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Lohnt sich ein Second-Hand-Rechner?

20.09.2018 - Elektronikmärkte oder Discounter werben ständig mit günstigen Notebooks und PCs. Häufig kosten aber auch die mehr als 500 Euro und bieten nur technische Magerkost. Wer richtig sparen will, schaut sich nach gebrauchten Rechnern um - sollte aber die Fallstricke kennen.

  • Für den Alltag daheim, aber auch für Büroarbeiten, genügt oft ein gebrauchtes Notebook um die 300 Euro. Foto: Christin Klose © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Für den Alltag daheim, aber auch für Büroarbeiten, genügt oft ein gebrauchtes Notebook um die 300 Euro. Foto: Christin Klose © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Wolfgang Brandhoff ist Steuerberater. Foto: Florian Brandhoff © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wolfgang Brandhoff ist Steuerberater. Foto: Florian Brandhoff © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Jens Gröger vom Öko-Institut. Foto: Öko-Institut e.V. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jens Gröger vom Öko-Institut. Foto: Öko-Institut e.V. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Christof Windeck vom «c't»-Fachmagazin. Foto: Melissa Ramson © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Christof Windeck vom «c't»-Fachmagazin. Foto: Melissa Ramson © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Käufer von gebrauchten Notebooks sollten darauf achten, dass eine Lizenz für das Betriebssystem dabei ist. Foto: Robert Günther © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Käufer von gebrauchten Notebooks sollten darauf achten, dass eine Lizenz für das Betriebssystem dabei ist. Foto: Robert Günther © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Einen gebrauchten Computer kaufen? Für viele kommt das nicht infrage. Doch tatsächlich spricht viel für Second-Hand-Rechner. Insbesondere ausgemusterte Bürorechner leisten Experten zufolge gute Dienste - bei überschaubaren Kosten.

Die Preise sind attraktiv und beginnen schon bei rund 200 Euro. Hinzu kommen ökologische Aspekte, argumentiert Jens Gröger vom Öko-Institut: «Bei der Herstellung eines Notebooks werden mindestens 250 Kilogramm CO2 ausgestoßen, für einen Desktop-PC über 300 Kilogramm. Hinzu kommen die Rohstoffe.» Selbst ein energiesparender Rechner bräuchte Jahrzehnte, um das auszugleichen, so der Experte.

Wo kauft man das Gerät? «Ich würde gebrauchte PCs oder Laptops beim Händler kaufen und nicht von privaten Nutzern», rät Christof Windeck vom «c't»-Fachmagazin. Die Händler verkaufen die Geräte als «refurbished» oder «aufgearbeitet». Bei Privatverkäufen sei die Gewährleistung meist ausgeschlossen. Zudem sei bei Händlern die Chance größer, dass das Gerät gereinigt ist.

Und: «Wer Windows nutzen möchte, sollte auf einen Lizenzschlüssel achten. Das ist nicht selbstverständlich.» Da Microsoft ab 2020 keine Sicherheits-Updates mehr für Windows 7 bereitstellt, sollte Windows 10 an Bord sein.

Gebrauchte Laptops und PCs eignen sich für Nutzer, die solide Arbeitsrechner benötigen und keine grafischen Höchstleistungen erwarten. Für den Alltag daheim und im Büro seien ehemalige Businessgeräte oft geeignet - wie auch fürs Studium. «Moderne Schreibmaschinen» nennt Windeck die Rechner. Und Jens Gröger vom Öko-Institut ergänzt: «Wer weiß, was sein Computer können soll, spart doppelt: Ein bescheidener Rechner kostet weniger und verbraucht weniger Strom als ein überdimensioniertes Gerät.»

Ideale gebrauchte Laptops sind Business-Notebooks, die nach drei Jahren steuerlich abgeschrieben sind und dann ausgetauscht werden, meint Windeck. Hunderttausendfach in Büros stehen robuste Geräte der großen Hersteller, die palettenweise abgegeben würden.

Idealerweise geschehe dann Folgendes: «Die Händler bauen den gereinigten Geräten neue Festplatten oder SSDs ein sowie bei Bedarf neue Akkus oder Tastaturen, und kümmern sich um eine Windows-Vorinstallation samt Lizenz». Zudem gebe es mindestens ein Jahr Gewährleistung. Bis 300 Euro seien angemessen für ein Gebrauchtgerät mit Basisausstattung und funktionierender, aber nicht taufrischer Technik.

«Käufer sollten auf SSDs als Massenspeicher achten, denn die bringen einen Geschwindigkeitsschub gegenüber Festplatten», rät Windeck. Wichtig ist auch der Bildschirm: Ein IPS-Panel sollte an Bord sein mit einer Mindestauflösung von 1368 mal 720 Pixeln. Der Rechner sollte als Video-Codec mindestens H.264 darstellen können, besser noch den neueren H.265. Eine eigene Grafikkarte, wie sie für aufwendigere Spiele nötig ist, findet man bei diesen Gebrauchten so gut wie nie.

Der Arbeitsspeicher (RAM) des Laptops sollte mindestens vier Gigabyte (GB) groß sein, besser noch acht GB, rät Windeck. Bei den Prozessoren sollte man keine Wunder erwarten, da sie meist zwei bis drei Jahre hinter der Entwicklung lägen. Das sei bei den meisten Anwendungen aber kein Problem.

Austausch-Akkus seien hingegen oft teuer oder gar nicht mehr zu bekommen. Das sollten Interessenten vor dem Kauf abklären. Auch die Laptop-Scharniere seien häufig eine Problemzone. «Hier lohnt sich ein Blick unmittelbar nach dem Kauf», rät Windeck. Häufig räumten die Händler ein Rückgaberecht von 30 Tagen ein.

Wer seinen Rechner nie mitnimmt, kann auch mit einem gebrauchten PC glücklich werden. Ein drei bis vier Jahre alter Alltags-PC mit Windows-10-Lizenz sollte nicht mehr als 200 Euro kosten, sagt Windeck. Hinzu kämen oft noch Kosten für Monitor, Tastatur und Maus.

Die Mindestausstattung für bescheidene Nutzer mit knappem Budget: Dual-Core-Prozessor, mindestens 4 GB RAM und mindestens 200 GB Speicher. Das reiche für grundlegende Anwendungen, meint Windeck. Auch hier gelte: «Wer 3D-Spiele spielt oder Videoschnitt betreibt, ist schlecht bedient. Jede Aufrüstung kann teuer werden.»

Käufer können übrigens auch gebrauchte Rechner steuerlich geltend machen. Voraussetzung sei zum einen eine Rechnung sowie der glaubwürdige Nachweis, zu welchem Anteil das Gerät beruflich genutzt werde, erklärt Steuerberater Wolfgang Brandhoff. Liege der Kaufpreis netto unter 800 Euro (bis 31.12.2017 unter 410 Euro), könne der Rechner direkt im ersten Jahr vollständig abgesetzt werden.

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