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Vierschanzentournee – Japaner gewinnt alle vier Springen

15.01.2019 - In der Saison 2018/19 hat der Japaner Ryoyu Kobayashi alle vier Springen der legendären Vierschanzentournee gewonnen. Bei dem wichtigsten Turnier des Skisprung-Weltcups gab es vor ihm erst zwei Männer, die diesen Erfolg für sich verbuchen konnten. Zudem ist Kobayashi der zweite Japaner, der das Turnier für sich entscheiden konnte. Im Wintersport zählt die deutsch-österreichische Vierschanzentournee zu den prestigeträchtigsten und beliebtesten Ereignissen, das jedes Jahr viele Menschen vor Ort und im TV verfolgen.

  • Die Skischanze in Oberstdorf lockt jährlich Tausende Besucher zum Springen im Rahmen der Vierschanzentournee. Dieses Turnier gilt als das beliebteste im Wintersport. © pixabay.com / photosforyou (CC0 Creative

    Die Skischanze in Oberstdorf lockt jährlich Tausende Besucher zum Springen im Rahmen der Vierschanzentournee. Dieses Turnier gilt als das beliebteste im Wintersport. © pixabay.com / photosforyou (CC0 Creative Commons)

  • Die Japaner lieben den Wintersport – und ganz besonders das Skifahren. Ob Alpin, Langlauf oder Springen – Japaner können sich für jede Tätigkeit auf den Brettern begeistern. Nicht zuletzt deshalb erlangen viele Skispringer...

    Die Japaner lieben den Wintersport – und ganz besonders das Skifahren. Ob Alpin, Langlauf oder Springen – Japaner können sich für jede Tätigkeit auf den Brettern begeistern. Nicht zuletzt deshalb erlangen viele Skispringer internationale Berühmtheit. © pixabay.com / scooterenglasias (CC0 Creative Commons)

  • Der Blick von einer Skisprung-Schanze flößt Respekt ein. Doch wer hier herunterspringt, darf keine Angst haben. © pixabay.com / uliboos (CC0 Creative

    Der Blick von einer Skisprung-Schanze flößt Respekt ein. Doch wer hier herunterspringt, darf keine Angst haben. © pixabay.com / uliboos (CC0 Creative Commons)

Die Vierschanzentournee und ihre Hintergründe

2019 wurde die Vierschanzentournee bereits zum 67. Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1953 durchgeführt. Die vier Springen finden seit jeher in den deutschen Städten Oberstdorf und Garmisch-Patenkirchen sowie in den österreichischen Orten Innsbruck und Bischofshofen statt. Die Reihenfolge der Springen veränderte sich über die Jahre nur geringfügig, so war der Finaltag immer in Bischofshofen. Die vier Springen der Vierschanzentournee gehören zum Gesamtweltcup im Skispringen, bilden also nur einen Teil des Sports ab. Und doch ist der Sieg der Vierschanzentournee ein wichtiger Erfolg im Leben eines Skispringers.

Das Turnier, das regelmäßig von Ende Dezember bis zum 6. Januar stattfindet, ist gerade ob seiner Kürze und Schnelllebigkeit bei den Zuschauern beliebt. Nicht umsonst gilt es innerhalb des Wintersports als das Ereignis für Anbieter von Sportwetten. Ob Gesamtsieger der Tournee oder Einzelsieg auf der Schanze oder gar das seltene Ereignis, dass ein Springer alle vier Springen gewinnt – viele Wettarten sind möglich und können so unter anderem auf www.sportwettentest.net eingestellt werden.

Der japanische Skispringer Kobayashi konnte nun als dritter Springer alle vier Springen für sich entscheiden – ein ganz besonderer Erfolg, der vor ihm erst zwei anderen Sportlern gelang. In der Saison 2001/02 gewann der Deutsche Sven Hannawald überraschend alle vier Springen – und erlitt in der Folge ein Burnout-Syndrom. In der vergangenen Saison erreichte der Pole Kamil Stoch diesen Erfolg ebenfalls und nun darf sich auch Kobayashi dort einreihen.

Die Japaner und der Skisport

In keinem anderen Wintersport sind die japanischen Sportler so aktiv und beliebt wie im Skispringen. Dabei gehört Noriaki Kasai, der bereits 1988 mit dem Sport begonnen hat, zu den bekanntesten Springern weltweit – und das, obwohl er die Vierschanzentournee noch nie für sich entscheiden konnte! Dennoch springt Kasai nach wie vor mit wachsender Begeisterung. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 nahm er bereits zum achten Mal an einem derartigen Wettbewerb teil. Auch andere Japaner begeistern sich fürs Skispringen.

Der 1975 geborene Kazuyoshi Funaki gewann als erster Japaner die Vierschanzentournee. In der Saison 1997/98 entschied er die ersten drei Springen in Oberstdorf, Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck für sich. Nur beim letzten Springen in Bischofshofen wurde er von Sven Hannawald ausgestochen, der in dieser Saison den zweiten Platz belegte. In der Folge nahm Funaki an den Olympischen Winterspielen 1998 im heimischen Nagano teil und konnte folgende Erfolge erringen:

- Gold auf der Großschanze

- Gold mit der Mannschaft

- Silber auf der Normalschanze (hinter dem finnischen Springer Jani Soininen)

Dies beweist wieder einmal, dass japanische Skispringer sehr erfolgreich in dieser Sportart sind, selbst bei starker Konkurrenz, beispielsweise aus Europa. Mit zwei Siegen liegt Japan bei der Wertung der erfolgreichsten Nationen auf Platz sechs, gemeinsam mit Tschechien und Slowenien.

Erfolgreiche Nationen – europäische Dominanz

Die Europäer dominieren seit vielen Jahren die Vierschanzentournee. Die erfolgreichsten Nationen bei diesem Turnier sind:

- Deutschland, Österreich und Finnland auf Platz 1, mit jeweils 16 Siegen (Elf der 16 Tourneesiege von Deutschland wurden in der Zeit der deutsch-deutschen-Teilung von DDR-Sportlern errungen)

- Norwegen auf Platz 4, mit zehn Siegen

- Polen auf Platz 5, mit 3 Siegen

Bevor Sven Hannawald 2002 alle vier Springen für sich entscheiden konnte, war es 13 Springern vor ihm gelungen, drei von vier Springen zu gewinnen. Bis zu Hannawalds Grand Slam-Sieg galt es im Skispringen als Mythos – es sei de facto nicht möglich, alle vier Springen für sich zu entscheiden. Nach Sven Hannawald gab es überwiegend europäische Sieger der Tournee. 2006 lagen der Tscheche Jakub Janda sowie der Finne Janne Ahonen punktgleich und teilten sich somit den Gesamtsieg des Turniers. Österreich konnte sogar noch einen besonderen Erfolg verbuchen: Sieben Jahre in Folge stellten sie den Gesamtsieger des Turniers, von 2009 bis 2015. Die Sieger waren Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer, der 2012 und 2013 gewann, Thomas Diethart und Stefan Kraft.

Auch nach den Österreichern gewannen europäische Springer die Vierschanzentournee: zunächst der Slowene Peter Prevc im Jahr 2016 und dann 2017 und 2018 Kamil Stoch aus Polen. Erst in diesem Jahr konnte sich wieder ein Springer aus einem anderen Kontinent gegen die Konkurrenz durchsetzen. Doch schon im folgenden Jahr kann das wieder anders aussehen. Die Vierschanzentournee gilt nicht umsonst als unberechenbar.

Die Tournee und der Gesamtweltcup

Wie erwähnt, ist die Vierschanzentournee jedoch nur ein Teil des Gesamtweltcups im Skispringen. Der Ski-Weltverband FSI (Fédération Internationale de Ski) trägt in jedem Winter den Weltcup aus – an unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt. Das Reglement des Skispringens legt der Verband ebenfalls fest. Der Weltcup begann in dieser Saison am 17. November 2018 im polnischen Wisła und wird am 24. März 2019 in Planica in Slowenien enden. Nach seinem Sieg bei der Vierschanzentournee führt Kobayashi die Gesamtwertung an. Allerdings kann sich hier noch einiges ändern, da noch 24 Springen ausstehen. In den vergangenen Jahren war es nicht automatisch so, dass der Sieger der Vierschanzentournee auch den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte.

Darauf, dass die große Kristallkugel am 24. März verliehen wird, müssen die Fans also noch ein wenig warten. Noch ist alles möglich im Skispringen.

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