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GOKA-Kandidat: "Sieben Stunden"

03.09.2018 - Nach einer wahren Geschichte: Eine Psychologin wird im Hochsicherheitsgefängnis sieben Stunden missbraucht, vergewaltigt und mit dem Tode bedroht.

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		Hanna Rautenberg (Bibiana Beglau) und Peter Petrowski (Till Firit) in einer der letzten Sitzungen: Nach vier Jahren auf der sozialtherapeutischen Station stuft die Psychologin ihren Patienten als kontrolliert, hilfsbereit und...

    Hanna Rautenberg (Bibiana Beglau) und Peter Petrowski (Till Firit) in einer der letzten Sitzungen: Nach vier Jahren auf der sozialtherapeutischen Station stuft die Psychologin ihren Patienten als kontrolliert, hilfsbereit und rücksichtsvoll ein. © BR/Barbara Bauriedl

Dieser Film erschüttert zutiefst  - und beruht auf einer wahren Begebenheit. "Sieben Stunden" (7. September, 20.15 Uhr, Arte) ist die Verfilmung des biographischen Buchs "Sieben Stunden im April" von Susanne Preusker. In der Hauptrolle ist Bibiana Beglau als Opfer eines Sexualstraftäters zu sehen.

 

Darum geht's in "Sieben Stunden"

Hanna Rautenberg (Bibiana Beglau) ist alleinerziehende Mutter und eine anerkannte Gefängnispsychologin. Sie arbeitet in der JVA in Straubing in Bayern und betreut dort rund 20 Sexualstraftäter. Zehn Tage vor ihrer Hochzeit mit ihrem Verlobten Stephan (Thomas Loibl) sitzt sie in der Therapie mit dem Vergewaltiger und Mörder Peter Petrowski (Till Firit). Sie findet, dass der Psychopath Fortschritte gemacht hat und stuft ihn sogar als kontrolliert und rücksichtsvoll ein. Doch plötzlich zeigt er sein wahres Gesicht: Er überwältigt Hanna und nimmt sie in ihrem Büro mit einem selbstgebasteltem Messer als Geisel gefangen.

 

Was er ihr dann sieben Stunden lang antut, kann ein Mensch kaum ertragen: Er  missbraucht  und vergewaltigt sie mehrmals, macht sie zu seiner Hure, fesselt sie und lässt sie immer wieder um ihr Leben bangen. Die Kollegen und das herbeigerufene SEK, insgesamt 250 Polizisten, schätzen die Lage komplett falsch ein. Sie glauben, dass Hanna die Situation unter Kontrolle hat und schreiten nicht ein.

 

Hintergrund

Susanne Preusker, Opfer dieser Geschichte, hat versucht das traumatische Erlebnis vom 7. April 2009 in ihrem Buch "Sieben Stunden im April" aufzuarbeiten. Die Tat geschah zehn Tage vor ihrer Hochzeit, ihre Arbeit im Gefängnis konnte sie danach nicht mehr aufnehmen. Sie arbeitete fortan als Autorin und schrieb Bücher über die therapieunterstützenden Wirkung von Hundehaltung und Krimis. Am 13. Februar 2018 nahm sich Susanne Preusker  mit 58 Jahren das Leben.

Regisseur Christian Görlitz ("Freier Fall", "Fleisch ist mein Gemüse") inszenierte das Buch. Mit Bibiana Beglau ("Und morgen Mittag bin ich tot“) und Thomas Loibl ("Toni Erdmann") stehen zwei Schauspieler vor der Kamera, die sowohl im Theater als auch im TV und Kino sehr erfolgreich sind. Loibl war zuletzt im Kieler "Tatort: Borowski und das Haus der Geister" zu sehen. Beglau dreht gerade neben den GOLDENEN KAMERA-Preisträgern Armin Rohde (2000) und Jürgen Vogel (2003) den Kinofilm "Die Drei !!!".

 

GOKA-Wertung

Obgleich dieser Film sich der Thematik behutsam nährt, ist er nur schwer zu ertragen. Und das liegt nicht allein an der Abscheulichkeit der Tat, sondern auch an den vielen Fragen, die er aufwirft: Wozu sind Menschen fähig? Können Sexualstraftäter überhaupt therapiert werden? Warum geht das Umfeld mit dem Opfer so um? Mit großer Vorsicht spricht der Film all diese Punkte an und bleibt doch in jeder Sekunde ganz dicht an der Hauptfigur. Bibiana Beglau spielt mit überzeugender Intensität gleichzeitig die Starke, das Opfer, die Zerrissene und die Missbrauchte. Christian Görlitz verzichtet bei seiner Regie auf Voyeurismus und setzt Susanne Preusker ein gelungenes, filmisches Denkmal.

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig!)

 

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