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Urlaub – besser mit Betäubung

20.07.2018 - So, alle schön verreist jetzt? Aber immer noch am Denken? Wir klären das fix.

  • Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

m Alltag werden wir die drei wesentlichen Fragen des Lebens nie lösen können, auch wenn wir noch so lange grübeln:  
„1. Wer bin ich? 2. Wohin gehe ich? 3. Brauche ich eine Betäubung?“
Im Urlaub dürfen wir das Ganze jetzt schnell und schmissig klären: dreimal „Ja.“  So, und jetzt alle Mann wieder planschen gehen.

Ich habe aktuell allerdings noch eine ganz andere Frage. Ich fahre nämlich auch in den Urlaub, zum ersten Mal mit meinem Übergangsmann. Bislang ist es prima gelaufen mit uns. Wir sehen uns nur alle paar Tage und dann höchstens 24 Stunden am Stück. Das ist sehr hilfreich für eine schmiegsame Beziehung. Man bleibt verschont von den alltäglichen Verschrobenheiten des Anderen und muss nicht über Nickeligkeiten diskutieren. Jetzt wird es natürlich brisant: Reicht Sex als tragfähige Beziehungsbasis zwei durchgehende Wochen lang? Man wird ja gelegentlich doch mal an den Strand oder sonstwohin wollen. Also, irgendwohin, wo man was anderes macht, als Sex. Steinchen übers Wasser ditschen zum Beispiel. Puh. Aufregend. Ich werde berichten.

Andere Menschen kreisen im Urlaub um ihre Arbeit und können nicht abschalten. Aktuell läuft deshalb eine Studie: Die Holidaily 2.0. App kümmert sich um die „Erholungswelt“ gestresster Berufstätiger. Jeden Tag gibt’s ein „Daily“ für sie, eine kleine Übung. Zum Beispiel „einfach mal selbstbestimmt die Radtour abkürzen, wenn man keine Lust mehr hat.“ Das ist von Wissenschaftlern entwickelt und spricht ernsthafte Bedürfnisse an. Ich möchte ein bisschen weinen. Auch über das Wort „Erholungswelt“. Nur nebenbei: Schön ist der Begriff „Emotionsbrötchen“. Es meint einen betroffenen Menschen, der unter allem möglichen leidet und sich stets ungerecht behandelt fühlt. Eine hilfreiche App für Emotionsbrötchen wäre ein geschäftlicher Erfolg.

Während ich diesen Text schreibe, lausche ich dem Gelärme des Nachbarkindes (Kreischen, Quieken), seines Vaters (Dröhnen, Wiehern) und der lieben Mutter (Ru-hu-fen). Sie wohnen vier Häuser weiter und sind so fröhlich in ihrem Garten, die drei. Jeden Tag, stundenlang. Der Kindergarten hat zu, sie machen Urlaub zuhause, die Brülläffchen. Fremde Kinder zur Ruhe zu mahnen ist leider so unkorrekt, wie Plastiktüten und Eier aus Bodenhaltung. Man darf sich nicht einmischen, niemals, in die Erziehungsmethoden anderer Eltern. Das ist ein Tabu. Kein Tabu: etwas kleines, leichtes werfen. Auf die Erziehungsberechtigten. Einen Toaster beispielsweise. Ich muss jetzt mal. In die Küche.

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