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So nicht, ihr Hasen!

29.09.2017 - Man pflegt seine Eigenheiten, im Norden und Süden unseres Landes, und kommt sich nicht groß in die Quere. Aber gerade läuft etwas schief!

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Ich habe einen neuen Liebhaber und er macht nahezu alles richtig. In so einem Fall lege ich mir einen neuen Duft zu. Einen, der zu mir UND dem Mann passt. Uralte Regel.

Ich stehe also hochkonzentriert vor den Regalen der Parfümerie meines Vertrauens. In Hamburg. Das ist an dieser Stelle wichtig, zu erwähnen. Ich mag die Ernsthaftigkeit, beim Aussuchen eines neuen Parfüms. Ich mag die La-La-Musik, die dort immer verläßlich im Hintergrund läuft und mir versichert: „Du tust das richtige. Die Welt dreht vielleicht gerade durch, aber hier und jetzt ist  eine Viertelstunde lang alles Ordnung.“ Aber nun ist da plötzlich etwas ungutes in der Luft: Es macht ‚Hummtata’ und dann macht es „I sing a Liad für Di.“ Bayrische Schunkelmusik.

Singen mit Anfassen - ich habe Bilder gesehen und weiß, dass es Menschen gibt, die so etwas tun. Aber nicht hier im Norden. Die Verkäuferin erklärt mir, dass jetzt in allen Filialen diese Musik läuft. Wegen dem Oktoberfest. Als Zeichen von Offenheit und Weltläufigkeit. Aha. Na, dann mal Ohren aufgesperrt, überregionale Parfümerie-Kette. Mein Hirn ist nicht aus Weißwurst gemacht. Auch nicht in Teilen. Wenn ich bajuwarische Blasmusik hören möchte, gehe ich in München in ein großes, knallvolles, lautes Zelt, in dem Frauen mit Quetschebrüsten Bierkrüge schwenken. Also: mal ganz fix die CD gewechselt und was weltläufiges aufgelegt, ihr Hasen!

Hasen, überhaupt, da erzähl ich schnell eine Geschichte: ‚Es war einmal ein kleiner Hase, der wohnte im Wald und hatte sein Schnuffeltuch verloren. Da wurde er erst traurig und dann wütend und hat alle beschimpft. Davon kam das Schnuffeltuch zwar nicht zurück, aber immerhin kannte jetzt jeder den kleinen Hasen. Die Manieren im Wald wurden durch die ganze Geschichte allerdings nicht besser. Sorry, aber ein paar Worte zum Bundestags-Wahlergebnis dürfen sein, oder? 

Zum Schluss was Positives: Fußballtrainer Thomas Tuchel lungerte für das 'Zeit Magazin Mann' barfuß in Armani-Schuhen in Brooklyn rum. Cool, melancholisch mit dem Gesicht eines Zeitreisenden – das herzerweichendste Stück Mann seit Daniel Craig.

Im gleichen Heft sagt Ex-Nacht-Talker Domian: „Die Nacht öffnet die Seele. Dort sitzen die guten Geschichten.“ Darauf einen Drink am Wochenende. Mit irgendeinem Fremden an der Bar.

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