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Alles über "Babylon Berlin"

27.09.2018 - Frivol, brutal, authentisch: "Babylon Berlin" ist die aufwendigste Serie der deutschen TV-Geschichte. Was Sie über das historische Krimidrama unbedingt wissen sollten.

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		Berlin in den 1920er Jahren: Die Hauptstadt der Sünde. © Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment

    Berlin in den 1920er Jahren: Die Hauptstadt der Sünde. © Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH

Mit filmischen Herausforderungen kennt sich Tom Tykwer ("Das Parfum", "Cloud Atlas") aus. Sein neuestes Projekt "Babylon Berlin" ist für den 53-jährigen Regisseuren dennoch einzigartig: Es ist die größte Serie, die im deutschen Fernsehen jemals in Angriff genommen wurde. Das historische Kriminaldrama im Berlin der 1920er-Jahre ist eine Produktion der Superlative: über 200 Sprechrollen, rund 300 Drehorte, knapp 40 Millionen Euro Budget. Acht Monate lang dauerte der Dreh der ersten beiden Staffeln, die ab 30.9., 20.15 Uhr, im Ersten (3 Folgen am Sonntag, 13 Folgen donnerstags) laufen. Sogar eine riesige Außenkulisse wurde für das Projekt maßgeschneidert.

 

Die Macher packen aus

Kostüm, Maske, Spezialeffekte, Regie: Hinter den Kulissen von "Babylon Berlin" arbeiten 400 Experten. Hier verraten einige ihre Geheimnisse vom Dreh:

Drehbuch und Regie: Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten haben die sensationelle Serie inszeniert.

Kostüme: Pierre-Yves Gayraud. Der Franzose sammelte für die Serie rund 4000 Kostüme – teilweise maßgeschneidert oder von einen der insgesamt 19 interntionalen Kostümverleihern, die er beauftragte.

Hauptdarsteller Volker Bruch erzählt im Interview mit der GOLDENEN KAMERA u.a. von seiner Kostümausstattung:

Maske: Heiko Schmidt und Kerstin Gaecklien. Die beiden waren für das gesamte Aussehen (Haare, Styling, Make-Up) aller Schauspieler und Komparsen verantwortlich.

Requisite: Alexander Lambriev. Er trägt die gesamte Verantwortung für die Beschaffung sämtlicher Gegenstände, die in der Serie zu sehen sind und die die Schauspieler in die Hand nehmen.

Location Scout: Nick Hertwig. Hertwig besuchte schon hunderter verschiedener Orte, um sie auf Drehtauglichkeit zu überprüfen.

Spezialeffekte: Claudius Rauch (Special Effects Supervisor). Er ist u. a. der Wettermann.  Sein Team lässt es regnen, schneien oder auch Nebel und Wind aufkommen. Zudem inszeniert er Schießereien und Explosionen.

Computereffekte: Robert Pinnow (Visual Effects Supervisor). Mit Computertechnik fügt Pinnow zum Beispiel Straßenhintergründe oder Statisten ein.

Die Buchvorlage von Autor Volker Kutscher. GOLDENE KAMERA traf den Bestsellerautoren exklusiv in einem Kölner Literaturcafé.

Hier das Musikvideo zu "Babylon Berlin":

Darum geht's in "Babylon Berlin"

Berlin 1929: Der junge Kommissar Gereon Rath (GOLDENE KAMERA-Preisträger Volker Bruch) ist gerade aus dem beschaulichen Köln in die Hauptstadt gezogen. Als Beamter der Sittenpolizei erlebt er eine Stadt der Extreme, eine Metropole zwischen bitterer Armut und dekadentem Nachtleben. Auch politisch ist Berlin ein Pulverfass. Mehrere radikale Strömungen kämpfen um die Vormacht. Währenddessen beginnt Rath mit den Ermittlungen in einem mysteriösen Fall, in dem Exilrussen eine besondere Rolle spielen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Wolter (Peter Kurth) und der Stenotypistin Charlotte Ritter (GOKA-Nachwuchspreisträgerin 2012 Liv Lisa Fries) gerät Rath immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt, Drogen und Verrat.

Wer ist wer bei "Babylon Berlin"

Hauptdarsteller Volker Bruch wurde für seine Rolle in "Babylon Berlin" als "Bester deutscher Schauspieler" mit der GOLDENEN KAMERA 2018 ausgezeichnet:

Im Interview bedankt er sich für diese Auszeichnung:

Bereits letztes Jahr feierte die teuerste Serie der deutschen TV-Geschichte ihre Deutschlandpremiere in Berlin. GOLDENE KAMERA war dabei und blickte auch hinter die Kulissen de Epos.

GOKA-Wertung

"Babylon Berlin" ist kompromisslos, authentisch und drastisch. In virtuos inszenierten Bildern wird der Zuschauer in das wilde Nachtleben der Weltstadt eingeführt, Sex, Drogen und Transvestiten inklusive. Mindestens genauso beeindruckend ist aber auch das stimmungsvoll rekonstruierte "schmutzige" Berlin der Arbeiterklasse, wo etwa Hauptfigur Charlotte mit einem halben Dutzend Familienmitgliedern auf engstem Raum zusammen haust. Das fesselnde Szenario ist vielleicht die größte Stärke der Serie. Die Weimarer Republik erweist sich als überraschend moderne Ära. Zudem wirkt sie, anders als etwa die Nazi- und DDR-Zeit, filmisch noch extrem unverbraucht. Kein Wunder, dass es für die dritte Staffel von "Babylon Berlin" bereits grünes Licht gab.

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