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Er kann auch anders: Max von der Groeben in "Kidnapping Stella"

11.07.2019 - "Fack ju Göhte"-Star Max von der Groeben verwandelt sich im Netflix-Thriller "Kidnapping Stella" in einen brutalen Entführer. Im großen Exklusiv-Interview spricht der GOLDENE KAMERA-Nachwuchspreisträger von 2013 über schauspielerische Herausforderungen, Erwartungsdruck und kommende Rollen.

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    © Netflix

Millionen Deutsche kennen Max von der Groeben als prolligen Schulchaoten Danger. Doch im Psychothriller "Kidnapping Stella" (ab 12. Juli auf Netflix) zieht der 27-jährige Kölner mit seiner "Fack ju Göhte"-Partnerin Jella Haase ganz andere Schauspielsaiten auf...

 

Darum geht's in "Kidnapping Stella"

Auf ihrem Heimweg wird die Industriellentochter Stella (Jella Haase) von zwei maskierten Männern entführt. Vic (Clemens Schick) und Tom (Max von der Groeben) haben sich im Knast kennengelernt und wollen den großen Reibach machen. Nachdem sie ihr Opfer in einer leerstehenden Wohnung ans Bett gefesselt haben, kümmert sich Vic um die Lösegeldforderungen und überlässt die Überwachung seinem Partner - ohne zu ahnen, dass Tom ein Geheimnis verbirgt, dass fatale Komplikationen nach sich zieht...

 

Max von der Groeben im Interview

Der allgemeine Pressetenor zu "Kidnapping Stella" ist: Chantal und Danger machen ernst! Inwiefern war das Verlassen der Schublade tatsächlich ein Entscheidungsgrund für Dich?

Jella und ich haben schon immer bei "Fack ju Göhte" gesagt, dass wir gerne auch mal etwas anderes gemeinsam drehen würden. Wir verstehen uns super und ergänzen uns beim Spiel miteinander sehr gut. Daher habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass wir jetzt diese Chance bekommen haben, zusammen in einem völlig anderen Rahmen aufzutreten. Ich finde, das hat super funktioniert, weil man zu keiner Sekunde an "Fack ju Göhte" denkt.

 

 "Kidnapping Stella" darf man sich sicher als sehr intimen und ungemein intensiven Dreh vorstellen. Wie wichtig war es für Dich, dabei mit Jella eine alte Vertraute an der Seite zu haben?

Das war von großem Vorteil! Der Film erforderte ein hohes Maß an Brutalität. Bis zu einem gewissen Grad kann man das alles spielen, aber letztendlich muss man sich trotzdem gegenseitig hart anpacken und extrem rau miteinander umgehen. Da war es super, dass wir uns schon so gut kannten und wussten, wie weit wir gehen können ohne Angst zu haben, den anderen physisch oder psychisch zu verletzen.

 

Es gibt ein paar inhaltliche Änderungen gegenüber dem britischen Original "Spurlos – Die Entführung der Alice Creed". Wie seid Ihr und Regisseur Thomas Sieben mit der Vorlage umgegangen?

Ich hatte das Original nie gesehen. Ich wollte mich im Vorfeld auch nicht davon beeinflussen lassen und meine eigene Rolle kreieren. Ich wusste natürlich, dass es eine Vorlage gibt und manchmal wurde in der Vorbereitung mit dem Regisseur auch darüber gesprochen. Ich will den Film aber auf jeden Fall noch schauen – er steht oben auf meiner Liste.

 

Für "Kidnapping Stella" war ursprünglich ein Kinostart vorgesehen, jetzt debütiert Euer Film bei Netflix. Wie kam es dazu?

Ich freue mich wahnsinnig darüber. Für den Film ist es glaube ich das Beste, was passieren konnte. Wenn wir jetzt ab dem 12. Juli weltweit auf Netflix laufen, haben über 140 Millionen Zuschauer die Chance, unseren Film zu schauen. Darüber freuen wir uns als Schauspieler natürlich sehr.

Hätte eine direkte Netflix-Produktion eventuell mehr Freiheiten in Bezug auf inhaltlichen Wagemut bedeutet?

Wie wir den Film gemacht haben, lief komplett nach unserem Plan ab. Ich glaube, wenn wir in der gleichen Konstellation von Anfang an gewusst hätten, dass wir den Film für Netflix produzieren, hätten wir "Kidnapping Stella" sehr wahrscheinlich genauso gemacht.

 

Leider kommt es hierzulande selten vor, dass sich deutsche Schauspieler und Filmemacher finden, die richtige Genre-Produktionen auf die Beine zu stellen. Warum tut sich das deutsche Publikum Deiner Meinung nach so schwer mit einheimischen Genre-Filmen?

Es ist ja immer die Frage von Angebot und Nachfrage. Ich denke schon, dass man dem deutschen Publikum mehr zutrauen kann, als das normalerweise getan wird. Deswegen bin ich froh, dass wir mit "Kidnapping Stella" jetzt mal einen richtigen Genrefilm gemacht haben. Ich bin gespannt, wie er aufgenommen wird und dann schauen wir weiter.

 

Der Film bezieht seine Spannung daraus, dass er einige existentielle Emotionen auf die Spitze treibt. Es geht um missbrauchtes Vertrauen und Toms anfänglicher Antrieb ist Rache: Wie fremd oder vertraut ist Dir dieses oft auch selbstzerstörerische Gefühl?

Also ich habe noch nie jemanden entführt, um Rache zu nehmen. Das war Neuland für mich. (lacht) Aber klar, jeder hat mal das Bedürfnis, es einem anderen richtig heimzuzahlen. Aber das hier spielt natürlich auf einer ganz anderen Ebene. Der Film hat mich daher an Emotionen herangeführt, die ich in meinem Alltag nicht durchlebe, und das ist ja auch gerade ein positiver Faktor dieses Jobs.

Im Film weiß immer eine Figur mehr als die andere. Wie gut bist Du selbst beim Geheimhalten von Geheimnissen?

(lacht) Wenn man mir ein Geheimnis anvertraut und ich die Person mag… Quatsch, Geheimnisse kann man mir sehr gut anvertrauen.

 

Besonders stark kommen im Film die dialogfreien Momente rüber: Auf der einen Seite die dialogfreie, fast mechanische Entführungsvorbereitung in den ersten 8 Filmminuten und auf der anderen Seite die von Deiner Rolle repräsentierte Einsamkeit des Entführers. Inwiefern musstest Du Dich schauspielerisch auf solche Momente nonverbaler Charakterisierung anders vorbereiten?

Meine Herangehensweise an Rollen ist immer sehr psychologisch: Woher kommt er? Was treibt ihn an? Was sind seine Motive und Ziele? Diese Sachen habe ich im Vorfeld für mich herausgearbeitet und in Zusammenarbeit mit Thomas Sieben noch präzisiert. Wenn das einem vorher klar wird und man ein so gut geschriebenes Drehbuch hat, kann eine Figur diese spannenden inneren Wendungen durchlaufen. Genau das war auch ausschlaggebende Punkt für mich, warum ich diese Rolle überhaupt spielen wollte.

Spiegelt sich in diesem methodischen Vorgehen Deine nachträgliche Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule wider oder war das von jeher Deine schauspielerische Herangehensweise?

In einem gewissen Maße schon, ich tue es jetzt aber in einem viel größeren Umfang. Die Erfahrung an der Otto-Falckenberg-Schule und danach am Lee-Strasberg-Institute in New York haben mich als Schauspieler auf jeden Fall deutlich weitergebracht. In meiner Arbeitsweise und in meinem Selbstverständnis als Schauspieler habe ich mich definitiv weiterentwickelt.

 

Gehört dazu auch, was Du als Gewinner des GOLDENE KAMERA-Nachwuchspreises 2013 in unserem Steckbrief unlängst kommenden Nachwuchspreisträgern geraten hast: "Die Aufmerksamkeit, die man durch die GOLDENE KAMERA bekommt, nutzen!" Hast Du das selbst etwa nicht ausreichend getan?

Ich sage mal so: Der erste Film, den ich nach der GOLDENEN KAMERA gedreht habe, war "Fack ju Göhte" – viel mehr Aufmerksamkeit hätte ich nicht erreichen können. (lacht)

Wie ist die Situation nach dem Nachwuchspreis-Gewinn generell: Ist es eine Auszeichnung, die selbstbewusst macht oder eine Bürde, der Preiswürdigkeit gerecht zu werden?

Die GOLDENE KAMERA war meine erste große Auszeichnung und kam zudem völlig unerwartet. Natürlich gibt so etwas einem jungen Menschen Selbstvertrauen. Gerade in einem Beruf, in dem alles, was man tut und sagt, sehr persönlich interpretiert wird. Man weiß oft nicht genau, wie man gesehen wird. Und wenn man dann so eine Auszeichnung bekommt, ermutigt das einen natürlich, weiter dranzubleiben, weil man auf dem richtigen Weg scheint und es offenbar nicht so ganz falsch macht.

 

Wie hat sich Deine Auffassung vom Schauspielberuf von damals bis heute verändert?

Ich bin ja schon ein bisschen länger dabei und wusste eigentlich schon immer, dass Glamour nur eine kleine Facette dieses Berufs darstellt. Ich würde behaupten, dass ich schon immer sehr professionell war, daher hat sich so richtig nichts verändert. Sagen wir mal so: Durch meine Ausbildung habe ich eine größere Sicherheit und dadurch am Set eine größere Gelassenheit bekommen. Ich habe ein größeres Vertrauen in mich selbst und weiß, was ich kann und was ich brauche, um bei der Arbeit bestmöglich zu funktionieren.

Darfst Du uns schon etwas zu Deiner Rolle in "Lindenberg! Mach Dein Ding!" verraten?

Sehr gerne! In dem Biopic geht es ja um die Anfangsjahre von Udo Lindenberg und ich spiele seinen damaligen besten Kumpel und Bassisten seiner Band Steffi Stephan. Die 70er Jahre waren für mich natürlich genauso neu wie das Spielen mit Langhaarperücke. Außerdem ist meine Figur ein bisschen Hippie-mäßig veranlagt. Das war eine sehr schöne Erfahrung.

 

Außerdem habe ich noch die Romanverfilmung "Auerhaus" gedreht, die am 5. Dezember ins Kino kommt. Auch wieder eine völlig andere Figur.

Inwiefern anders?

Ich spiele einen Jungen, der versucht sich umzubringen. Er zieht dann mit einem Typen aus der Schule und zwei Mädels zusammen, weil er auf Anraten der Ärzte nicht mehr bei seinen Eltern wohnen sollte. Das klingt jetzt sehr dramatisch, wird aber auf eine unbeschwerte Weise erzählt. Auf den Film freue ich mich sehr, weil es eine sehr schöne Geschichte und eine sehr schöne Arbeit war.

 

Du hast einmal gesagt, dass Du für eine Rolle in einem Leonardo-DiCaprio-Film alles stehen und liegen lassen würdest. Warum? Ist Leo Dein schauspielerisches Vorbild?

Vorbild würde ich jetzt nicht sagen. Aber ich gucke ihm einfach sehr gerne zu und finde seine Art zu spielen wahnsinnig kraftvoll. Er hat eine unglaubliche Genauigkeit und ich würde gerne mal erleben, wie er arbeitet. Also: Wenn die Rolle nicht ganz scheiße ist, würde ich beim nächsten DiCaprio-Film zusagen. (lacht)

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