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Gamerdingers WM-Kolumne - Part II

25.06.2018 - Puh, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Toni Kroos sorgte, nachdem er bereits den ersten Treffer des Spieles „vorbereitet“ hatte – allerdings per Katastrophen-Fehlpass für Schweden – am Samstagabend quasi in letzter Sekunde doch noch für Party-Stimmung bei den deutschen Fußballanhängern und öffnete mit seinem 2:1 die scheinbar verschlossene Tür zum Achtelfinale. Ob der Super-Gau für den Weltmeister allerdings nur aufgeschoben ist bis zum Mittwoch-Spiel gegen Südkorea, müssen Jogi Löws Elitekicker erstmal nachweisen.

  • Es geht doch: Toni Kroos versetzte die Nation mit seinem Last-Minute-Treffer in einen Freudentaumel - Foto: Markus Ulmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Es geht doch: Toni Kroos versetzte die Nation mit seinem Last-Minute-Treffer in einen Freudentaumel - Foto: Markus Ulmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Recht übersichtlich: Einst feierten auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg bis zu 70000 Menschen. Inzwischen trifft man sich wohl lieber in gemütlicherer Runde... – Foto: Paul Weidenbaum © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 /...

    Recht übersichtlich: Einst feierten auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg bis zu 70000 Menschen. Inzwischen trifft man sich wohl lieber in gemütlicherer Runde... – Foto: Paul Weidenbaum © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Jerome Boateng geriet gegen Schweden mehrfach ins Straucheln. Nun hat er erstmal Pause – um sich auf höhere Aufgaben, hoffentlich im Achtelfinale, konzentrieren zu können – Foto: Markus Ulmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur...

    Jerome Boateng geriet gegen Schweden mehrfach ins Straucheln. Nun hat er erstmal Pause – um sich auf höhere Aufgaben, hoffentlich im Achtelfinale, konzentrieren zu können – Foto: Markus Ulmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Stars auf der Bank: Mario Gomez (l.) durfte sich letztlich nicht nur auf dem Roller sondern auch auf dem Platz beweisen und zählte zu den Aktivposten - Foto: Markus Gilliar © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Stars auf der Bank: Mario Gomez (l.) durfte sich letztlich nicht nur auf dem Roller sondern auch auf dem Platz beweisen und zählte zu den Aktivposten - Foto: Markus Gilliar © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Was so ein „Last-Second-Treffer“ mit Menschen machen kann, war dann sogar über Landesgrenzen und Nationalitäten hinaus zu bestaunen. In meinem bevorzugten Wochenend-Domizil an der Lübecker Bucht sangen sich zwei Fußballfreunde, abstammig aus Russland und Kasachstan, die Kehle heiser mit deutschen Schlachtgesängen. Und zwar als Einzige der mit 30 weiteren (deutschen) Gästen proportional ungefähr genauso schlecht besuchten Public-Viewing-Veranstaltung, wie die im Fanpark des Hamburger Heiligengeistfeldes, wo Petrus mit feinstem Hamburger Nieselregen über 5000 verlorene Seelen schon die Tränen des vorzeitigen Ausscheidens sinnlos vergoss.

Skurilitäten in Adler

Dass unsere Nationalspieler beim Kick in Sotschi erst sehr spät in die Spur fanden, mag Gründe haben, die gar nichts mit der Wahrheit, die ja bekanntlich auf dem Platz liegen soll, gemein hat. Unsere Kicker wurden nämlich nahe ihres Mannschaftshotels in Adler, ein Retortenvorort, allein geschaffen für die Olympischen Winterspiele 2014, täglich und Tür an Tür mit skurilen Bildern konfrontiert, die im Kopf sicherlich Verwirrung auslösen können: Wenn man nämlich immer mal wieder Touristen mit Affen, Leguanen, Papageien oder Tauben an der Leine an sich vorbeispazieren sieht, kann man schon gedanklich ins Land des Wunderns abdriften. Direkt neben dem Mannschaftshotel wurden nämlich derlei Tiere - abartiger Weise - für fotografische Erinnerungen vermietet!

Alles Verhandlungssache

Da zogen einige unserer Akteure doch eine andere Freizeitgestaltung vor, bei der es um das Geschick ging: Verhandlungsgeschick nämlich. Spieler wie Jerome Boateng und Timo Werner sind eben international auf dem Markt. Und dass Bernd Leno aus dem Kader gestrichen wurde, haben wir ja lange nicht verstanden - bis sein Wechsel nach London zum FC Arsenal feststand... 

Dass selbst das beste Verhandlungsgeschick bei Schiedsrichtern während der laufenden 90, oder besser 95 (wir lernen ja dazu) Minuten keine Rolle spielt, musste Jerome Boateng am Samstagabend nämlich in Erfahrung bringen. Aber wer so rustikal in Zweikämpfe einsteigt, obgleich er bereits mit einer Gelben Karte vorbelastet war, der darf sich eben nicht wundern, wenn er vorzeitig duschen gehen darf und am Mittwoch die Supporter auf der Tribüne unterstützen kann statt auf dem Rasen für Ordnung zu sorgen.

Vorteil Gomez

Dagegen kann sich Mario Gomez weitaus mehr Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz machen. Sein Geschick zu verhandeln anzutesten, hat er doch besser gleich in den Freizeitbereich verlegt. Musste er auch, denn der Stuttgarter wollte die Stadt gern mit einem Elektroroller erkunden, musste sich aber mit Preisspannen rumschlagen, die ungefähr das Leistungsspektrum seiner Auftritte in Wolfsburg und zuletzt in Stuttgart umfassen. So ein „Ausritt“ per E-Roller war nämlich mal für 10 € pro Stunde und an gleicher Stelle und mit gleichem Gerät (!) auch für 50 € die gefahrene Stunde zu haben. Verraten, was er am Ende tatsächlich bezahlt hat, wollte der gute Mario allerdings nicht. Aber bei seiner gezeigten Abgebrühtheit und Cleverness im gegnerischen Sechzehner müssen wir uns um sein Portemonaie wohl keine Sorgen machen.

Clevere Zaungäste

Ähnlich clever dachten auch die Offiziellen des DFB zu sein. Nein, nicht die beiden Emotionsbündel, die da nach dem Siegtreffer vor der schwedischen Bank wie wild herumsprangen und ein ziemlich dümmliches Bild abgaben, sondern die, die das Trainingsgelände mit gaaaaanz viel Sichtschutz und Security-Personal zur geheimen Taktik-Testzone machten. Allerdings hatten sie einen taktischen Fehler bereits selbst gemacht. Und der wurde, wie im richtigen Spiel, gnadenlos durch die Cleverness gewitzter Zaungäste konterkariert. Wer sich nämlich im angrenzenden Freizeitpark das Riesenrad für ein paar Runden zu den Trainingszeiten zu Nutze machte, konnte hervorragende Einsichten und Eindrücke gewinnen. Mexikos Spionen soll allerdings danach etwas schwindelig gewesen sein! Aber wir Journalisten sind ja gar nicht so doof...

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