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Düsterer Dienstantritt im "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen"

12.09.2019 - Was für ein erschütternder Einstand: Der erste Fall für die neue Münchner Ermittlerin Bessie, der "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen" (Sonntag, 15. September, 20.15 Uhr im Ersten), endet dramatisch.

"Hier kommt Atmosphäre auf wie beim Großstadtrevier" - die neuen Figuren des Münchner Polizeirufs verfügen definitiv über Selbstironie. Und ihr Vergleich stimmt: Die Folge startet wirklich ein wenig wie die Hamburger Krimireihe mit Streifenpolizisten, die sehr sympathisch und menschlich sind: "Ich bin die Bessi und das ist der Cem, der liebt Süßes so sehr, dass es für ihn bitter wird", stellt die neue Ermittlerin sich und ihren Halbbruder vor. Nach der Hälfte aber entfacht die Premiere zu einem spannenden doppelbödigen Psychothriller, dessen Ende nicht nur der neuen Polizistin unter die Haut geht.

 

Darum geht's im "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen"

Ein verwahrloster Junge (Dennis Doms) sitzt im Park und isst Styroporkugeln, sein Körper weist Misshandlungen auf. Als die beiden Polizisten Wolfgang Maurer (Andreas Bittl) und Cem Halac (Cem Lukas Yeginer) ihn aufgreifen, sagt er kein Wort. Durch einen personellen Engpass, muss sich Streifenpolizistin Elisabeth "Bessie" Eyckhoff (Verena Altenberger) fortan um den scheinbar zurückgebliebenen Teenager kümmern. Sie bringt ihn ins Krankenhaus.

Fesselspuren an den Handgelenken und Hornhautbildungen im Gesäßbereich lassen auf ein Leben in Gefangenschaft schließen. Langsam öffnet  sich Polou, wie er sich nennt, und fasst Vertrauen zu der Polizistin. Er scheint ein emotionales Trauma durchlitten zu haben. Die Hinweise verdichten sich, dass noch weitere Kinder betroffen sein könnten. Um sie zu retten, greift Bessie gegen den Willen des Jugendamtes zu einem drastischen Schritt: Sie lässt den "Burschen Polou" hypnostisieren.

TV-Kommissarinnen im Primetime-Einsatz

 

Kommissarin in Uniform

Nachdem Matthias Brandt und Edgar Selge eher zu den gesetzteren Kommissaren gehörten, baut der BR jetzt auf frische Ermittler. Bessie ist kommunikativ, in ihrer Natürlichkeit sympathisch, stark und schwach zugleich - einfach menschlich. Sie trinkt ihren Kaffee gern kalt, zeigt Toleranz wenn ihr kleiner Halbbruder Cem in der gemeinsamen WG über die Strenge schlägt. Mal kommt sie naiv, mal schlau wie ein Fuchs daher, ist dabei aber nie unangenehm. So nimmt die neue Kommissarin, die immer Uniform trägt, die Zuschauer für sich ein.

Die Neue im Polizeiruf 110 Verena Altenberger (31) sagt zu ihrer Rolle: "Vor allem interessiert mich der Charakter, weil sie eine junge Frau ist, die oft die Erfahrung macht, unterschätzt zu werden...Sie hat aber für sich beschlossen, ein gutes Leben zu leben und sich von diesem Beruf und von allem, was er mit sich bringt, ihre positive Art und ihre Lebensfreude nicht nehmen zu lassen. Für mich ist sie ein sehr lebensbejahender Mensch."

Wie sie sich weiterentwickelt, steht laut BR-Redakteurin Cornelia Ackers noch nicht fest: "Jeder Fall soll diese Figur in einem anderen Segment ihrer selbst berühren. Am Ende eines Falles soll sie auch in ihrem Wesen davon verändert sein. Deswegen hängt es von der Ausformung der nächsten Geschichten ab, wie sie sich entwickeln wird, was sie uns an Überraschungen und Geheimnissen von sich zeigt."

 GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil…

Das Setting ist einfach: keine aufwendigen Kulissen, keine Nebenschauplätze - der Zuschauer ist dicht an den Personen dran. Zum Auftakt ein straighter Krimi, der nüchterne Polizeiarbeit ohne Schnick-Schnack zeigt. Nach der Hälfte aber nimmt die Handlung plötzlich eine Wendung, die jenseits der gewohnten Tätersuche etwas ins Abwegige à la David Lynch gerät. Das mag nicht für jeden Zuschauer etwas sein, sorgt aber gehörig für Spannung. Dazu eine Portion Zynismus (die Ermittler werden beispielsweise "Dick und Doof" genannt), ein erdrückendes Ende und eine interessante Ermittlerin. Das alles beweist, dass auch dieser Münchner Polizeiruf, wie schon seine Vorgänger, etwas Besonderes ist.

 

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