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Zwischen Leistungssport und Selbstverteidigung: Boxen

27.05.2019 - Nicht umsonst gilt der Boxsport im Volksmund als „edel“, vereint er doch viele Fähigkeiten und Charakteristika in sich. Schnelligkeit, Genauigkeit und Disziplin treffen auf Konzentration und rohe Kraft. Nicht zuletzt deshalb wird das Boxen auch bei Laien immer beliebter. Immer mehr Fitnessstudios bieten spezielle Box-Kurse für ihre Mitglieder an, Männer wie Frauen lernen das Boxen von der Pike auf. Doch wer machte diesen Sport berühmt und welche Profiboxer gelten als die großen Talente?

  • Gilt als einer der größten im Boxsport: Muhammad Ali, der 2016 nach einer langen Parkinson-Erkrankung verstorben ist. © pixabay.com / skeeze (Pixabay

    Gilt als einer der größten im Boxsport: Muhammad Ali, der 2016 nach einer langen Parkinson-Erkrankung verstorben ist. © pixabay.com / skeeze (Pixabay License)

Seit der Antike vereint Boxen Sport und Gesellschaft

Faustkämpfe haben eine lange Tradition, nicht nur in der westlichen Welt. Schon Kain und Abel, die biblischen Brüder, sollen sich geprügelt haben. Ähnliche Geschichten sind auch aus China, Griechenland und Ägypten bekannt. Die Geschichte des Boxsports zieht sich offensichtlich durch die Jahrhunderte. Auch vereinte der edle Sport stets gesellschaftliche Zwecke mit sportlichem Ehrgeiz. In den USA des 20. Jahrhunderts wurde Cassius Clay alias Muhammad Ali zum Sprachrohr einer ganzen Generation – und einer ganzen Kultur. Nicht zuletzt sein Erfolg verschaffte dem Boxsport Weltruhm. Gerade deshalb ist es heutzutage für Männer wie Frauen jeden Alters möglich, im Sportstudio um die Ecke Box-Kurse zu belegen. Auch das Equipment für Anfänger und Fortgeschrittene wird immer professioneller. Immer mehr Sportartikelhersteller bieten Boxzubehör in allen Preisklassen an. Hierzu zählen Boxhandschuhe ebenso wie Bekleidung oder Boxsäcke. So wird es immer einfacher, im Boxen Fuß zu fassen. Spezielle Box-Clubs bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, an nationalen und internationalen Wettkämpfen in verschiedenen Gewichtsklassen teilzunehmen.

In den letzten Jahrzehnten wurden Boxkämpfe zu legendären Ereignissen. Millionen Zuschauer möchten live dabei sein oder verfolgen den Kampf am Fernseher. © pixabay.com / WikiImages (Pixabay License)In den letzten Jahrzehnten wurden Boxkämpfe zu legendären Ereignissen. Millionen Zuschauer möchten live dabei sein oder verfolgen den Kampf am Fernseher. © pixabay.com / WikiImages (Pixabay License)

Mann oder Frau? Im Boxen fast egal

Natürlich treten auch Boxprofis ausschließlich gegen Gegner des eigenen Geschlechts an. Was den Ruf der Sportart anbelangt ist es aber völlig unerheblich, ob jemand männlich oder weiblich ist. Ganz im Gegenteil, wird auch das Frauenboxen immer populärer. Erst im April 2019 bestritt die deutsche Doppelweltmeistern Christina Hammer in den USA einen Titelkampf gegen Claressa Shields, der weltweit Aufsehen erregte. Leider verlor die Dortmunderin den Kampf einstimmig nach Punkten und musste daraufhin all ihre Titel an Claressa abtreten.

Es muss allerdings nicht immer Übersee sein. Auch in Deutschland und in Europa gibt es zahlreiche vielversprechende Boxtalente. So kommt beispielsweise der amtierende Europameister im Halbschwergewicht, Dominic Bösel, aus Deutschland. Zu den berühmtesten Boxprofis zählen hierzulande natürlich nach wie vor die Gebrüder Klitschko. Die in der Ukraine geborenen Wladimir und Vitali Klitschko konnten in den vergangenen Jahrzehnten alle wichtigen Titel im Schwergewicht in der Familie vereinen. Nach 69 (Wladimir) und 47 (Vitali) Profi-Kämpfen beendeten die Brüder 2017 (Wladimir) und 2013 (Vitali) ihre aktiven Karrieren. Doch eines ist sicher: Nachwuchs folgt bestimmt.

Tyson Fury gegen Deutschland

Der britische Profiboxer Tyson Fury hat in den letzten Jahren in Deutschland mehrfach für Aufsehen gesorgt. Zunächst gewann der gegen Wladimir Klitschko im Jahr 2015. Der Kampf ging über zwölf Runden und Fury siegte nach Punkten. Daraufhin erhielt er die vier Weltmeistertitel, die bis dato in Besitz von Klitschko gewesen waren. In der Folge waren mehrere Rückkämpfe gegen Wladimir Klitschko angesetzt worden, die Fury allesamt aus gesundheitlichen Gründen absagte. Zeitgleich stand Fury wiederholt unter Dopingverdacht und wurde zeitweise von der britischen Anti-Doping-Agentur UKAD gesperrt. Im Jahr 2017 gab er seine Gürtel ab und trat als Profiboxer zurück.

Nach einer kurzen Pause von nur drei Monaten kehrte Fury in den Ring zurück und bestritt seinen nächsten Kampf 2018. Nun kämpft er im Juni dieses Jahres wieder gegen Deutschland. Ungeachtet der Tatsache, dass Klitschko eigentlich Ukrainer ist, galt dieser lange als Gallionsfigur des deutschen Boxsports. Am 15. Juni findet ein Kampf der Extraklasse statt: Tyson Fury gegen Tom Schwarz – in Las Vegas! Der deutsche Profiboxer ist bei 24 Kämpfen bislang ungeschlagen – 16 seiner Siege endeten im Knockout. Der Kampf der beiden Boxer findet in einer Mehrzweckhalle im US-amerikanischen Casino-Ort Las Vegas statt. Bereits diese Woche reisen Tom Schwarz und sein Team in die USA, um sich vor Ort perfekt auf den anstehenden Kampf vorzubereiten.

Ein besonderes Opfer brachte Rene Friese, der Trainer von Schwarz. Er arbeitete bisher neben seiner Tätigkeit als Boxtrainer im Fahrzeugbau. Um sich vollends auf das Training konzentrieren zu können und Schwarz bestmöglich auf den Kampf vorzubereiten, gab er seinen Job auf.

Im Boxsport ist die richtige Vorbereitung entscheidend für den Erfolg im Ring. Training, Ernährung und ein umfangreiches Wissen über den Gegner sind unabdingbar. © pixabay.com / SFReader (Pixabay License)Im Boxsport ist die richtige Vorbereitung entscheidend für den Erfolg im Ring. Training, Ernährung und ein umfangreiches Wissen über den Gegner sind unabdingbar. © pixabay.com / SFReader (Pixabay License)

Training ist alles – die perfekte Vorbereitung für Boxer

Jeder Boxer, ob Amateur oder Profi, bereitet sich auf einen Kampf intensiv vor. Dazu gehört selbstverständlich das eigentliche Boxtraining im Ring. Zusätzlich sind die richtige Ernährung, die Fitness und die Konzentration auf den Gegner die wichtigsten Eckpfeiler in der Vorbereitung:

• Die Ernährung besteht bei Profiboxern vor allem aus gesunden Proteinen. Diese sind gut für den Muskelaufbau und liefern langfristig Energie. Kurz vor einem Kampf dürfen es natürlich auch gesunde Kohlenhydrate sein, die schnell und kurzfristig Energie für die zwölf Runden liefern. Zudem ist es unerlässlich, viel Wasser zu trinken und auf Alkohol sowie Drogen zu verzichten.

• Fitness gehört in den normalen Tagesablauf eines Profiboxers unbedingt hinein. Im Ring kommt es auf Schnelligkeit und Durchhaltevermögen an. Nicht nur die Schlagkraft entscheidet über Sieg und Niederlage, sondern ebenso die Ausdauer. Mit Rad-, Lauf- und Schwimmtrainings wird diese maximiert.

• Im Ring gibt es nur drei Personen: Den Ringrichter und die beiden Kontrahenten. Um mit der richtigen Taktik in den Boxkampf zu gehen, müssen Boxer sich im Vorfeld detailliert mit ihrem Gegner auseinandersetzen. Dazu zählen Videos vergangener Kämpfe und öffentlicher Trainings. Dieser Part der Vorbereitung ist nicht zu vernachlässigen.

Nach dem Training und vor dem Kampf kommt es noch zu einigen Pflichtterminen für Boxer. Dazu gehört neben dem Wiegen und einer Pressekonferenz auch der offizielle „Stare down“. Dabei sehen sich die beiden Boxer direkt in die Augen, so lange, bis einer wegsieht. In Boxerkreisen heißt es, wer zuerst wegschaut, wird den Kampf verlieren. Ob das so stimmt, wird sich am 15. Juni wieder zeigen, wenn Tom Schwarz gegen Tyson Fury boxt.

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