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Die Bautechnik hinter Fußballstadien - so entstehen Arenen

20.03.2019 - Fußballstadien sind besondere Bauten. Sie müssen zigtausende Menschen fassen und tragen, während diese zu großen Teilen hüpfen und springen. Sie müssen dem Wetter trotzen, doch gleichzeitig ausreichend Regenschutz bieten – ohne aber den Rasen in den Schatten zu setzen. Hin und wieder dienen sie als Mehrzwecktempel, was bedeutet, dass aus dem Fußballstadion in kürzester Zeit eine Spielwiese für Bands, Comedians, Racing-Veranstaltungen oder auch Politikveranstaltungen werden muss. Und nicht ganz zuletzt entstehen Fußballstadien nicht frisch vom Grundriss aus auf freier Fläche. Etliche von ihnen entstehen auf den Grundfesten des alten Stadions, welches gedreht und aufbereitet wird. Aber wie funktioniert das und auf was kommt es an? Dieser Artikel gibt einige Einblicke.

  • Die Allianz-Arena in München - Fußballstadien sind mitunter meisterhafte Konstruktionen. © pixabay.com / alyasina (CC0-Lizenz)

    Die Allianz-Arena in München - Fußballstadien sind mitunter meisterhafte Konstruktionen. © pixabay.com / alyasina (CC0-Lizenz)

Die wichtigsten Komponenten

In sehr vielen Fällen ist die wichtigste Komponente die, mit den Altlasten zurechtzukommen. Denn etliche Vereine errichten das Stadion nicht wie Schalke oder der FC Bayern neu, sondern sie bauen das alte Stadion um. Welche Probleme es hiermit gibt, zeigt aktuell das Beispiel des Karlsruher SC. Im alten Wildpark befanden sich Erdwälle, die nun irgendwie in das neue Konzept eingebracht werden müssen. In der Folge wird der Fußballtempel jetzt schon etliche Millionen teurer, als ursprünglich gedacht. Und auch an anderen Stellen kann der Umbau für die Planer und ausführenden Firmen problematisch werden: Denkmalschutz oder schützenswerter Grund. So durften in Rostock die alten »Schießscharten« der Tickethäuschen aus der alten DDR-Mauer nicht verändert werden. Sind alle Probleme beseitigt, kommt es zu den wichtigsten Teilen des Stadions:

- Stahlträger – sie sind unglaublich wichtig, denn anders als in einem gewöhnlichen Gebäude müssen sie in einem Stadion unheimliche Lasten tragen. Wie wichtig die Träger gerade beim Tribünenbau sind, zeigen leider verheerende Unfälle und kürzliche Warnungen. Beim 1. FC. Nürnberg musste eine Tribüne gesichert werden, da sie beim Springen der Fans zu sehr in Bewegung kam.

- Beton – die allgemeine Bauweise des Innenbereichs eines Stadions ist kompliziert. Wieder kommt die Belastung der Tribünenbereiche mit ins Spiel, denn hier ist die Konstruktion Wind und Wetter ausgesetzt. Sehr wichtig ist zudem die Bodenbeschichtung. Sie muss so gefertigt sein, dass ein Ausrutschen auf den oft steilen Tribünen nicht möglich ist.

- Dachkonstruktion – ein Dach ist wichtig, doch wie kompliziert die Errichtung ist, hängt maßgeblich vom Bauplan ab. Einfache Konstruktionen, die schlichtweg Tribünenbereiche bestmöglich überdecken, sind vergleichsweise einfach zu errichten. Anders verhält es sich mit den beweglichen Dächern, wie sie auch in der Arena auf Schalke und der Frankfurter Commerzbankarena genutzt werden. Gerade beim ersten Versuch auf Schalke gab es hier etliche Schwierigkeiten, da das Dach nicht so wollte, wie eigentlich geplant.

Generell ist es bei einem Stadionbau nicht so, dass sich ein Architekt gemeinsam mit dem Verein ganz nach Belieben »austoben« kann. Jedes Stadion muss entsprechende Auflagen und Regeln erfüllen. Der DFB und die DFL geben beispielsweise vor, wie viele Sitz- und Stehplätze vorhanden sein müssen, wie die Beleuchtung gestaltet sein muss, welche Konzepte es für internationale Spiele gibt. Hinzu kommen die gesamten Auflagen zum Unfall- und Brandschutz, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Und auch hier gilt, dass die Auflagen immer komplizierter und strenger werden, desto mehr dieses Stadion erfüllen muss. Mehrzweckarenen mit schließbaren Dächern unterliegen beispielsweise wieder neuen Auflagen. Und zuletzt:

- Lärmschutz – liegt das Stadion in der Nähe von Wohngebäuden, muss bereits die Dachkonstruktion so gestaltet sein, dass der Lärm möglichst innerhalb des Stadions gehalten werden muss. Gerade bei Mehrzweckstadien ist dies wichtig, da Konzerte und Veranstaltungen oft später abends beginnen.

- Sicherheit – wer das alte Parkstadion oder auch das Stadion von Fortuna Köln mit den heutigen Tempeln vergleicht, der sieht einen drastischen Unterschied. Die Tribünen beginnen nicht mehr auf Spielfeldhöhe, sondern sie sind anderthalb, zwei Meter erhöht. Genau das stellt die Sicherheit vor ein weiteres Problem: Im Fall einer Panik können Ordner nicht länger die Tore zum Spielfeld öffnen, sondern müssen die Fans geordnet durch den hinter den Tribünen liegenden Bereich leiten. Und dies muss zu jeder Zeit möglich sein, auch bei Randalen.

Für die Stimmung sind die neuen Stadien allerdings sehr gut geeignet. Mehr Zuschauer denn je stürmen in die Stadien und die Fans werden dabei zudem immer tippfreudiger. So ist der private Sportwettenmarkt von 3,27 Milliarden Euro Wettumsatz im Jahr 2012 auf 4,91 Milliarden Euro im Jahr 2016 angewachsen. Auch Vergleichsseiten wie www.sportwettentest.net tragen hierzu bei.

Wie lange dauert ein Stadionbau?

Generell kommt es darauf an, welche Art von Stadion gebaut wird. Arenen, die auch als Austragungsort für Spiele der Nationalmannschaft, bei Welt- und Europameisterschaften oder internationalen Vereinswettbewerben genutzt werden, haben häufig eine längere Bauzeit, da schon die Optik, Logen und Infrastruktur sich drastisch von »einfachen« Spielstätten unterscheidet. Ein Überblick:

- Allianz-Arena (Bayern München) – der Neubau dauerte drei Jahre. Spatenstich auf der neuen Stätte war 2002, das erste Spiel fand 2005 statt. Kompliziert war hier sicherlich die Außenfassade, die aus beleuchteten Membranen besteht.

- Ostseestadion (Rostock) – hier wurde das alte Stadion während des laufenden Betriebs ab- und umgebaut. Spatenstich war das Jahr 2000, nur sechszehn Monate später war der Neubau fertig.

- Commerzbankarena (Frankfurt) – auch hier wurde die alte Spielstätte genutzt, die Bauzeit war aber deutlich länger als in Rostock. Das ehemalige Stadion wurde erweitert und zugleich gedreht. Drei Jahre war hier die Bauzeit.

- Veltins-Arena (Schalke) –hier dauerte der komplette Neubau ca. drei Jahre. Anfangs funktionierte jedoch der ausfahrbare Rasen nicht planmäßig, auch mit dem Dach gab es Schwierigkeiten.

Generell lässt sich eine Dauer von zwei bis drei Jahren einplanen. Wobei hier ausschließlich die reine Bauzeit gemeint ist, denn die Vorbereitungen, Prüfungen und Genehmigungen nehmen im Vorfeld wesentlich mehr Zeit in Anspruch, besonders, wenn der Grund und Boden in städtischer Hand ist. Auch bei Arenen, die überwiegend der Stadt gehören, kann die Planungsphase aufgrund der Behörden die generelle Bauzeit drastisch verlängern.

In einem Stadion müssen sehr viele Sicherheitsaspekte beachtet werden. © pixabay.com / simschmidt (CC0-Lizenz) In einem Stadion müssen sehr viele Sicherheitsaspekte beachtet werden. © pixabay.com / simschmidt (CC0-Lizenz)

Fazit – kein Stadion entsteht über Nacht

Viele Fans können es kaum erwarten, bis ihr Club endlich in der neuen Stätte spielt. Doch so schnell gelingt kein Stadionbau und ohne eine gute Planung, bestes Material und eine hervorragende Baufirma gelingt der Bau auf Dauer nicht. In der Regel sollen die Gebäude nur alle 15 bis 20 Jahre modernisiert werden. Bei dieser Zeitspanne wird schon deutlich, warum der erste Bau bereits möglichst perfekt sein muss.

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