der zweiten Staffel "Ku'damm 59" (ab 18. März, 20.15 Uhr, ZDF) die Hauptfigur. Sie ist älter geworden, hat ein Kind und emanzipiert sich noch stärker. Das muss sie auch, denn ihre Mutter Catarina Schöllack (Claudia Michelsen, hier im Interview) managt ihre Karrie mit harter Hand. Sie und ihr Tanzpartner Freddy (Trystan Pütter) sollen erfolgreich mit ihrer TV-Show als "Nicky und Freddy" auftreten - ein Paar, das an Conny Froboess und Peter Kraus erinnert.

Wir sprachen mit Sonja Gerhardt über die Fortsetzung der Reihe und wie die Serienmacher von der aktuellen #MeToo-Debatte eingeholt wurden.

 

Interview mit Sonja Gerhardt

 

Kindesentfremdung, Ehebruch, Suizid, Prostitution. Wird die 2. Staffel von "Ku'damm 59" noch dramatischer als die erste?

Jaaa – es passiert Einiges. Ich will nicht zu viel verraten, aber der Zuschauer wird sich nicht langweilen …

 

Wie geht's weiter mit Monika?

Sie ist jetzt Mutter eines Kindes, wird Fernsehstar und muss jede Menge Steine aus dem Weg räumen.

 

Für den Dreh haben Sie Gesangsunterricht bekommen stimmt's?

Richtig! Außerdem war ich zwei Wochen im Studio und habe Blues und Schlager eingesungen.

 

Wussten Sie vorher schon, dass dieses Talent in Ihnen schlummert?

Nein. Bislang habe ich nur unter der Dusche gesungen. Aber mir war es wichtig für die Rolle, dass ich selber singe, und es hat mir furchtbar viel Spaß gemacht.

 

Mal ehrlich: Wenn RTL bei Ihnen anriefe – würden Sie dann bei "Let’s Dance" mitmachen? Denn inzwischen können Sie doch super tanzen!

Tanzen liebe ich wirklich, aber ob ich es auch in einer Show machen würde, müsste ich mir gut überlegen …

 

Monika wird von einem schmierigen Filmregisseur – gespielt von Ulrich Noethen – bedrängt. Hat es Sie überrascht, dass die aktuelle #MeToo-Debatte Ihre populäre Serie eingeholt hat?

Ich finde es erschreckend, dass es so langes Stillschweigen gab. Monika hält nicht den Mund. Ich finde, es ist wichtig, dass Betroffene den Mut finden, über solche Vorkommnisse zu sprechen und sich dafür nicht schämen müssen.

 

Was mögen Sie an der Rolle der Monika?

Monika ist ein toller Mensch. Ihr passieren viele schlimme Dinge, und viele Menschen tun ihr Unrecht – aber Monika verzeiht ihnen trotzdem, weil sie sich in die Lage dieser Menschen hineinversetzen kann. Außerdem kämpft Monika gegen ihre Ängste an. Sie lebt ein selbstbestimmtes Leben. Ich möchte, wenn ich alt bin und auf mein Leben zurückblicke, auch sagen können, dass ich immer das gemacht habe, was ich machen wollte, und dass ich nichts davon bereue.

 

Monika ist eine so genannte "starke Frau". Mögen Sie solche Etiketten?

Mir geht es mehr um die Menschen als solche. Ich finde es wichtig, dass mein Umfeld ehrlich ist. Starke Personen sind für mich die, die sich selbst treu blieben, sich mit sich selbst auseinandersetzen und nicht vor etwas wegrennen. Es ist bewundernswert wenn Menschen einfach bei sich sind.

 

Wie groß wäre Ihre Lust auf eine dritte "Ku'damm"-Staffel?

Ich freue mich immer, zusammen mit den anderen Kollegen zu drehen und würde Monika auf ihrem Weg gerne weiterhin begleiten.

 

Wie lässt sich Ihr Verhältnis zu Emilia Schüle und Maria Erich beschreiben? Sie sind ja Film-Schwestern…

Die Chemie stimmt einfach! Wir sind mittlerweile gut befreundet, gehen zusammen essen und schreiben uns regelmäßig. Wir haben auch eine WhatsApp-Gruppe.

 

Eines Ihrer nächsten Projekte, das 2018 ebenfalls ausgestrahlt wird, ist "Deutschland 86". Wie geht’s da weiter?

Annett Schneider fängt bei der Stasi an. Sie steigt dort auf, und sie wird teilweise eine unangenehme Person.

 

"Früher war alles besser" lautet ein Spruch, der sich tausendfach im Internet findet. Aber stimmt dieser Spruch wirklich?

 

Als ich die Drehbücher von "Ku’damm 59" gelesen habe, war ich überrascht, dass die Frauen damals so wenig Rechte hatten. Die Emanzipation war 1959 bei weitem noch nicht so fortgeschritten wie heute. Beispielsweise ist es für mich gar nicht nachvollziehbar, wie man einer Frau, die in den 50ern keine Anschrift hatte und nicht mit dem Vater ihres Babys zusammenlebte, einfach das Kind wegnehmen konnte.

 

Was sind Ihre nächsten spruchreifen Projekte?

Am 22. Februar startete der Horrorfilm "Heilstätten". Inhaltlich geht es um fünf YouTuber, die für eine Challenge in die Heilstätten gehen, sich dort gegenseitig pranken und dann paranormale Dinge erleben. Ich musste für "Heilstätten" beispielsweise allein durch einen dunklen Bunker laufen, was ziemlich gruselig gewesen ist. "Heilstätten" ist nach "Jack The Ripper" mein zweiter Horrorfilm. Ich bin ein großer Horrorfilm-Fan!

Und was steht noch an?

Aktuell stehe ich gerade für die Kino-Komödie "Kalte Füße" mit Heiner Lauterbach und Emilio Sakraya vor der Kamera.

 

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