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"Unterleuten": Das Dorf der Intrigen

20.02.2020 - Alles über die hochklassig besetzte ZDF-Verfilmung des Bestsellers „Unterleuten“ (ab dem 9. März, 20.15 Uhr, ZDF) von Juli Zeh.

Ein gestresstes junges Paar, das mitsamt Baby der Großstadt entflieht und auf dem Land Ruhe und Frieden sucht. Ein soziopathischer Schrotthändler, der ihnen genau diese Idylle vermiest. Und jede Menge weiterer Dörfler, die scheinbar nichts Besseres zu tun haben, als Steine auf Dächer zu werfen, alten Frauen die Katzen wegzunehmen und Brunnen zu vergiften – willkommen im Mikrokosmos von „Unterleuten“, einem 200-Seelen-Dorf in Brandenburg!

 

Alle drei "Unterleuten"-Filme gibt es hier vorab in der ZDF-Mediathek (verfügbar bis zum 2. September 2020)

 

 Bestseller von Juli Zeh

 

Der gleichnamige Roman um das fiktive Nest, in dem nicht nur wegen eines geplanten Windparks zahlreiche Konflikte toben, war 2016 der Bestseller des Jahres. Es sind vor allem die raffinierten Perspektivwechsel, mit denen die Autorin Juli Zeh die Leser fesselt. Jedes Mal, wenn man glaubt, die Handlungen einer Figur zu verstehen, wird deren Motivation kurz darauf konterkariert, indem der Kampf gegen Windmühlen vor den Toren des Dorfes plötzlich aus der ebenso nachvollziehbaren Sicht einer rivalisierenden Figur fortgesponnen wird.

 

„Für mich“, so die Schriftstellerin gegenüber GOLDENE KAMERA, „ist der Übergang von einer Innensicht in die nächste das große Thema dieses Stoffs. Ebenfalls wichtig ist der Gegensatz von Stadt und Land.“ Doch  "Wahrnehmungsblasen“ und Kontraste sind bei Weitem nicht der einzige Reiz der starbesetzten dreiteiligen Verfilmung.

 

Starbesetzter Dreiteiler

Charly Hübner, dessen Filmfigur Schaller viele Dörfler gegen sich aufbringt, meint: „In diesem Film findet man als Zuschauer in jeder Figur jemanden wieder, den man aus seinem Umfeld kennt, vom schwächelnden Anführer über alte Stänkerer bis zur nachrückenden, jungen Generation. Und natürlich gibt es auch Leute, die immer schon einen schlechten Ruf hatten sowie Weltverbesserer, die mit ihren Aktionen eine Kastastrophe heraufbeschwören.“

 

Rosalie Thomass, die im Film für ihr Kind und gegen Windparks kämpft, ergänzt: „Ein weiterer Denkanstoß ist, sich zu fragen, wie wir nachhaltiger leben können, ohne dass sich Einzelne dabei benachteiligt fühlen.“ Denn natürlich, so Thomass, könne es nicht sein, dass frischen Hausbesitzern plötzlich ein Windrad direkt vors Fenster gestellt wird. „Ich habe viel Verständnis für meine Filmfigur Jule, die sich dabei fühlt, als würde man den Kölner Dom in ihrem Garten platzieren.“

Juli Zeh erzählt die Geschichte auf 640 Buchseiten – eine Herausforderung für den Regisseur, der ein solches Epos verfilmt. Matti Geschonneck („Das Zeugenhaus“) sagt dann auch: „Eine Schwierigkeit bestand darin, die Spannung über drei Spielfilmlängen aufrechtzuerhalten."

 

GOKA-Tipp, weil…

Dank einer hochkarätigen Besetzung ist Geschonnecks Dreiteiler ein echtes Schauspielerfest geworden. Zu seinen Stärken zählt der gnadenlos analytische Blick auf die menschlichen Schwächen. Und auch wenn kleine Abweichungen vom Roman nicht immer plausibel sind: ein absolutes TV-Muss!

Ab Montag, 2. März 2020, gibt es bereits alle drei Filme hier in der ZDF-Mediathek.

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