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Gamerdingers Fußball-Kolumne

05.08.2019 - Während ich mich nun wieder zu Hause von meinem Ostsee-Urlaub erholte, holte die Borussia aus Dortmund – Sie erinnern: immerhin schon „Beach-Challenge-Sieger 2019“ – nun auch den Supercup. Und das immerhin bereits zum sechsten Mal, wobei der bis dahin letzte Früh-Titel fünf Jahre zurück lag. Damit wäre der BVB schon mein erster Double-Sieger der Saison, wäre da nicht noch die (inoffizielle) Medienwirksamkeitsmeisterschaft.

  • Die Bayern am Boden? Zumindest muss Joshua Kimmich (r., gegen Jacob Bruun Larsen) nach dem Supercup einmal kräftig durchpusten. © picture alliance / dpa / Guido Kirchner / David

    Die Bayern am Boden? Zumindest muss Joshua Kimmich (r., gegen Jacob Bruun Larsen) nach dem Supercup einmal kräftig durchpusten. © picture alliance / dpa / Guido Kirchner / David Inderlied

Aber im Ernst: Es war schon beeindruckend, mit welchem Druck, mit welchem Tempo und mit wie viel Biss die Dortmunder in Halbzeit eins aufzeigten, dass sie nicht nur „Herr im Haus“ sind, sondern auch den Titel unbedingt wollten. Da half den Bayern nach dem Wechsel auch der deutlich höhere Chancenanteil durch deutlich höheren Ballbesitz nichts.

Nur einer der 22 Anfangs-Akteure war ein Neuzugang

Ich bin mir allerdings sicher, dass diese beiden Teams die Meisterschaft erneut ganz allein unter sich ausmachen werden. Wenn man berücksichtigt, dass zu Spielbeginn bei den Hausherren mit Nico Schulz nur ein Neuzugang auf dem Platz stand (Julian Brandt, Thorgan Hazard und Mats Hummels waren leicht angeschlagen) und die Bayern gänzlich ohne neues Spielermaterial begannen (Leroy Sané war ja noch nicht da, der 200-Millionen-Wechsel dürfte aber im Laufe dieser Woche über die Bühne gehen), lässt sich leicht erahnen, welche Möglichkeiten die beiden Top-Clubs der Liga noch haben.

Geld schießt doch Tore

Addiert man die Investitions-Summe beider Vereine inklusive des Sanè-Transfers, dann landet man im Ergebnis bei gut 400 Millionen Euro. In England sicherlich keine Besonderheit, in Deutschland dagegen eine neue Dimension, die ansonsten kein anderer Verein in der Größenordnung stemmen kann. Eine Dimension, die eindeutig einen Klassenunterschied zum Rest der Konkurrenz ausmachen wird. Schließlich schießt Geld doch Tore  Otto Rehhagels frühere These ist längst widerlegt.

Auch beim Marketing liegt Dortmund vorn

Bezüglich des Social-Media-Werbewertes der Mannschaft hat Borussia Dortmund mit den Neuzugängen nicht nur den Rest der Liga, sondern auch die „klickstarken“ Bayern schon hinter sich lassen können. Auf Basis der Follower bei Facebook, Instagram und Twitter ermittelte nämlich „web-netz“ den Wert eines Posts der jeweiligen Profis. Diese Werte wurden pro Team zusammengezählt und als Mediawert für Internetaktivitäten pro Verein veröffentlicht. Die Analyse ergab, dass der BVB mit etwa 9,5 Millionen Euro von den Transferaktivitäten profitierte, während die Bayern durch die Abgänge von Hummels, Ribèry und Robben zunächst erheblich an Werbewert verloren haben. Fazit: Auch in Sachen Online-Werbewirksamkeit steht der BVB ganz oben – ein früher Triple-Sieger sozusagen!

Frankfurts Frühstarter auf dem Weg nach Europa

In solche Sphären möchte auch die Frankfurter Eintracht in mittlerer Zukunft vorstoßen. Nach der überragenden, geradezu begeisternden vergangenen (Europapokal-)Saison müssen die Hessen erst einmal wieder kleinere Brötchen backen. Nachdem im Bundesliga-Endspurt die Puste ausging und statt Champions-League-Qualifikation nur Platz sieben und damit die Europa-League-Qualifikation heraussprang, geht es aktuell durch die müheselige Quali-Mühle. Zwei 2:1-Siege gegen den estnischen Vertreter Flora Talinn sorgten für den Einzug in Runde drei, in der es die Hütter-Elf mit dem 47-maligen liechtensteinischen Pokalsieger FC Vaduz, der in der zweiten Schweizer Liga spielt, zu tun bekommt. Eine machbare Aufgabe, um erneut das große Ziel „Europa“ zu erreichen.

Der Fluch der guten Tat

Schwieriger wird es sein, die verloren gegangene Offensiv-„Büffelherde“ Sebstién Haller (für 40 Millionen zu West Ham United), Luca Jovic (für 60 Millionen zu Real Madrid) und den wahrscheinlich ebenfalls noch scheidenden Ante Rebic zu ersetzen. Für Frankfurts Macher Fredi Bobic ist dies ein Luxusproblem, denn Geld genug hat er ja jetzt zur Verfügung.

Personell gibt es noch viele Fragezeichen

Aber die fehlende internationale Zugkraft von Eintracht Frankfurt macht adäquate Neuverpflichtungen zum Vabance-Spiel. Nur wenn der 19-jährige kroatische U21-Nationalspieler Dejan Joveljic bereits genug Stabilität mitbringt, um die aktuellen Leistungen auch eine ganze Saison lang abrufen zu können, nur wenn die nun verpflichteten Ex-Leihspieler Sebastian Rode und Martin Hinteregger ihr Niveau halten können, und nur wenn Bobic Keeper Kevin Trapp an den Klub binden kann und zudem noch einen Offensivkracher aus dem Hut zaubert, wird die Eintracht eine ähnlich prägnante Rolle wie in der Vorsaison spielen können.

Eintracht-Fans  früher ein Problem, jetzt (selbst) gefeiert

Frankfurts Anhänger sind da schon einen großen Schritt weiter. Was diese gegen Talinn (!  nicht etwa gegen Chelsea oder FC Valencia) an Choreo und Support an den Start gebracht haben, ist längst Champions-League-reif. Mit dem sportlichen Wandel wandelte sich auch das Image des Frankfurter Anhangs ins Positive. Eine Vereins-Story, die das Potenzial hat, den eingeschlagenen Weg nach oben weiterführen zu können!

Die Schere driftet immer schneller auseinander

Wem angesichts der Millionen-Summen mal wieder schwindelig geworden ist, dem lege ich zwei Meldungen aus der vergangenen Woche ans Herz, die mal wieder zeigen, wie krank der Profifußball eigentlich geworden ist: Auf der einen Seite musste wohl selbst bei Werder Bremen gespart werden, denn man hat diesmal nicht mehr alle Scouts, sonden nur die der U23 und der U19 ins Profi-Trainingslager nach Grassau eingeladen. Okay, das waren auch so an die 15 Leute, darunter Diego, der direkt aus Argentinien eingeflogen wurde. Auf der anderen Seite Eintracht Braunschweig, wo am selben Tag die komplette Scouting-Abteilung aus finanziellen Gründen aufgelöst wurde. Übrigens: Vor drei Jahren spielten die beiden Nord-Klubs noch in derselben Liga...

 

So, darüber denken wir jetzt erstmal bis zum nächsten Wochenende nach  um dann doch auf die eine oder andere Überraschung im DFB-Pokal zu hoffen. Notfalls auch in Zwickau, wo der Hamburger Vertreter TuS Dassendorf sein Heimspiel gegen Dynamo Dresden austrägt. Aber das ist eine andere Geschichte...

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