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Brutale Gewalt gegen Polizisten im "Tatort: Kaputt"

07.06.2019 - Welch ein bedrückender "Tatort" am Pfingstmontag, 10. Juni, um 20.15 Uhr im Ersten: Ballauf und Schenk müssen einen bestialischen Polizistenmord aufklären.

Sich heutzutage als Polizist Respekt zu verschaffen, scheint keine einfache Aufgabe mehr zu sein. Gewalttätige Übergriffe auf die Gesetzeshüter gehören mittlerweile zum Alltag. Wie das Bundeskriminalamt diese Woche im Bundeslagebild "Gewalt gegen PVB" bekannt gab, hat sich die Lage drastisch verschlimmert. Allein 2018 gab es 34168 bekannte Fälle von "Widerstand gegen Staatsgewalt". Am stärksten betroffen waren Berlin, Hamburg und Bremen.

Auch was die Kommissare Ballauf und Schenk in Köln an Brutalität erleben, lässt einen an der heutigen Moralvorstellung von Gut und Böse die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

Darum geht's im "Tatort: Kaputt"

"Ich mach' diesen Job jetzt seit 30 Jahren, aber das toppt alles, was ich an Brutalität gegen die Polizei je erlebt habe", sagt Dienststellenleiter Bernd Schäfer (Götz Schubert). Eigentlich hatte er die beiden Streifenbeamte Melanie Sommer (Anna Brüggemann) und Frank Schneider nur wegen Ruhestörung in den Einsatz geschickt. Dabei wurden beide so hemmungslos bestialisch zusammengeschlagen, dass Schneider noch am Tatort verstarb und die Kollegin verletzt und schwer traumatisiert aufgefunden wurde. Sommer scheint jegliche Erinnerung verdrängt zu haben.

Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) stoßen bei ihren Ermittlungen auf erhitzte Gemüter, schließlich ist die gesamte Wache vom Polizistenmord erschüttert. Das Opfer war homosexuell, was laut Sommer genauso schlimm angesehen ist, wie als Fußballspieler schwul zu sein. Schneiders Lebensgefährte Stefan Pohl (Max Simonischek), selbst auch Polizist, kann den Verlust nicht fassen. Auch Stargastronom Thomas Theissen (Ronny Miersch), der Besitzer des seit zwei Jahren leerstehenden Hauses, in dem Schneider getötet wurde, kann sich das Geschehene nicht erklären. Wenig später wird auch Theissens kleiner Bruder Ben (Hauke Diekamp) tot in diesem Haus gefunden.

 

Hintergrund

Regisseurin Christine Hartmann inszenierte jüngst einen der letzten Filme mit Hannelore Elsner: "Club der einsamen Herzen" (2018), eine Komödie, die gerade erst am 8. Juni im Ersten lief. Die Regisseurin bewies ihr Können schon mit einer erstaunlichen Bandbreite an Filmgenres: Vom Kinderhit "Hanni und Nanni" (2009) über die beiden preisgekrönten Filme "Keine Zeit für Träume" (2014) und "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" (2017), der Schicksalsgeschichte von Gabi Köster mit unserer diesjährigen GOLDENEN KAMERA-Preisträgerin Anna Schudt, bis hin zu diversen "Tatorten", wie den Fall "Familien".

 

Anna Brüggemann spielt die Polizistin Melanie Sommer

Anna Brüggemann war schon in "Mitten in Deutschland: NSU –Die Ermittler", "Das Dorf der Mörder" (hier in der ZDF-Mediathek) und im Februar im "Tatort: Murot und das Murmeltier" zu sehen. Die 38-Jährige ist zudem Drehbuchautorin und wuchs u.a. in Südafrika auf. Schlagzeilen schrieb Brüggemann als sie im Rahmen der #MeToo-Debatte die Rote Teppich-Aktion "Nobody's Doll"  auf der Berlinale ins Leben rief.

 

 

Warum lohnt sich der "Tatort: Kaputt"?

Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei – das ist ein aktuelles Thema, das einem unter den Nägeln brennt. Mangelnde Zivilcourage, Egoismus und fehlende Menschlichkeit - ist das die Welt, in der wir leben wollen? Eine Frage die man sich nicht oft genug stellen kann. Und das tut auch dieser Tatort – zum Glück ohne dabei mit der Moralkeule um sich zu hauen. Stattdessen bereitet er einem mit brutalen Bildern Magenschmerzen. Die Schieflage in der Gesellschaft und das Grauen haben die Autoren Christine Hartmann und Rainer Butt klar erkennbar herausgearbeitet - aber leider lässt sich auch der Täter erahnen und die Dialoge schwächeln. Trotzdem stimmen die Wendungen, die Mischung und die Geschichte steigert sich bis zu einem harten Showdown.

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