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Was taugen Stromspar-Apps wirklich?

14.04.2017 - Smartphones befinden sich im Dauereinsatz. Laut einer US-Studie wird das Mobiltelefon fast 80-mal pro Tag entsperrt. Das geht auf den Akku. Die Alternative sind Ersatz-Akkus, die man mit sich rumschleppen muss, oder Maßnahmen, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Ein Beispiel hierfür sind spezielle Stromspar-Apps – doch taugen die wirklich etwas?

  • Ein gedimmtes Display hilft genauso gut wie Stromspar-Apps ©

    Ein gedimmtes Display hilft genauso gut wie Stromspar-Apps © Vodafone

Stromspar-Apps für Android

Im Google Play Store findet sich eine große Auswahl an Stromspar-Apps für Android-Smartphones, darunter auch viele Cleaning- und Security-Apps. Das Problem: Die wenigsten Stromspar-Apps halten, was sie versprechen. Dazu kommt eine technische Hürde: Ohne sogenannten Root-Zugriff kommen die Stromspar-Apps nicht an die entsprechenden Einstellungen heran. Das bedeutet: Wer nicht per Hand ein alternatives Betriebssystem (Jailbreak) auf sein Android-Smartphone aufspielt, das den Zugriff auf tiefergehende Einstellungen zulässt, hat von den Apps keine großen Vorteile. Immerhin können einige Stromspar-Apps ein bisschen mehr Akkuleistung herauskitzeln. Zwei solcher Stromspar-Apps, die sich kostenlos herunterladen lassen, stellen wir kurz vor:

Greenify: Der App-Abdreher

Die Stromspar-App setzt bei den auf dem Smartphone installierten Apps an, aber an die wichtigen Systemeinstellungen kommt auch Greenify nicht heran. Greenify reduziert den Energiebedarf der installierten Apps auf ein Minimum. Im Gegensatz zu den sogenannten App-Killern, die Apps komplett ausschalten, beendet Greenify lediglich überflüssige App-Prozesse, die im Hintergrund laufen und so den Akku unnötig belasten. Nach Angaben der Entwickler handelt es sich dabei ausschließlich um Prozesse, die die Hauptfunktion der App nicht beeinflussen. Nicht so gut: Ist das Gerät nicht gerootet, muss der User den Ruhezustand der Apps jedes Mal per Hand. Wenn man viele datenintensive Apps wie Facebook und Skype nutzt, kann sich dieser Aufwand aber in Form einer etwas längeren Akkulaufzeit lohnen.

Amplify: Die Stromspar-App für Experten

Diese Stromspar-App richtet sich an fortgeschrittene Nutzer, die mit den Systemeinstellungen vertraut sind und ihr Mobilgerät gerootet haben. Amplify erlaubt beispielsweise die Bearbeitung von Wakelocks, die unter Android oft für einen hohen Akkuverbrauch verantwortlich sind. Wakelocks verhindern nämlich, dass sich eine App oder ein Dienst in den Ruhemodus begibt. Wer sich auskennt, kann mit Amplify auf diese Weise ein deutliches Plus an Laufzeit herauskitzeln. Aber: Da die Stromspar-App tief ins System eingreift, besteht die Gefahr, das Smartphone außer Gefecht zu setzen.

Stromspar-Apps verlängern Laufzeit marginal

Wie lange der Smartphone-Akku durchhält, hängt maßgeblich von den Energiespar-Funktionen des Mobilgeräts selbst, den installierten Apps und dem Nutzerverhalten ab. Stromspar-Apps können die Laufzeit auf nicht gerooteten Geräten höchstens marginal beeinflussen. Wer ohnehin schon die wichtigsten Stromspar-Tipps beherzigt und beispielsweise die automatische Bildschirm-Helligkeitsregelung aktiviert hat, wird meist keinen spürbaren Vorteil verzeichnen.

iOS: Stromspar-Modus statt Stromspar-Apps

Auf dem iPhone und iPad haben Apps keine Chance, ins System einzugreifen. Stromspar-Apps, die es auch für iOS gibt, zeigen keinen Effekt. Sie erleichtern allenfalls den Zugriff auf die Stromspar-Funktionen, die das Apple-Betriebssystem sowieso bietet.

Tipp: Wenn der Akku einmal möglichst lange halten soll, hilft der Stromspar-Modus. Zu finden ist dieser bei iOS unter „Einstellungen“ und „Batterie“. Ist die Funktion aktiviert, reduziert das System unter anderem die Prozessorleistung, blockt den Empfang von E-Mails und stoppt andere Aktivitäten im Hintergrund.