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Und ewig grüßt das Murmeltier

29.01.2018 - Nun ist die Rückrunde gerade einmal drei Spieltage alt, und die zweite Trainer-Entlassung ist perfekt. Nun hat es, nach Markus Gisdol beim HSV, auch Stuttgarts Hannes Wolf (36) getroffen – einen dieser jungen (Trainer-)Garde, in die so viel Hoffnung gesetzt wird. Noch im Sommer gefeierter Aufstiegsheld im „Ländle“ und nun – angeblich auch, weil er selbst nicht mehr sicher war, die Mannschaft noch „erreichen“ zu können – vom Hof gejagt. Die Erklärung der Verantwortlichen klang dabei austauschbar: „Wir brauchen neue Impulse!“, ließ Sportvorstand Michael Reschke verlauten… Dieser Impuls hat nun einen Namen: Tayfun Korkut.

  • Abfahrt: Hans Wolf kann sich erhobenen Hauptes von der VfB-Familie verabschieden. Der 36-Jährige wird nicht so schnell vom Trainermarkt verschwinden - Foto: Herbert Rudel © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Abfahrt: Hans Wolf kann sich erhobenen Hauptes von der VfB-Familie verabschieden. Der 36-Jährige wird nicht so schnell vom Trainermarkt verschwinden - Foto: Herbert Rudel © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Unter Druck: Sportvorstand Michael Reschke (l.) und Präsident Wolfgang Dietrich bewiesen nicht gerade Nerven wie Drahtseile. Kein Wunder, dass sie sich auch von Wunschkandidat Markus Weinzierl einen Korb einfingen - Foto: Sebastian...

    Unter Druck: Sportvorstand Michael Reschke (l.) und Präsident Wolfgang Dietrich bewiesen nicht gerade Nerven wie Drahtseile. Kein Wunder, dass sie sich auch von Wunschkandidat Markus Weinzierl einen Korb einfingen - Foto: Sebastian Gollnow © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der VfB ist am Boden. Dabei betonte Winter-Neuzugang Mario Gomez, dass er auch wegen des Trainers Hannes Wolf in seine Heimat zurückgekehrt ist – Foto: Herbert Rudel © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Der VfB ist am Boden. Dabei betonte Winter-Neuzugang Mario Gomez, dass er auch wegen des Trainers Hannes Wolf in seine Heimat zurückgekehrt ist – Foto: Herbert Rudel © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der neue Mann: Tayfun Korku soll schon in  Wolfsburg auf der VfB-Bank sitzen – Foto: Franz Waelischmiller/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Der neue Mann: Tayfun Korku soll schon in Wolfsburg auf der VfB-Bank sitzen – Foto: Franz Waelischmiller/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Natürlich ist die Ausbeute von nur einem Sieg aus den vergangenen neun Pflichtspielen eine magere Ausbeute. Doch hier gilt aus meiner Sicht das Gleiche wie in der Vorwoche für die Hamburger Entscheider: Wenn es denn unbedingt die Trennung sein musste, warum nach nur drei Spielen der Rückrunde? Warum hat man dem engagierten und superloyalen Wolf überhaupt noch die Mannschaft in der Vorbereitungsphase anvertraut? Mal ganz abgesehen davon, soll nun plötzlich alles schlecht sein, was noch vor einem halben Jahr top war?

Fehlende Kompetenz

Auch in Stuttgart müssen sich der omnipräsente Michael Reschke und seine Vorstandskollegen die Kompetenzfrage gefallen lassen. Da steigt ein junger, ambitionierter Trainer mit dem VfB direkt wieder auf, hält die Mannschaft bereits die gesamte Saison den Abstiegsplätzen fern, und als „Dankeschön“ und Vertrauensbeweis entzieht man ihm in der ersten schwierigen Phase selbiges? Geht‘s noch? Sieg gegen Hertha, „Schwamm drüber“-Leistung gegen Mainz und Heimniederlage gegen die Champions-League ambitionierten Schalker – wohlgemerkt (und da wiederhole ich mich gern) als Aufsteiger, der die ganze Saison nicht auf einem Abstiegsplatz stand. Ich bin sicher, dass die eingefleischten VfB-Fans diese enttäuschende Trennung entsprechend quittieren werden. Und, ganz ehrlich: völlig zu Recht!

Chance vertan

Hannes Wolf, der erst im September 2016 aus der Jugendabteilung von Boussia Dortmund ins Schwabenland gewechselt war, hätte es allemal verdient gehabt, das „Sechs-Punkte-Spiel“ am nächsten Wochenende gegen den VfL Wolfsburg als VfB-Coach zu bestreiten. Denn mit einem Sieg besteht durchaus die Möglichkeit, das Polster nach unten etwas auszustopfen. Einem, der seine Loyalität sogar noch nach seiner Entlassung per WhatsApp-Profilbild im Trainingsanzug des Vereins dokumentiert, verwehrt man so eine Chance ohne Not nicht.

Druck auf Reschke steigt

Not verschaffte sich Sportvorstand Reschke beim traditionell unruhigen Umfeld des VfB dagegen nun selbst, denn er beraubte sich im vergangenen halben Jahr nicht nur der „Aufstiegs-Architekten“, sondern bereitete dem Wolf-Nachfolger auch denkbar schlechte Bedingungen für einen guten Start. Bereits vor fünf Monaten entledigte er sich dem bestens angesehenen Manager Jan Schindelmeiser, der zudem prächtig mit Hannes Wolf harmonierte und somit erheblichen Anteil am Wiederaufstieg hatte. Neben “zwischenmenschlichen Problemen“ gilt die Verpflichtung des verletzungsanfälligen Holger Badstuber im VfB-Flurfunk als „Scheidungsgrund“. Größter Kritiker soll wohl Wirtschafts-Spezi und Präsident Wolfgang Dietrich gewesen sein. Die Fußballfachleute in Stuttgart sehen Badstuber dagegen als den Stabilisator in der VfB-Defensive schlechthin. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Wende oder Ende

Sollten die Stuttgarter, unter welchem Trainer auch immer, gegen den VfL Wolfsburg erneut patzen, fehlen Reschke sämtliche Argumente, deren er sich selbst beraubt hat, denn am Trainer wird es dann nicht gelegen haben können. Konsequenterweise müsste der Ex-Bayer dann von allein seinen Platz räumen. Allein die Fantasie dazu fehlt mir. Der Scherbenhaufen, den er dann hinterlassen würde, könnte kaum größer sein. Doch: Wenn Reschke auch dem neuen Trainer nach einer möglichen Niederlage am nächsten Wochenende per öffentlichem Statement das Vertrauen entzieht. Da kann Hannes Wolf nach dem Mainz-Spiel in seiner gelebten Loyalität noch so laut beteuern, die Reschke-Aussage im ZDF-Sportstudio „wir müssen uns in dieser Woche zusammensetzen, um uns taktische und spielerische Änderungen zu überlegen" sei nicht so gemeint gewesen. Ich glaube genau das Gegenteil!

Nun soll es also Tayfun Korkut richten: Immerhin weiß er, worauf er sich einlässt, war 2011 schon einmal im Jugendbereich vom VfB tätig. Bei seinen beiden vorangegangenen Stationen 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen war er jeweils nicht einmal ein halbes Jahr im Amt...

 

Also, wer geglaubt hat, in Stuttgart würde nach der Frischzellenkur in Liga 2 nun endlich auf Kontinuität gesetzt und Ruhe einkehren, der sieht sich – wieder einmal – getäuscht.

Schade und bedauerlich findet das
Ihr Wolfgang Gamerdinger

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