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"Tatort: Ein Tag wie jeder andere" – der Tod kommt zur vollen Stunde

20.02.2019 - Der "Tatort: Ein Tag wie jeder andere" (24. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) ist vielleicht das Beste was die ARD seit langem an einem Sonntagabend ausgestrahlt hat - er legt minütlich eine Schippe drauf.

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		Anwalt Thomas Peters (Thorsten Merten) erschießt im laufenden Prozess einen Richter. Kurz vor der Tat schaut er auf die Uhr und wartet die volle Stunde ab. ©

    Anwalt Thomas Peters (Thorsten Merten) erschießt im laufenden Prozess einen Richter. Kurz vor der Tat schaut er auf die Uhr und wartet die volle Stunde ab. © BR

Lief letzte Woche im "Tatort: Murot und das Murmeltier" noch der gleiche Tag immer wieder in Dauerschleife ab, so erwartet diese Woche das fränkische Ermittlerduo Voss und Ringelhahn ein Tag, an dem jede Sekunde zählt. Denn zur jeder vollen Stunde taucht eine neue Leiche auf.

 

Darum geht's im "Tatort: Ein Tag wie jeder andere"

In der Gerichtsverhandlung schwitzt Anwalt Peters (Thorsten Merten) sehr, schaut immer wieder nervös auf die Uhr. Plötzlich steht er auf, zwingt den Richter auf die Knie und erschießt ihn. Peters kann fliehen.

Die Ermittler Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) stehen vor einem Rätsel: Der bisher völlig unauffällige Anwalt hat kein Motiv, keine psychische Störung, war mit dem Richter weder befreundet noch verfeindet, sondern einfach nur bekannt.

 

Genau eine Stunde später taucht ein zweites Opfer auf: eine 36-jährige Mutter von Beruf her Biochemikerin. Zunächst können Voss und Ringelhahn keine Zusammenhang feststellen. Doch dann erfahren sie, dass die Tote in einem von Peters Fällen als Gutachterin ausgesagt hat.

Der Beklagte, der Großindustrieller Rolf Koch (Jürgen Tarrach) soll Schimmelpilze an Kühe verfüttert haben. Koch stellte Selbstanzeige und lieferte zudem die Beweise gegen sich. Doch nach Paragraph 44 dürften diese bei Selbstbelastung vor Gericht nicht verwendet werden und Koch wurde freigesprochen. Voss und Ringelhahn läuft die Zeit weg – ein weiteres Opfer soll ein 14-jähriges Mädchen sein.

Hintergrund

Dieser Krimi ist erst der dritte Spielfilm, der in dem Bayreuther Festspielhaus gedreht werden durfte. Regisseur Sebastian Marka fand diese Ehre aufregend: "Auf der Festspielbühne musste meist unsere Inszenierung der Walküre gleichzeitig mit der Thrillerhandlung im Zuschauersaal ablaufen. Es liefen quasi zwei Filme parallel ab. Die Akustik im Bayreuther Festspielhaus ist weltberühmt und stellt den Sound jedes modernen Surroundkinos in den Schatten."

 

Marka arbeitet hier erneut mit Drehbuchautor Erol Yesilkaya zusammen. Das eingeschworene Team war schon für viele besondere und gefeierte "Tatorte" verantwortlich, wie der Berliner "Tatort: Meta", der Münchner "Tatort: Die Wahrheit" und der Wiesbadener "Tatort: Es lebe der Tod". Yesilkaya verarbeitet in dem Drehbuch seine ganz persönliche Erfahrung. Seine schwangere Frau entging kurz vor der Entbindung nur knapp einer Lebensmittelvergiftung.

In der Rolle des Rolf Kochs ist Jürgen Tarrach zu sehen. Der 58-Jährige tourt derzeit mit dem Stück "Fehler im System" als transsexueller Vater in Frauenkleidung durch Deutschland. Seine Tochter spielt Ex-"Blümchen"-Sängerin Jasmin Wagner.

 

Thorsten Merten (56), hier als Todesschütze, steht in den Krimis meist auf der anderen Seite des Gesetzes: Im "Spreewaldkrimi" tritt er als Polizeihauptkommissar Martin Fichte und im Weimarer "Tatort" als Kommissariatsleiter Kurt Stich in Erscheinung. Merten, Absolvent der Ernst Busch-Schauspielschule, wurde durch den Andreas Dresen Film "Halbe Treppe" bekannt. Er ist mit Tilman Döbler ("Zuckersand") und Devid Striesow in "Alfons Zitterbacke: Das Chaos ist zurück" ab dem 11. April im Kino zu sehen. Neben Striesow drehte er auch schon für "Schwarz und Schwarz" (neue Folgen ab dem 23. März im ZDF).

Stephan Grossmann (47), der hier ebenfalls eine Hauptrolle inne hat, drehte mit Regisseur Sebastian Marka bereits den "Tatort: Meta". Er war als Helmut Kohl in "Der Mann aus der Pfalz", als Hans-Dietrich Genscher in "München 72 – Das Attentat" zu sehen. Im "Polizeiruf 110: Geliebter Mörder" spielte er einen verurteilten Pädophilen. Außerdem hält er in Serien wie "Weissensee" und "Hotel Heidelberg"  Hauptrollen inne.

 

Filmkritik zum "Tatort: Ein Tag wie jeder andere"

Beim fünften "Tatort" des fränkischen Teams Voss und Ringelhahn stimmt einfach alles: ein emotional packender Fall, sehr gute schauspielerische Leistungen und einwandfreie visuelle Umsetzungen. Das Wort Spannung wird hier groß geschrieben! Fast schon einem Thriller gleich, nimmt der Krimi unerwartete Wendungen und liefert ein nervenaufreibenden Showdown. Und am Ende steht die Frage: Was ist wichtiger – die eigene Moral oder das Gesetz?

 

Dazu fährt der Krimi noch opulente Kulissen wie das Bayreuther Festspielhaus auf. Und wenn man glaubt, jetzt wäre der Fall klar und das Böse sei gebannt, dann legt dieser "Tatort" noch mal ne Schippe drauf. Ein Glanzstück in der "Tatort"-Geschichte. Bitte mehr davon!

 

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