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United Colors of Netflix

10.07.2018 - Zum Start der indischen Crime-Saga "Der Pate von Bombay" und der brasilianischen Sitcom "Samantha!" präsentieren wir einen Serien-Überblick über die internationalen Netflix-Originale und -Koproduktionen.

Seit die erste deutsche Netflix-Serie "Dark" für internationale Furore gesorgt hat, dürfte auch der ignoranteste Bingewatcher bemerkt haben, dass der amerikanische Streaming-Primus bei seinen Originalserien nicht nur auf heimische US-Produktionen, sondern auch auf internationale Stoffe setzt.

 

Die brandneue indische Crime-Saga "Der Pate von Bombay" ist dabei nur das jüngste Beispiel einer marktstrategischen Praxis, die seit einigen Jahren das Netflix-Wachstum mitbestimmt.

Internationale Netflix-Originale: die Anfänge

Denn seit Netflix 2012 mit seiner ersten internationalen Koproduktion dafür sorgte, dass die norwegische Crime-Comedy "Lilyhammer" realisiert werden und sich so zur Kultserie mausern konnte, arbeiten die Strategen des Streamingdienstes daran, das Netflix-Portfolio um neue originale Serienstoffe aus dem Ausland zu erweitern.

 

Dabei tritt Netflix entweder als Koproduzent auf, der wie im Fall des britischen Coming-of-Age-Geheimtipps "The End of the F***ing World" nach seiner heimischen TV-Premiere auf Channel 4 die weltweiten Vertriebsrechte bekommt. Wobei es auch vorkommt, dass Netflix wie im Fall des Thriller-Erfolgs "Haus des Geldes" vom spanischen Sender Antena 3 erst nachträglich die weltweiten Vertriebsrechte erwirbt.

 

Oder der Streaming-Primus produziert lupenreine "Netflix Originale", die wie bei den preisgekrönten Serienerfolgen "Narcos" und "The Crown" als amerikanisch-kolumbische bzw. amerikanisch-britische Koproduktionen daherkommen können oder wie im Fall der brasilianischen Hitserie "The Mechanism" als rein ausländische Produktion für den US-Konzern entstehen. 

 

Internationale Netflix-Originale: die Beweggründe

Dass sich unter den 10 (statistisch) beliebtesten Netflix-Eigenproduktionen vom überraschenden Spitzenreiter "The Mechanism" angeführt vier nicht amerikanische Serien befinden, ist einerseits Ausdruck dafür, dass der Bingewatch-Pionier bei seinem Produzenten-Engagement durchaus High-End-Serien mit universellem Appeal im Auge hat. Andererseits bilden diese globalen Hits unter den internationalen Netflix-Produktionen eher die Ausnahme. 

Denn parallel zur weltweit immer weiter expandierenden Reichweite konzentriert sich Netflix beim Realisieren originaler Stoffe zumeist auf Serien, die zwar weltweit (und meist nur untertitelt) angeboten werden, aber eher auf nationale Mentalitäten und Geschmäcker der jeweiligen Produktionsländer abzielen.

 

Ein gutes Beispiel für diese lokale Marktorientierung ist Japan, unter dessen 10 bisherigen Netflix-Serien sich vier Manga-Adaptionen ("Samurai Gourmet", "Million Yen Women", "Erased", "Mob Psycho 100"), eine Bestseller-Verfilmung ("Hibana: Spark") und die Fortsetzung einer japanischen Kultserie ("Midnight Diner") finden.

Internationale Netflix-Originale: die Zukunft

In diesem Sinne wird die Biopic-Serie "Jimmy: Die wahre Geschichte eines wahren Idioten" über die frühen Jahre der japanischen Komiker-Legende Jimmy Onishi (ab 20. Juli) den Reigen internationaler "Netflix Originale" fortsetzen. Dicht gefolgt von der mexikanischen Comedy-Serie "Blumige Aussichten" (ab 10. August) und der indischen Horror-Miniserie "Ghoul" (ab 24. August).

 

Aus deutschen Landen gesellt sich dann zum Jahresende noch der Cop-Thriller "Dogs of Berlin" dazu, bevor 2019 ein Serien-Reboot von "Die Welle" folgen wird.

Und bei unseren europäischen Nachbarn wird sich nach Frankreich ("Marseille"), Italien ("Suburra"), Spanien ("Die Telefonistinnen") und Dänemark ("The Rain") demnächst auch noch Österreich einreihen. Schließlich wurde dieser Tage bekannt, dass Netflix koproduzierend in das historische Serienkiller-Drama "Freud" von Regisseur Marvin Kren ("4 Blocks") eingestiegen ist. Die Streaming-Zukunft bleibt international.

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