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"Tatort: Querschläger": Mord aus Liebe zum Kind

29.11.2019 - Im "Tatort: Querschläger" (Sonntag, 1. Dezember, 20.15 Uhr im Ersten) fiebert der Zuschauer nicht mit Falke und Grosz, sondern mit dem Täter mit.

"Spätestens Weihnachten bin ich tot." Mit dieser Aussage eines Mädchens muss Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) erst einmal klar kommen. Der neue "Tatort" aus Hamburg zeigt die beiden Ermittler Falke und Grosz von neuen Seiten: Der Kommissar wird weich und seine Kollegin erhält Avancen von einer weiblichen Polizistin.

 

Darum geht's im "Tatort: Querschläger"

Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) werden zu einem Rasthof an der A7 in der Lüneburger Heide gerufen. Bei einer großangelegten LKW-Kontrolle fallen plötzlich Schüsse. Ein Heckenschütze scheint es auf das Fahrzeug von Cem Jimmy Aksoy (Eray Egilmez) abgesehen zu haben. Wenig später erhält dieser eine Drohung: Er soll 300000 Euro zahlen oder der nächste Schuss trifft seinen Bruder Efe Aksoy (Deniz Arora). Handelt es sich um einen Krieg zwischen Spediteuren? Die Aksoys scheinen ihr Geld mit illegalen Abfallexporten verdient zu haben. Deren Entsorgung ist neben dem Handel mit Waffen und Drogen die größte kriminelle Einnahmequelle für Trucker, erklärt Zollfahnder Steffen Thewes (Milan Peschel) den Ermittlern. 

 

Ein am Tatort gefundenes amerikanisches Schmerzmittel führt Falke und Grosz schließlich zu der Tochter des Zollbeamten Sara Thewes (Charlotte Lorenzen). Sie hat eine Halswirbelsäuleninstabilität, an der sie bald sterben muss. Ihr Vater tut alles, um ihr Leben zu retten. Die Krankenkassen verweigert jedoch die Zahlung für eine rettende OP.

 

Hintergrund

Drehbuchautor Oke Stielow bringt in diesem Fall Schlimmes zu Tage, er erklärt: "Als ich über seltene Erkrankungen recherchiert habe, war ich sehr erschüttert. In der EU liegt die Zahl bei 30 Millionen Menschen, die an 8000 unterschiedlichen seltenen Erkrankungen leiden. In Deutschland geht man von vier Millionen aus. Finanzierungen in die Forschung lohnen sich für die Unternehmen nicht und von den Krankenkassen bekommt man kaum Unterstützung." 

Regisseur Stephan Rick sagt sogar: "Ich glaube, in den Randbereichen unseres Gesundheitssystems gibt es eine Schieflage." Der "Tatort" greift also wieder ein aktuelles Thema auf. Das ganze aus der Sicht eines Kindes zu erzählen, das bewegt natürlich.

 

Stielow: "Kinder zu haben, ist wie eine emotionale Achterbahnfahrt. Man weiß nicht genau, wann geht es hoch, wann geht es runter, wann nach links und wann nach rechts. Und wenn du ein krankes Kind hast, findet das Ganze noch dazu im Dunkeln statt."

Milan Peschel, der seinen Abschluss an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst-Busch absolvierte und als Theaterdarsteller seine Karriere begonnen hat, ist ebenfalls Regisseur. Die Zuschauer kennen ihn u.a. aus komödiantischen Filmen wie in "Der Nanny", "Männertag" oder "Klassentreffen 1.0". Hier überzeugt er in einer sehr ernsten Vaterrolle.

Übrigens: Milan Peschel ist am 9. Dezember im ZDF-Fernsehfilm der Woche "Danowski - Blutapfel" (20.15 Uhr) selbst als Ermittler zu sehen.

 

 

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Die ersten 15 Minuten starten nervenaufreibend, dann scheint der Fall bereits gelöst. Doch weit gefehlt. Es ist nicht die Frage nach dem "Wer?", sondern "Wie weit geht ein Vater, um das Leben seiner Tochter zu retten?" Anders als sonst fiebert der Zuschauer mit dem Täter mit.

Gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit steht die Frage im Raum: Wie können die "Tatort"-Schreiber den Konflikt zwischen Recht und moralischem Unrecht lösen? Muss ein Kind am 1. Advent sterben, nur damit Gesetze eingehalten werden? Der Kirchenchor zum Ende untermalt diese Ungerechtigkeit. Milan Peschel ist hier nicht "Der Nanny"-Quatschkopf, sondern spielt grandios einen knallharten Gegenpart zu dem erstaunlich weichen Falke. Kurzum: ein emotional beladener Fall mit moralischen und existenziellen Fragen.

 

 

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